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Mary's Meals bringt eine Schulspeisung zu den Bedürftigsten der Welt

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Das Ziel von Mary's Meals ist es, benachteiligten Kindern mindestens eine Mahlzeit pro Tag in der Schule zu ermöglichen - und zwar in den ärmsten Länder der Welt. Euronews hat mit den Direktoren der NGO aus Sambia und Kenia gesprochen.

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Der Prinzessin-von-Asturien-Preis in der Kategorie "Eintracht” wird in diesem Jahr der gemeinnützigen Organisation “Mary's Meals” verliehen.

Mary's Meals hat ihren Sitz in der schottischen Kleinstadt Dalmally, ihre Reichweite ist jedoch weitaus größer. Ihr Hauptziel ist es, benachteiligten Kindern mindestens eine Mahlzeit pro Tag in der Schule zu ermöglichen. Die NGO ist in 18 der ärmsten Länder der Welt tätig.

Euronews hat mit den beiden Mary's Meals-Direktoren, Amina Iddy Swedi, Direktorin der Organisation in Kenia, und Panji Chipson Kajani, Direktor in Sambia, gesprochen.

Euronews, Charlotte Lam:

Wie ist es für Sie, hier in Spanien eine so wichtige Auszeichnung zu bekommen?

Panji Chipson Kajani, Direktor von Mary's Meals in Sambia:

"Wir von Mary's Meals fühlen uns sehr geehrt und wir sind demütig, dass uns der Award verliehen wurde, denn wir sehen es nicht als selbstverständlich an, dass wir Unterstützung aus der ganzen Welt und von den unterschiedlichsten Menschen bekommen."

Amina Iddy Swedi, Direktorin von Mary's Meals in Kenia:

"Ich möchte nur ergänzen, was Panji gesagt hat: Ich bin auch begeistert. Das Wort "Eintracht” bedeutet "Menschen zusammenbringen", und wenn man sich das Modell von Mary's Meals anschaut, dann arbeiten wir mit Gemeinden und Freiwilligen zusammen. Ich freue mich, weil das dem Namen "Eintracht” entspricht. Ich bin froh, hier zu sein."

"Eine der wenigen Aktionen weltweit, deren Ergebnisse sofort sichtbar sind"

Euronews:

Die Entstehungsgeschichte von Mary's ist beeindruckend. Der Geschäftsführer Magnus MacFarlane-Barrow war von den Ereignissen in Bosnien in den 90er Jahren so bewegt, dass er mit seinem Bruder Hilfsgüter sammelte und sie selbst nach Bosnien fuhr. Was hat Sie zu Mary's, zu dieser Arbeit geführt?

Amina Iddy Swedi:

"Mary's Meals hat eine sehr klare Vision, nämlich eine Mahlzeit an einem Ort der Bildung anzubieten. Normalerweise, wenn mir diese Frage gestellt wird, drehe ich sie um und sage: "Was hat mich dazu gebracht, nach all den Jahren zu bleiben? Im Moment arbeite ich in Kenia, Turkana, einem Ort, der seit vielen Jahren an den Rand gedrängt wird. Ich konnte die Auswirkungen live verfolgen, seit 2018, als wir in dieser Region anfingen, bis jetzt. Ich fühle mich geehrt, bei Mary's Meals zu sein."

Panji Chipson Kajani:

"Von meiner Ausbildung her bin ich Pädagoge, deshalb bin ich immer begeistert, wenn es Maßnahmen im Bereich Bildung gibt. Außerdem stamme ich aus Malawi, und die Schulspeisung von Mary's Meals begann in Malawi, wo ich die Vorteile aus erster Hand mitbekommen habe. Es ist eine der wenigen Maßnahmen in der Welt, deren Ergebnisse fast sofort sichtbar sind, und das hat mich in den letzten 12 Jahren angetrieben."

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"Die Gemeinden beteiligen sich an den Aktionen und machen sie sich dann zu eigen"

Euronews:

Mary's Meals wurde für sein "innovatives und effektives Betriebsmodell” ausgezeichnet, “das eine optimale Nutzung der Ressourcen ermöglicht". Wie unterscheidet sich dieses Modell von anderen gemeinnützigen Organisation?

Amina Iddy Swedi:

"Wir sind stolz darauf, dass alles, was wir tun, in der Beteiligung der Gemeinschaft verankert ist. Das stärkt wiederum die Eigenverantwortung der Gemeinschaft. Ich möchte ein gutes Beispiel aus dem Jahr 2020 nennen, als wir Covid hatten und alle Schulen geschlossen waren und wir in sehr kleinen Gruppen gearbeitet haben und wussten, dass der Gemeinschaft sonst Gefahr droht. Wir waren also etwas im Zwiespalt, wie wir weitermachen sollten, und so haben wir uns mit der Gemeinde zusammengetan, die ein Modell entwickelt hat. Das hat uns möglicht, die Kinder weiterhin zu ernähren, als die Kinder zu Hause waren."

