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Paris setzt Flagge in der Arktis: Konsulat in Grönland eröffnet

Ansichten der Hauptstadt Nuuk, Grönland
Ansichten der Hauptstadt Nuuk, Grönland Copyright  (AP Photo/Evgeniy Maloletka)
Copyright (AP Photo/Evgeniy Maloletka)
Von Sophia Khatsenkova
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Das französische Konsulat in Nuuk ist am Freitag vor dem Hintergrund wachsender geopolitischer Spannungen um die arktische Insel eröffnet worden.

Frankreich hat am Freitag ein Generalkonsulat in der grönländischen Hauptstadt Nuuk eröffnet. Damit baut Paris seine diplomatische Präsenz in der Arktis aus und setzt ein Versprechen um, das Präsident Emmanuel Macron bei seinem Besuch auf der Insel im vergangenen Juni gegeben hatte.

Frankreich ist damit das erste EU-Mitgliedsland, das ein Generalkonsulat in Grönland einrichtet. Die Europäische Union selbst ist jedoch bereits vertreten: 2024 eröffnete die Europäische Kommission ein eigenes Büro auf der Insel.

Zum neuen Generalkonsul wurde Jean-Noël Poirier ernannt, ehemaliger französischer Botschafter in Vietnam. Er trat sein Amt mit seiner Ankunft in Nuuk an und vertritt Frankreich in dem halbautonomen Gebiet des Königreichs Dänemark mit rund 56.000 Einwohnern.

Bislang waren die in Grönland lebenden französischen Staatsangehörigen auf eine eingeschränkte konsularische Betreuung angewiesen. Diese wurde von der Honorarkonsulin Kristine Winberg im Auftrag der französischen Botschaft in Dänemark übernommen. Zu ihren Aufgaben zählten unter anderem die Ausstellung von Ausweisdokumenten, Unterstützung in Rechts- und Todesfällen sowie die Betreuung der kleinen französischen Gemeinde, wie der Sender BFM TV berichtete.

Eine diplomatischen Quelle sagte Euronews, dass derzeit lediglich acht französische Staatsbürger in Nuuk registriert sind. Insgesamt könnten jedoch rund 30 Franzosen in Grönland leben.

Trotz dieser geringen Zahl soll das neue Konsulat deutlich erweiterte Aufgaben übernehmen. Neben der konsularischen Betreuung französischer Staatsangehöriger will es bestehende Kooperationsprojekte mit Grönland in den Bereichen Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft vertiefen und zugleich die politischen Beziehungen zu den lokalen Behörden stärken, erklärte das französische Außenministerium am Freitag.

Aus Sicht von Paris geht es dabei auch darum, die Beziehungen zwischen Grönland, Frankreich und der EU in einer strategisch sensiblen Region zu festigen. Diese ist zuletzt zunehmend in den Fokus geopolitischer Spannungen geraten, nachdem US-Präsident Donald Trump wiederholt gefordert hatte, dass die Vereinigten Staaten die Kontrolle über das zu Dänemark gehörende Gebiet übernehmen sollten.

Die USA betrachten Grönland als zentral für ihr Raketenabwehrsystem sowie für den Schutz vor Bedrohungen durch Russland und China. Frankreich und Kanada, die beide eine Übernahme Grönlands durch die USA ablehnen, haben jeweils ein Konsulat in Nuuk eröffnet.

Die jüngsten Spannungen führten zudem zur Einrichtung eines Gesprächsrahmens zwischen dem US-Präsidenten und dem NATO-Generalsekretär zur Zukunft der Insel. Darüber hinaus wurde eine Arbeitsgruppe mit Vertretern der USA, Dänemarks und Grönlands eingesetzt, deren Inhalte bislang nicht öffentlich bekannt sind.

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