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Wergen "irrationalem" Verhalten: Estland schließt nachts Grenzübergänge zu Russland

Grenzübergang Luhamaa, südöstlicher Teil von Estland
Grenzübergang Luhamaa, südöstlicher Teil von Estland Copyright  Jürgen Randma
Copyright Jürgen Randma
Von Aleksandra Galka Reczko
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Estland schließt Grenze zu Russland - wegen "irrationalem" Verhalten.

Estland schränkt den Betrieb zweier Grenzübergänge zu Russland in den Nachtstunden ein. Hintergrund sind nach Angaben der Regierung wiederholte Zwischenfälle auf russischer Seite der Grenze. Durch die nächtliche Schließung sollen Personal und Ressourcen gezielter zur Sicherung anderer Grenzabschnitte eingesetzt werden. Die betroffenen Übergänge liegen im Südosten des Landes.

Estlands Ministerpräsident Kristen Michal betonte, dass die anhaltenden Provokationen Russlands nicht ignoriert werden können.

"Russlands Verhalten an der Grenze kann manchmal irrational sein, weshalb wir Ressourcen freisetzen müssen, um die Grenze wirksamer zu schützen", erklärte der Ministerpräsident in einer auf der Website der Regierung veröffentlichten Erklärung.

Er fügte hinzu: "Für drei Monate, beginnend am 24. Februar, werden wir die Öffnungszeiten der Grenzübergänge reduzieren und sie nachts schließen, damit wir die Grenze an anderer Stelle besser im Auge behalten können. Die volle Zollkontrolle in Richtung Russland wird beibehalten. Weitere Entscheidungen werden wir in Abhängigkeit von den Sicherheitsbedürfnissen und der Situation an der Grenze treffen."

Entscheidung gilt zunächst für drei Monate

Estlands Innenminister Igor Taro erklärte, dass das Verhalten des russischen Grenzschutzes den weiteren Einsatz großer Polizei- und Grenzschutzkräfte erfordere.

"Indem wir die Nachtstunden an den Grenzübergängen reduzieren, können wir unsere Beamten dort besser einsetzen, wo sie am meisten gebraucht werden", erklärte der Minister.

Er betonte, dass die Entscheidung zunächst für drei Monate gelte, danach werde man die Situation neu bewerten und weitere Schritte unternehmen.

Taro wies auch darauf hin, dass die Einschränkung des Betriebs der Grenzübergänge an der estnisch-russischen Grenze angesichts des drastischen Rückgangs des Verkehrs ein logischer Schritt sei. Während damals mehr als fünf Millionen Menschen die estnisch-russische Grenze passierten, rechnet die Regierung für 2025 mit rund 1,08 Millionen Übertritten.

Estland ist der kürzeste Landweg in den Osten

Trotzdem bleibt Estland seit der vollständigen Schließung der finnisch-russischen Grenze Ende 2023 für viele Reisende und Spediteure aus Europa der kürzeste Landweg in Richtung Osten. Trotzdem ist der Grenzverkehr deutlich geringer als noch vor Jahren.

Nach Angaben der Regierung wurde 2025 der Grenzübergang Narva am stärksten frequentiert (626.470 Übergänge), gefolgt von Luhamaa (239.542) und Koidula (213.910). Am Grenzübergang Luhamaa überquerten insgesamt 239.542 Personen die Grenze, davon waren 41 % EU-Bürger (darunter 9 % Esten und 18,5 % Letten) und 59 % Drittstaatsangehörige (darunter 31 % Russen). Im Gegensatz dazu passierten 213.910 Personen Koidula, von denen 59 % EU-Bürger (darunter 46 % Esten) und 41 % Drittstaatsangehörige (darunter 28 % Russen) waren.

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