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Ein "kostengünstiges" Modell

Euronews:

Wir wissen, dass die hohe Inflation und die gestiegenen Lebenshaltungskosten zum weltweiten Hunger beitragen. Wie haben sich die jüngsten globalen Ereignisse, von der Pandemie bis zum Krieg in der Ukraine und den Lebensmittelblockaden, auf die Mission von Mary's Meals ausgewirkt?

Panji Chipson Kajani:

"Glücklicherweise haben uns die Menschen trotz der Turbulenzen in der Weltwirtschaft immer vertraut – wegen unseres kostengünstigen Modells, wegen der guten Verwaltung und der uns zur Verfügung stehenden Mittel. Und weil sie uns immer noch vertrauen, unterstützen sie uns weiterhin, Damit können wir den Kindern weiter unser Versprechen geben. Wir sind den Menschen aus aller Welt dankbar, dass sie uns trotz der Turbulenzen in der Weltwirtschaft immer noch vertrauen."

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"Eine solide Zielgruppen-Bestimmung", um die Schwächsten zu erreichen"

Euronews:

Die Ernährungsunsicherheit breitet sich aus und erreicht in vielen Ländern neue Ausmaße. Während wir hier sprechen, erleben wir eine wachsende humanitäre Krise im Nahen Osten, wie sieht die Zukunft von Mary's Meals aus?

Amina Iddy Swedi:

"In dieser Situation, in der wir sind, mit Krisen und Inflation, ist es unsere oberste Priorität bei Mary's Meals, das Versprechen an die Kinder, die wir derzeit ernähren, einzuhalten. Wir versuchen also, das so gut wie möglich zu tun. In diesem Jahr haben wir zum Beispiel eine hohe Inflation bei den Lebensmitteln erlebt, aber wir haben uns darauf konzentriert, das Versprechen an diese Kinder zu halten. Ja, wir achten auch darauf zu wachsen, aber unsere erste Priorität ist es, unser Versprechen an die Kinder zu halten, die wir momentan ernähren."

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Panji Chipson Kajani:

"Ich möchte nur ergänzen, was Amina gesagt hat: Mary's Meals ist ein bedarfsorientiertes Programm. Wir wissen, dass es viele Kinder gibt, die Nahrung brauchen, und deshalb müssen wir eine solide Methode der Zielgruppenbestimmung haben, damit wir die Bedürftigsten erreichen können, und wir glauben, dass wir im Moment die Bedürftigsten erreichen. Weil wir die versorgen wollen, die am bedürftigsten sind, nehmen wir eine kontinuierliche Bewertung und Neubewertung vor. Wenn es also Möglichkeiten und Ressourcen gibt, sollten wir auf diejenigen ausdehnen, die Hilfe brauchen … wie die Situation in Gaza, über die wir sprechen. Wir haben keine unmittelbaren Pläne, dorthin zu gehen, aber wir beobachten die Situation sehr genau."

"Wir wollen diese Geschichte der Freude teilen"

Euronews:

Bei globalen Themen wie dem Welthunger kann es bei Menschen, die nicht direkt betroffen sind, zu Ermüdungserscheinungen kommen. Sie wissen, das es passiert, aber es findet nicht in ihrer Umgebung statt. Wie schaffen Sie es bei Mary's Meals die breite Öffentlichkeit einzubeziehen und das Thema in den Köpfen der Menschen zu verankern?

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Amina Iddy Swedi:

"Unsere Fundraising-Struktur konzentriert sich auf die Menschen an der Basis, also auf Einzelspender wie Sie und ich, und wir haben festgestellt, dass das stabil ist, mehr als wenn wir uns auf institutionelle Spender konzentrieren würden. Wir haben festgestellt, dass diese ziemlich schnell ermüden. Unser Modell der Mittelbeschaffung sorgt wirklich dafür, dass wir weiterhin inspirieren können. Und, wissen Sie, auch die Ermüdung der Spender ist begrenzt."

Panji Chipson Kajani:

"Die Reise, die mit einem einzigen Schritt beginnt, aber mit Tausenden von Meilen enden kann - Unser Wunsch ist es, diese Geschichte zu erzählen. Die Geschichte der Freude, die mit der Schulspeisung einhergeht. Ernährung plus Bildung ist gleich Hoffnung, und wenn wir diese Geschichte weitergeben, schaffen wir Förderer wie Sie, und Sie gehen raus und schaffen wieder Förderer wie wir. Indem wir das immer wieder tun, stärken wir uns gegenseitig, um das Problem der Müdigkeit zu bewältigen."

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