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Schwere Vorwürfe gegen Boris Johnson: Schockierende Aussagen während der Corona-Pandemie kommen ans Licht

Boris Johnson zeigt sich nach seiner ersten Impfung gegen Covid-19 im März 2021 begeistert.
Boris Johnson zeigt sich nach seiner ersten Impfung gegen Covid-19 im März 2021 begeistert. Copyright AP Photo/Frank Augstein, Pool
Copyright AP Photo/Frank Augstein, Pool
Von Andrew Naughtie, Euronews
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Dieser Artikel wurde im Original veröffentlicht auf Englisch

Eine Untersuchung in Großbritannien deckt Boris Johnsons skandalöse Ansichten zur Corona-Pandemie während seiner Zeit als Premierminister auf.

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In Großbritannien untersucht die Unabhängige Kommission das Verhalten von Boris Johnson und seiner Regierung während der Corona-Pandemie. Dabei kommen immer mehr schockierende Informationen über die Haltung des Ex-Premiers zu Schutzmaßnahmen und der hohen Zahl von Todesfällen ans Licht.

Laut Aussagen mehrerer hochrangiger Berater:innen und Beamt:innen war Johnson skeptisch, ob das hohe Risiko für ältere Menschen Lockdown-Maßnahmen rechtfertigte - sogar, als das britische Gesundheitssystem mit schwerkranken Patient:innen heillos überlastet war.

Johnson habe außerdem Berater:innen gefragt, ob man sich vor einer Covid-19-Infektion schützen könne, indem man sich mit einem Föhn in die Nase pustet. Der damalige Premierminister habe ein YouTube-Video gesehen, in dem diese Methode präsentiert worden sei.

Laut einer Reihe von Tagebucheinträgen, die von Sir Patrick Vallance, dem damaligen wissenschaftlichen Chefberater der Regierung, vorgelegt wurden, äußerte Johnson wiederholt seine Verärgerung über die Wichtigkeit, die der Bekämpfung der Pandemie eingeräumt worden sei.

"COVID ist der Weg der Natur, mit alten Menschen fertig zu werden"

Im Dezember 2020, kurz bevor das Vereinigte Königreich im Vorfeld einer verheerenden zweiten Infektionswelle abrupt in den Lockdown ging, schrieb Vallance: "Er sagt, dass seine Partei 'die ganze Sache für erbärmlich hält und COVID nur der Weg der Natur ist, mit alten Menschen fertig zu werden - und ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich ihnen widerspreche. Viele gemäßigte Leute denken, dass es ein bisschen zu viel ist.' Er will sich auf Umfragen stützen."

Der ehemalige Regierungsberater Dominic Cummings, der in der Anfangsphase der Pandemie Johnson diente, bevor er nach einer Reihe von Skandalen entlassen wurde, reichte eine 115-seitige Erklärung ein, in der er seine Erinnerungen an die Vorgänge in der Regierung in den ersten Monaten des Jahres 2020 darlegt.

Darin beschreibt er Johnson als äußerst beeinflussbar und anfällig für ein "Hin- und Herspringen", abhängig davon, "mit wem er zuletzt gesprochen hat". In oft expliziten WhatsApp-Nachrichten vom März 2020 vergleichen Cummings und Cain den damaligen Premierminister mit dem Bürgermeister in dem Filmklassiker "Der weiße Hai", der darauf besteht, seine Strände trotz des gefährlichen Riesenhais offen zu halten.

Cummings erinnert sich außerdem daran, dass er Johnson davon abbringen gemusst habe, Königin Elisabeth II. zu besuchen, da die Gefahr bestanden habe, das damalige Oberhaupt der Königsfamilie anzustecken.

"Ich war verzweifelt und sagte so etwas wie: 'Wenn Sie COVID haben und die Königin damit töten, sind Sie erledigt'", erinnert sich Cummings und merkt an, dass ein Bericht über diese Diskussion 2021 in der BBC erschienen und von der Regierung fälschlicherweise dementiert worden sei.

Johnson war "nicht ausreichend wissenschaftlich gebildet"

Die hochrangige Beamtin Helen McNamara sagte am Mittwoch aus, dass Johnson nicht ausreichend wissenschaftlich gebildet gewesen sei, um die Informationen seiner Berater:innen zu verstehen. Er habe mehrfache Erklärungen benötigt, um Begriffe wie Infektionsraten und Worst-Case-Szenarien zu verstehen.

Im April 2020 infizierte sich Johnson selbst mit dem Corona-Virus und entwickelte so starke Symptome, dass er zwischenzeitlich auf die Intensivstation verlegt werden musste. Er erholte sich schließlich.

Johnsons Amtszeit überdauerte die Pandemie. Sein Ansehen wurde allerdings irreparabel beschädigt, als sich herausstellte, dass er gemeinsam mit Mitarbeiter:innen in der Downing Street Partys feierte, während die Öffentlichkeit angewiesen wurde, sich zuhause zu isolieren.

Anfang dieses Jahres wurde festgestellt, dass er das Parlament mit seinen Aussagen über die als "Partygate" bekannt gewordenen Ereignisse in die Irre geführt hatte. Daraufhin trat Johnson als Premierminister zurück.

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