Warum streiken Angestellte an mehreren Flughäfen in Deutschland?

Mit Warnstreiks an den Flughäfen Düsseldorf, Hamburg, Köln/Bonn und Stuttgart hat die Gewerkschaft ver.di einen großen Teil des Flugverkehrs in Deutschland lahmgelegt.
Mit Warnstreiks an den Flughäfen Düsseldorf, Hamburg, Köln/Bonn und Stuttgart hat die Gewerkschaft ver.di einen großen Teil des Flugverkehrs in Deutschland lahmgelegt. Copyright David Young/AP
Von Euronews
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Donnerstag und Freitag sind Angestellte im Sicherheitsbereich zu Warnstreiks aufgerufen. Es geht um die Entlohung zu ungünstigen Uhrzeiten.

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Wegen eines Warnstreiks an mehreren deutschen Flughäfen kommt es zu zahlreichen Ausfällen, Verspätungen und langen Wartezeiten.

Mehrere zehntausend Reisende sind betroffen, hunderte Flüge sind gestrichen. Betroffen sind laut Mitteilung der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) die Flughäfen Düsseldorf, Hamburg und Köln/Bonn.

Der Warnstreik gilt für den Donnerstag, 20. April 2023, und Freitag, 21. April 2023 bis in die Nacht auf Samstag. 

Das alternative Reisen mit der Bahn wird zudem von einem Streik der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft erschwert, von dem Nah- und Fernverkehr betroffen sind.

Hintergrund des Streiks sind Verhandlungen zwischen Verdi und dem Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen über die Entlohung besonders ungünstiger Arbeitszeiten. 

Konkret fordert die Gewerkschaft, dass Beschäftigte im Luftsicherheitsbereich, die in der Fluggastkontrolle, der Personal- und Warenkontrolle und in Servicebereichen arbeiten, für Nacht-, Samstags-, Sonntags- und Feiertagsarbeit Zuschläge erhalten und Überstunden bezahlt werden.

Ein schriftliches Angebot des BDLS nannte ver.di "unzureichend und nicht einigungsfähig, da es für Arbeit an Samstagen und Sonntagen keine Verbesserungen bringt, für Arbeit in der Nacht erst ab 22 Uhr und nicht ab 20 Uhr Zuschläge und der Zuschlag nicht auf 25 Prozent angehoben werden soll." 

Für Mehrarbeit/Überstunden wollten die Arbeitgeber für Voll- und Teilzeitbeschäftigte auch künftig faktisch keine Zuschläge zahlen.

Der BDLS teilte mit, der Streik entbehre "jeglicher Verhältnismäßigkeit und ist völlig überzogen“, so Rainer Friebertshäuser, Leiter der Tarifkommission des BDLS. Man habe versucht im Rahmen des wirtschaftlich machbaren eine Lösung zu finden. In den Verlautbarungen der Gewerkschaft werde der Verhandlungsstand bewusst negativ dargestellt.

"Die Arbeit an Flughäfen muss attraktiver werden, um die Luftsicherheitsfachkräfte halten und neue gewinnen zu können, um längere Wartezeiten für Urlaubsreisende zu vermeiden", teilte Wolfgang Pieper von der Gewerkschaft ver.di mit.

Ver.di fordern den Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen auf, in den Verhandlungen am 27. und 28. April "ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen, um weitere Streiks zu vermeiden und den Konflikt noch vor Pfingsten zu beenden".

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