Grüne Revolution: Japan baut Taifun-stabile Windparks

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Von Cristina Giner
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Japan will die grüne Revolution, aber hält seine Technologie auch den Naturkatastrophen stand? Euronews besucht einen Offshore-Windpark im Taifun-Gebiet und die weltweit erste Ladung flüssigen Wasserstoffs.

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Alternative Energien sollen in Japan künftig Priorität haben. Die Energiepolitik wird auf dem G7-Gipfel Mitte Mai in Japan ganz oben auf der Tagesordnung stehen. Das Land will bis 2030 einen Anteil von 36% bis 38% an erneuerbaren Energien erreichen und seine CO2-Emissionen um 46% verringern. 

Japanische Technologie soll bei der grünen Revolution helfen. Auf den abgelegenen Goto-Inseln in der Region Nagasaki, im Süden Japans steht ein Vorzeigeprojekt. Der schwimmenden Offshore-Windpark von Goto. Im Januar 2024 soll die hochmoderne Anlage in Betrieb gehen. 

Mit begrenzter Landfläche, aber vielen Küsten, könnte die Offshore-Windenergie die Antwort auf Japans künftigen Energiebedarf sein. Aber sie ist mit Herausforderungen verbunden, denkt man an Tsunamies und Taifune. 

Lackmustest auf den Goto-Inseln

Goto ist eines der am stärksten von Taifunen betroffenen Gebiete in Japan, ein strategisches Testgebiet also für die Widerstandsfähigkeit schwimmender Turbinen. Aber man setzt nicht nur auf schwimmende, sondern auch auf Turbinen, die im Boden verankert sind. Beide Typen sind an die Topografie Japans und die Naturkatastrophen angepasst, erklärt Kei Ushigami, Manager der Goto Floating Wind Farm.

"Der feste Typ muss auf dem Meeresboden befestigt werden, aber in Japan wird das Meer sehr schnell tief. Beim Bau wird zuerst ein Fundament auf den Meeresboden gesetzt, so ist der Typ von Topografie und Geologie des Meeresbodens beeinflusst", so Kei Ushigami. "Der schwimmende Typ ist durch eine Kette verbunden, er ist erdbebensicher, weil er nicht von der Topologie des Meeresbodens beeinflusst wird."

Damit die schwimmenden Kraftwerke mit Taifunen und der Kraft der Wellen fertig werden, kommen Stabilisierungsmechanismen zum Einsatz, die man aus dem Schiffbau kennt. Sie sollen das Schwanken minimieren. "Der Schwerpunkt wird durch schwere Betonelemente am unteren Teil des Schwimmers abgesenkt. Das macht die Struktur widerstandsfähig gegen die starken Winde von Taifunen", so Kei Ushigami.

Bodenuntersuchungen sind wichtig bei der Planung wichtig. Professor Ishihara ist einer der renommiertesten Ingenieure auf dem Gebiet der Risikobewertung von Windkraftanlagen. "Im Falle Japans wehen einerseits sehr starke Taifune, andererseits sind die üblichen Winde nicht besonders stark. Wir müssen also diese beiden Probleme gleichzeitig lösen."

"Eine Lösung besteht darin, das Blatt zu verlängern und zu verschlanken. Durch die Verlängerung erhöht sich auch die normale Stromerzeugung. Dünnere Blätter verringern den Windüberschuss bei Taifunen. Mit dem Einsatz der japanischen Kohlefasertechnologie ist es möglich, sehr lange, dünne und starke Blätter herzustellen."

Zukunft Wasserstoff - Erster Wasserstofftank in Kobe

Im Hafen von Kobe soll der erste Flüssigwasserstoff-Träger der Welt stehen, 1.250 Kubikmeter. Wasserstoff ist eine weitere saubere Energie, auf die sich Japan konzentrieren will. 2017 war es das erste Land, das eine Wasserstoffstrategie entwickelt hat. Das neue ehrgeizige Ziel lautet: bis 2040 bis zu 12 Millionen Tonnen jährlich davon zur Verfügung zu stellen.

Aber Japan ist weitgehend auf den Import von Wasserstoff angewiesen. Er wird in Australien hergestellt und auf dem Seeweg nach Japan gebracht, wo er auf minus 253 Grad Celsius eingefroren und zu einer Flüssigkeit komprimiert wird. Seit dem Start 2021 hat er diese Strecke zweimal zurückgelegt.

Kawasaki Heavy Industries hat in Kobe schon eine Versorgungskette aufgebaut, die mit dem Wasserstoff das Stadtgebiet mit Wärme und Strom versorgt. Um ihn künftig als reguläre Energiequelle nutzen zu können, müssen die Kosten jedoch gesenkt werden.

Das geht, wenn der Wasserstoff in größeren Mengen transportiert wird, meint Shigeru Yamamoto, Manager der Wasserstoff-Strategie bei Kawasaki Heavy Industries. "Um die Kosten auf das gleiche oder sogar ein geringeres Niveau wie bei fossilen Brennstoffen zu senken, müssen wir zuerst eine größere Menge herstellen", merkt er an. 

"Wir werden dafür große Schiffe und auch große Tanks an der Empfangsstation bauen. Wir wollen eine größere Infrastruktur schaffen und ihn für die Kommerzialisierung ausbauen", so Shigeru Yamamoto.

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