Das italienische Kulturministerium und die Diözese Rom untersuchen die Restaurierung eines Engels, der Ähnlichkeiten zur Ministerpräsidentin Giorgia Meloni aufweist.
Sowohl die Kirche als auch die italienische Regierung untersuchen die Restaurierung eines Engels in einer römischen Kirche. Grund: er hat eine verblüffende Ähnlichkeit mit Ministerpräsidentin Giorgia Meloni.
Die Diözese Rom und das italienische Kulturministerium haben getrennte Untersuchungen zu den jüngsten Renovierungsarbeiten in der Basilika San Lorenzo in Lucina, im Zentrum Roms, eingeleitet. Auslöser war ein vom Wochenende veröffentlichtes Foto von der Zeichnung eines Engels, der der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni sehr ähnlich sieht.
"Vor der Restaurierung war es ein gewöhnlicher Putto", schrieb die italienische Zeitung La Repubblica, die zuerst über die Ähnlichkeit berichtete. "Heute ist es das Gesicht der mächtigsten Frau des Landes".
Die Kontroverse hat die Basilika - die bereits als eine der ältesten Kirchen Roms bekannt ist - ins Rampenlicht gerückt. Besucher strömten in Scharen herbei, um Fotos von dem Engel in einer Seitenkapelle in der Nähe des Hauptaltars zu machen. Dabei wurde sogar die Messe gestört.
Einige Politiker haben die Restaurierung kritisiert. Meloni nahm die Ähnlichkeit mit Humor.
"Nein, ich sehe definitiv nicht wie ein Engel aus", schrieb sie in einem Beitrag auf Instagram, begleitet von einem lachenden Emoji und einem Foto des Kunstwerks.
Am Wochenende teilte das italienische Kulturministerium mit, es habe einen Sonderbeauftragten und Beamte in die Basilika geschickt, um den Engel zu begutachten und "zu entscheiden, was zu tun ist".
Der Vikar von Rom, Kardinal Baldassare Reina, äußerte sich "enttäuscht" über den Vorfall und kündigte eine Untersuchung an, um die Verantwortlichen zu ermitteln.
"Es wird nachdrücklich bekräftigt, dass Bilder der heiligen Kunst und der christlichen Tradition nicht missbraucht oder ausgebeutet werden dürfen, da sie ausschließlich dazu bestimmt sind, das liturgische Leben und das persönliche und gemeinschaftliche Gebet zu unterstützen", heißt es in einer Erklärung der Diözese.
Die oppositionelle linkspopulistische Movimento 5 Stelle erklärte, Kunst und Kultur dürften nicht "zu einem Propagandawerkzeug oder etwas anderem werden, unabhängig davon, ob das abgebildete Gesicht das des Ministerpräsidenten ist".
Der Restaurator, Bruno Valentinetti, hat bestritten, Meloni als Modell für seine Arbeit benutzt zu haben.
In Interviews mit italienischen Medien sagte Valentinetti, die Ähnlichkeit zur Ministerpräsidentin liege im Auge des Betrachters. Er habe lediglich das im Jahr 2000 entstandene Originalgemälde restauriert.
Berichten zufolge versuchen die Ermittler nun herauszufinden, wie der ursprüngliche Engel aussah.