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Warum die Gewalt gegen Palästinenser in Ost-Jerusalem und im Westjordanland?

Im Westjordanland und in Ost-Jerusalem klagen Palästinenser über steigende Gewalt gegen sie
Im Westjordanland und in Ost-Jerusalem klagen Palästinenser über steigende Gewalt gegen sie Copyright AFP
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Von Shona MurrayEuronews
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Ein 73-Jähriger berichtet, dass Israels Behörden das Haus seiner Eltern in Ost-Jerusalem zerstören wollen.

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Seit dem Angriff der Hamas am 7. Oktober und der israelischen Militäroffensive im Gazastreifen steigen die Gewalt und die Repressalien gegen Palästinenser im Westjordanland und in Ostjerusalem.

Sicherheitsminister will jüdische Siedler bewaffnen

Der rechtsextreme israelische Sicherheitsminister Itamar Ben Gvir will 10.000 Gewehre für jüdische Siedler kaufen. Im Westjordanland sind bereits mehr als 200 Palästinenser getötet worden. Israel erklärt, 1.100 Hamas-Mitglieder seien festgenommen worden.

In den vergangenen Jahren hat die Regierung Netanjahu immer mehr jüdische Siedler ins Westjordanland geschickt. Inzwischen leben mehr als 700.000 dort - entgegen internationaler Vereinbarungen, denn eigentlich wird die Westbank von der Palästinenserbehörde verwaltet.

Das Haus der Eltern soll zerstört werden

Fahkri Abu Diab ist 73 Jahre als er soll das Haus seiner Eltern im Ostteil Jerusalems, in dem er sein ganzes Leben verbracht hat, verlassen.

Doch letzte Woche erhielt er von den Behörden eine Mitteilung auf Hebräisch, dass sein Haus abgerissen werden soll.

Fahkri Abu Diab berichtet:

"Sie wollen unsere Häuser abreißen. Sie bestrafen uns wegen des Krieges im Gazastreifen. Vielleicht können Sie nach einem Monat hierher kommen und wir sind obdachlos. Ich und meine Frau, meine Kinder und meine Enkelkinder. Und warum? Weil wir Palästinenser sind. Der Anwalt sagte, er könne nichts tun - wir warten nur auf den Bulldozer."

"Ich weiß, dass sie kommen werden"

Fakhri hat Angst, wieder festgenommen zu werden, wenn er in den Medien seine Probleme zur Sprache bringt.

"Ich weiß, dass sie kommen werden, um mich zu bestrafen, wenn sie wissen, dass ich mit den Medien spreche. Denn sie haben mich vorher ins Gefängnis gebracht - für vier Tage. Sie sagten: 'Du sprichst immer mit den Medien, du sprichst immer mit den Leuten von der Solidarität'. Wie jetzt, wenn ich spreche?' "Aber jetzt habe ich gesagt, wenn sie mich bestrafen wollen, okay, sie bestrafen mich - kollektiv bestrafen. Ich will sagen, was in unserem Dorf, in unserer Stadt, in unserer Gegend passiert; vielleicht wird jemand in der Welt kommen, um uns zu helfen - um zu erfahren, was mit uns passiert".

Rechtsexperten sagen, dass Hauszerstörungen wie diese nach dem humanitären Völkerrecht illegal sind. Aber Fahkri hat die Hoffnung auf das Rechtssystem verloren:

"Vor einem Monat oder mehr haben wir gesagt, dass uns vielleicht das internationale Recht, der Internationale Strafgerichtshof und das internationale Komitee helfen würden. Aber jetzt wissen wir, dass sie nichts tun.

Israel heizt die Gewalt an

Aviv Tetarsky von der israelischen Nichtregierungsorganisation "Ir Amin", die für Frieden zwischen Israelis und Palästinensern kämpft, sagt, dass die Feindseligkeit zunimmt.

Tetarsky meint, dass Israels Behörden die Gewalt anheizen: "Anstatt für mehr Ruhe zu sorgen, Kommunikationsformen zu schaffen und die Spannungen abzubauen, schüren die Behörden sie durch die Verteilung von Waffen. Die Politiker stacheln an. Und niemand bietet Israelis und Palästinensern eine Möglichkeit, miteinander zu leben, nachdem Israelis abgeschlachtet wurden und Palästinenser in Gaza abgeschlachtet werden. Und wir sollen irgendwie mit dieser Situation umgehen."

Israels Behörden bestreiten einen Anstieg der Gewalt in Jerusalem.

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