Krieg in der Ukraine: Wo starten die Russen Offensiven nach dem Fall von Awdijiwka?

Sasha Vakulina erklärt die Lage an der Front im Krieg in der Ukraine
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Von Oleksandra VakulinaEuronews mit ISW
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Gleich an mehreren Abschnitten der Front stehen die Soldaten der Ukraine massiv unter Druck. Russland versucht davon zu profitieren.

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Die Verzögerungen der westlichen Waffenlieferungen für die Ukraine tragen sehr wahrscheinlich dazu bei, dass Russland Offensivoperationen entlang mehrerer Sektoren der Front starten kann. Die Russen wollen die ukrainischen Streitkräfte auf mehreren Achsen unter Druck setzen.

Die russischen Streitkräfte führen derzeit mindestens drei Offensivoperationen durch - entlang der Grenze zwischen der Region Charkiw und Luhansk, insbesondere in Richtung Kupjansk und Lyman, in und um Awdijiwka und in der Nähe von Robotyne im Westen der Region Saporischschja.

Viele russische Soldaten an der Orichiw-Front

Vor einigen Tagen erklärte der Sprecher der Operativen Strategiegruppe Tawrija, dass Russland mehr Truppen an der Orichiw-Front als an der Awdijiwka-Front konzentriert hat.

Es ist wahrscheinlich, dass die Russen versuchen werden, in Richtung des befreiten Dorfes Robotyne vorzudringen.

Dieses Gebiet wurde Ende August 2023 von ukrainischen Truppen befreit.

Das "Institute for the Study of War" (ISW) sagt: Die russischen Streitkräfte haben einen geringfügigen bestätigten Sieg in der westlichen Region Saporischschja errungen, nachdem Berichte über erneute Offensivoperationen in diesem Frontabschnitt vorlagen. Sie rückten entlang eines Windschutzes nördlich von Kopani, 6 km nordwestlich von Robotyne, vor.

Offensive vor dem Tauwetter

Die Denkfabrik ISW schreibt, dass die russischen Streitkräfte wohl versuchen, mit dem jüngsten Beginn ihrer gleichzeitigen Offensivoperationen zwei günstige Gelegenheiten zu nutzen - die Zeit vor dem bevorstehenden Tauwetter im Frühjahr und die "differenzierte Dynamik" - d.h. die derzeitige Verzögerung - westlicher Hilfslieferungen.

Nach Ansicht des ISW ist die Aufstockung der europäischen Sicherheitshilfe zwar notwendig, aber nicht ausreichend, damit die ukrainischen Streitkräfte die Front stabilisieren, geschweige denn die Initiative in den Gebieten zurückgewinnen können, in denen die russischen Streitkräfte unter Druck stehen.

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