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Evakuierungsflüge aus Israel laufen an: Bundeswehr bereit, notfalls Deutsche auszufliegen

Heimkehrer aus Israel werden am Frankfurter Flughafen begrüßt.
Heimkehrer aus Israel werden am Frankfurter Flughafen begrüßt. Copyright KIRILL KUDRYAVTSEV/AFP
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Von Euronews mit DPA/AFP
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Die Zeit drängt, Tausende ausländischer Staatsbürger sitzen in Israel und in den Palästinensergebieten fest.

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Österreich, Frankreich und Deutschland haben am Donnerstag die ersten Sonderflüge organisiert. Polen und Litauen schickten militärische Transportmaschinen. Die US-Regierung will ab diesem Freitag Charterflüge bereitstellen. Die Zeit drängt, Tausende ausländischer Staatsbürer sitzen in Israel und in den palästinensischen Gebieten fest.

Spürbare Erleichterung, aber auch große Sorge war auf den Gesichtern der ersten Heimkehrer am Flughafen von Frankfurt zu erkennen.

Mehr als 1.000 Menschen wurden am Donnerstag mit Sonderflügen der Lufthansa nach Deutschland zurückgeholt. Vier weitere Flüge sind geplant. 

Die letzten Tage seien nervenaufreibend gewesen, berichtet Arthur Maassen, ein Volunteer Worker in Israel. "Weil man sich die ganze Zeit über die Warnapps informiert hat, wo die Raketen ankommen, ob Drohnen kommen, ob irgendwie Terroristen Infiltration gerade stattfindet. Und es ist schon stressig, auch wenn du nicht selber direkt betroffen bist. Hin und wieder bist es, aber du siehst halt einfach, was gerade im Land abgeht und es ist unschön."

Militärischer Evakuierungsverband der Bundeswehr steht bereit

Die Bundeswehr bereitet sich ebenfalls darauf vor, notfalls deutsche Staatsbürger aus Israel zu holen. Das Verteidigungsministerium teilte in der Nacht zum Freitag in Berlin mit, in Abstimmung mit dem Auswärtigen Amt seien "vorbereitende präventive Maßnahmen“"in die Wege geleitet worden. "Im Falle einer weiteren Lageverschärfung" stünde der militärische Evakuierungsverband der Bundeswehr bereit, hieß es.

Zu den getroffenen Maßnahmen gehöre die Entsendung von gemeinsamen Krisenunterstützungsteams des Auswärtigen Amts auch mit Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr nach Israel und in umliegende Staaten.

Mehrfach hatte die Bundesregierung in den vergangenen Jahren auch die Flugzeuge der Luftwaffe und schwerbewaffnete Soldaten geschickt, um deutsche Bürger und andere Schutzbedürftige aus Kriegsgebieten auszufliegen. 

Dass dies bei einer Eskalation in Israel nun auch grundsätzlich möglich wäre, hatte Verteidigungsminister Boris Pistorius bereits deutlich gemacht. Der SPD-Politiker sagte am Mittwoch: "Wir stehen jederzeit bereit zu tun, was zu tun ist, wenn die Lage in Israel und die außenpolitische Einschätzung von Kanzleramt und Auswärtigem Amt das hergeben."

Baerbock blockt Kritik ab und reist zu Solidaritätsbesuch nach Israel

Um die Evakuierung deutscher Staastbürger aus Israel war in den vergangenen Tagen eine hitzige Debatte entbrannt. Kritiker warfen Außenministerin Annalena Baerbock vor, keine miltärischen Sonderflüge für die Rückkehr ausreisewilliger Menschen organisiert zu haben.

In der ZDF-Sendung "Maybrit Illner hatte Baerbock Vorwürfe zurückgewiesen, ihr Ministerium habe nicht genug für eine schnelle Ausreise von Deutschen aus Israel getan. Sie verwies auf die schwierige Situation vor Ort und die relativ hohe Zahl von rund 100.000 Deutschen und Doppelstaatlern in Israel. Wenn man alle Ausreisewilligen zum Flughafen gebeten hätte, wäre das "absolute Chaos" entstanden, sagte Baerbock.

Am Donnerstag gab es vier Sonderflüge der Lufthansa von Israel nach Deutschland. Damit seien mehr als 1000 Menschen zurückgeholt worden, sagte Baerbock. Für diesen Freitag sind vier Sonderflüge angekündigt. Zudem bereitet sich die Bundeswehr darauf vor, notfalls ebenfalls deutsche Staatsbürger aus Israel nach Deutschland bringen zu können.

Baarbock wollte am Freitag zu einem Solidaritätsbesuch nach Israel reisen. "Der Terror der Hamas birgt die Gefahr, eine ganze Region zu destabilisieren", sagte sie vor ihrer Abreise. "Es gilt jetzt zu verhindern, dass weitere Akteure in der Region Öl ins Feuer gießen."

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