Xi Jinping und Wladimir Putin haben in einem Videotelefonat über Handel, die USA und die Vertiefung ihrer Partnerschaft gesprochen. Das Gespräch der beiden Verbündeten fand kurz vor einem geplanten Telefonat Xis mit US-Präsident Donald Trump statt.
Der chinesische Staatschef Xi Jinping und Russlands Präsident Wladimir Putin haben am Mittwoch in einem Videotelefonat miteinander gesprochen. Thema waren die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Peking und Moskau, das Verhältnis zu den USA sowie die bilateralen Beziehungen.
Das Gespräch fand in einer Phase statt, in der Xi auch mit westlichen Staats und Regierungschefs in Kontakt ist. Trotz ihrer Meinungsverschiedenheiten über den Krieg in der Ukraine wollen mehrere Staaten - darunter auch Großbritannien und Deutschland -ihre Beziehungen zu China stärken.
Europäische Regierungschefs drängen Peking seit Jahren, die Unterstützung für Russland zu beenden. Gleichzeitig ist China zum größten Handelspartner des Kremls geworden, der auf eine Lockerung westlicher Sanktionen hofft.
"Ich möchte Ihnen noch einmal versichern, dass wir unsere gemeinsamen Bemühungen um die Souveränität und Sicherheit unserer Länder, unser sozioökonomisches Wohlergehen und das Recht, unseren eigenen Entwicklungsweg zu wählen, nachdrücklich unterstützen", sagte Putin am Anfang des Gesprächs.
Westliche Annäherung an China trotz Ukraine-Konflikt
Viele enge Partner der USA versuchen, ihre Beziehungen zu China zu vertiefen. Sie wollen in einem angespannten geopolitischen Klima für mehr Ruhe sorgen - in Kontrast zu den von Trump verursachten Aufregungen.
Konflikte mit Trump über Zölle spielen dabei eine Rolle. Auch Trumps Äußerungen zu Grönland sowie der Eindruck, Europa werde aus den Friedensbemühungen zur Ukraine herausgehalten, haben die Lage verschärft.
Vor diesem Hintergrund reisten Kanadas Premierminister Mark Carney und Großbritanniens Premierminister Keir Starmer in den vergangenen Wochen nach China. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz wird im Februar zu einem Besuch in Peking erwartet.
"Inmitten der wachsenden globalen Turbulenzen ist die außenpolitische Verbindung zwischen Moskau und Peking ein wichtiger Stabilitätsfaktor geblieben", betonte Putin.
Xi sagte, er und Putin wollten Pläne für die Entwicklung der bilateralen Beziehungen erörtern. Außerdem würden sie "Ansichten über wichtige strategische Fragen austauschen", so die russische Übersetzung aus dem Chinesischen.
Der chinesische Staatschef betonte, beide Länder müssten "eine historische Gelegenheit nutzen, um die strategische Zusammenarbeit weiter zu vertiefen".
Frühling als Neuanfang zwischen Putin und Xi
Da nach dem chinesischen Kalender der erste Frühlingstag anstand, griff Xi die Symbolik des Datums auf. Er sagte, er wolle mit Putin an einem Tag, der einen Neuanfang markiere, an der Ausarbeitung eines "neuen Konzepts für die chinesisch-russischen Beziehungen" arbeiten.
"Jede Jahreszeit ist Frühling in den russisch-chinesischen Beziehungen", antwortete Putin.
Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow informierte nach dem Telefonat die Presse. Er betonte, Moskau und Peking würden "sich gegenseitig in wichtigen Fragen unterstützen, die die nationalen Interessen angesichts externer Herausforderungen betreffen".
Einladung nach China und zum APEC-Gipfel in Shenzhen
Uschakow sagte, Xi habe Putin eingeladen, China in der ersten Jahreshälfte zu besuchen. Putin habe die Einladung angenommen. Außerdem werde Putin am Gipfel der Asiatisch Pazifischen Wirtschaftskooperation APEC teilnehmen, den China im November in Shenzhen ausrichtet.
Putin und Xi sprachen laut Uschakow auch über die Beziehungen ihrer Länder zu den USA. Ihre Positionen würden dabei "praktisch übereinstimmen", einschließlich ihrer Einschätzung von Trumps Friedensinitiative.
"Russland und China stehen für eine gleichberechtigte und für beide Seiten vorteilhafte Zusammenarbeit auf der Grundlage des Völkerrechts und der Charta der Vereinten Nationen", sagte Putins Berater.
Während des Telefonats wies Putin auch auf das Atomwaffenabkommen New START hin. Washington habe nicht auf seinen Vorschlag reagiert, den Vertrag um ein Jahr zu verlängern. Das Abkommen lief an diesem Donnerstag aus.
Putin betonte, dass "wir in dieser Situation auf der Grundlage einer gründlichen Analyse der Sicherheitslage ausgewogen und verantwortungsbewusst handeln werden". Zugleich erklärte er, Russland sei "weiterhin offen für die Suche nach Verhandlungsmöglichkeiten zur Gewährleistung der strategischen Stabilität".
Weitere Themen waren laut Uschakow Spannungen mit dem Iran sowie die Lage in Venezuela und Kuba. "Sie sprachen sich dafür aus, das zwischen unseren Ländern erreichte Niveau der Zusammenarbeit mit Caracas und Havanna zu bewahren", so Uschakow.
Putin bekräftigte zudem Russlands Unterstützung für Pekings Taiwan Politik. Er verwies auf das "Ein-China-Prinzip" und erklärte, der Kreml unterstütze Chinas Anspruch auf die selbstverwaltete Insel uneingeschränkt.
Das Gespräch zwischen Xi und Putin fand kurz vor einem ausführlichen Telefonat zwischen Xi und Trump statt.