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Erneut Beben nahe Herat: Dutzende Häftlinge aus beschädigten Gefängnissen entlassen

Menschen schlafen seit Tagen im Freien - aus Angst vor neuen Beben.
Menschen schlafen seit Tagen im Freien - aus Angst vor neuen Beben. Copyright Ebrahim Noroozi/AP Photo
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Von Euronews mit AFP/DPA
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Wieder bebte die Erde im Westen Afghanistans. Viele Menschen schlafen seit Tagen im Freien aus Angst vor neuen Erschütterungen - und weil es keine Unterkünfte gibt.

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Der Westen Afghanistans ist erneut binnen weniger Tage von einem schweren Erdbeben erschüttert worden. Laut US-Erdbebenwarte USGS hatte das Beben am Sonntagmorgen eine Stärke von 6,3 und ereignete sich rund 30 Kilometer nordwestlich der Stadt Herat in einer Tiefe von sechs Kilometern.

Nur wenige Minuten später folgte dort ein zweites Beben der Stärke 5,5. Nach Angaben eines Sprechers des Provinzgouverneurs kam ein Mensch ums Leben. Mindestens 35 Verletzte seien in ein Krankenhaus gebracht worden, hieß es.

Abdul Qadeem Mohammadi, Chefarzt des Regionalkrankenhauses in Herat, sprach  der Nachrichtenagentur AFP gegenüber von mindestens 93 Verletzten und einem Toten.

Die nationale Katastrophenschutzbehörde gaben an, dass sie noch dabei seien, das Ausmaß der Zerstörung in der Nähe des Epizentrums zu bewerten.

Die Behörden meldeten, dass mehr als 528 Gefangene in der Provinz Herat und der benachbarten Provinz Badghis freigelassen worden seien, da die Gefängnisse aufgrund der Beben einzustürzen drohten. Die meisten der freigelassenen Häftlinge hätten sich jedoch am Ende ihrer Haftstrafe befunden.

Opfer sind vor allem Frauen und Kinder

Ein AFP-Reporter in Herat berichtete, die meisten Menschen in dem Gebiet schliefen auch eine Woche nach dem ersten tödlichen Erdbeben im Feien - aus Angst vor weiteren Erschütterungen. 

Am 7. Oktober wurden ganze Dörfer in der Region Herat bei einem Erdbeben der Stärke 6,3 zerstört.

Die Taliban-Regierung schätzte die Zahl der Todesopfer auf über 1 000. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) berichtete von fast 1.400 Toten.

Ein weiteres schweres Erdbeben am 11. Oktober, dessen Epizentrum etwa 30 Kilometer nördlich von Herat gemessen wurde, löste Panik in der traumatisierten Bevölkerung aus und forderte mindestens einen Toten und 100 Verletzte.

Auf die Erschütterungen folgten Stürme, die die Zelte, in denen die Überlebenden untergebracht waren, zerstörten.

Fast 20.000 Menschen sind laut WHO von den aufeinanderfolgenden Erdbeben betroffen, die Opfer sind vor allem Frauen und Kinder. Mindestens sechs ländliche Dörfer im Bezirk Zenda Jan wurden vollständig zerstört.

Dramatischer Mangel an Unterkünften

Afghanistan leidet unter einer schweren humanitären Krise. Nach der Machtübernahme der Taliban im August 2021 herrscht zu internationalen Hilfsorganisationen ein angesapnntes Verhältnis. Viele mussten ihr Hilfsangebot einschränken.

Die Bereitstellung von Unterkünften in großen Mengen stellt angesichts des nahenden Winters die größte Herausforderung für die Behörden des Taliban-Regime dar. 

Afghanistan wird häufig von Erdbeben heimgesucht, vor allem in der Bergkette des Hindukusch, die sich in der Nähe der Schnittstelle zwischen der eurasischen und der indischen tektonischen Platte befindet.

Im Juni 2022 forderte ein Erdbeben der Stärke 5,9 in der armen Provinz Paktika im Südosten des Landes mehr als 1.000 Todesopfer und machte Zehntausende obdachlos.

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