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Italien: Rechte Bürgermeisterin auf Stimmenfang für Europawahl

In Monfalcone in Norditalien leben viele Menschen, die selbst oder deren Vorfahren aus Bangladesch stammen.
In Monfalcone in Norditalien leben viele Menschen, die selbst oder deren Vorfahren aus Bangladesch stammen. Copyright Euronews
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Von Euronews mit DR
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Mit der Schließung von muslimischen Gotteshäusern hat die rechte Bürgermeisterin von Monfalcone in Italien für Aufsehen gesorgt. Jetzt will sie ins EU-Parlament.

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Starke Zugewinne für extrem rechte Parteien. Das wird für die Europawahl erwartet. Um dieser Entwicklung auf die Spur zu kommen, haben sich Reporter des dänischen Rundfunks im italienischen Monfalcone umgeschaut. Die 30.000-Einwohner-Stadt liegt im Nordosten des Landes unweit der Grenze zu Slowenien. Ein Drittel der Einwohner hat eine Migrationsgeschichte, viele von ihnen haben Wurzeln in Bangladesch und arbeiten in einer großen Werft.

Bürgermeisterin ließ muslimische Gotteshäuser schließen

Bürgermeisterin Anna Cisint von der rechtsnationalen Lega ist seit 2016 im Amt und will die Migration eindämmen. So verfügte sie etwa die Schließung von muslimischen Gotteshäusern, weil die Gebäude dafür nicht vorgesehen seien.

Für ihren Kurs bekommt sie Lob auf der Straße. Während sie mit den Reportern durch die Fußgängerzone läuft, fragen zwei Männer, ob sie sie ansprechen dürfen. "Ich bewundere Ihren Kampf", sagt einer der beiden. "Danke. Es ist ein sehr schwieriger Kampf", erklärt die Bürgermeisterin. Sie solle so weitermachen, fordern die Männer sie auf, "sonst wird Manfalcone in vier bis fünf Jahren zu Dhaka." Dem hat die Politikerin nichts hinzuzufügen: "Ich stimme voll und ganz zu. Danke. Tschüss."

Aktuell kandidiert Anna Cisint für das EU-Parlament. Während einer Autofahrt sagt sie: "Das Risiko, dem wir hier in der Stadt gegenüberstehen, ist das gleiche wie in ganz Europa. Die Fakten zeigen dies." Welche Fakten sie meint, bleibt offen.

Dankbarkeit von Menschen aus Bangladesch

Auf der anderen Seite sehen sich die Muslime der Stadt einer Diskriminierungskampagne ausgesetzt. Einer von ihnen ist Sojun. Auch er arbeitet in der großen Werft. Darüber ist er froh: "Ich habe sofort eine Stelle bekommen, als ich ankam. Ich liebe Monfalcone, es ist mein zweites Zuhause."

Zu Sojuns Familie gehören zwei Kinder und seine Frau Sokta. Sie sagt: "Ich mag Italien, weil ich ein gutes Leben haben und meinen Kindern hier eine gute Zukunft geben möchte."

Monfalcone – eine Stadt mit sehr unterschiedlichen Gesichtern.


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