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Angriffe zum Neujahrsfest: Sorge vor Ausweitung des Krieges in Nahost

Ein Mann schaut aus dem Fenster eines Wohnhauses, das von einer iranischen Rakete getroffen wurde, in Ramat Gan, Israel, Mittwoch, 18. März 2026. (AP Photo/Oded Balilty)
Ein Mann schaut aus dem Fenster eines Wohnhauses, das von einer iranischen Rakete getroffen wurde, in Ramat Gan, Israel, Mittwoch, 18. März 2026. (AP Photo/Oded Balilty) Copyright  AP Photo
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Von Jeremiah Fisayo-Bambi mit AP
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Der Krieg zwischen Israel und Iran spitzt sich weiter zu und erfasst zunehmend auch die Energieinfrastruktur der Region. Angriffe auf Raffinerien, ein attackiertes Gasfeld und Explosionen in Dubai verschärfen die Sorge, dass der Konflikt weit über die beiden Länder hinaus eskalieren könnte.

Israel und der Iran haben am frühen Freitag inmitten eines Krieges, der Schockwellen durch die Weltwirtschaft schickt und Irans arabische Nachbarn direkt in den Konflikt hineinzuziehen droht, erneut Luftangriffe geflogen.

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Aktivisten berichteten, Angriffe in der Nähe der iranischen Hauptstadt Teheran gehört zu haben. In Ostjerusalem waren Sirenen und Explosionen zu hören, während Familien nach Berichten lokaler Medien die erste Nacht des Zuckerfestes feierten.

Auch in weiten Teilen Nordisraels, von Haifa über Galiläa bis an die Grenze zum Libanon, heulten die Sirenen. Millionen Menschen suchten Schutz.

Iranische Staatsmedien berichteten, dass kurz hintereinander vier Raketensalven auf Israel abgefeuert worden seien. Das israelische Militär sprach bereits am Donnerstag von einem intensiven Tag mit einem Dutzend Raketenstarts.

Angriffe auf Energieanlagen weiten den Konflikt aus

Die Angriffe folgten auf Israels Zusage, von weiteren Attacken auf ein wichtiges iranisches Gasfeld abzusehen. Zugleich verstärkte der Iran seine Angriffe auf Öl- und Erdgasanlagen am Golf.

Als Reaktion darauf setzte der Iran zwei kuwaitische Ölraffinerien in Brand, griff eine Anlage für Flüssigerdgas in Katar an und beschädigte eine israelische Ölraffinerie leicht. Saudi-Arabien, das große Mengen Öl in Richtung Rotes Meer pumpt, um die Straße von Hormus zu umgehen, erklärte, seine SAMREF-Raffinerie in der Hafenstadt Yanbu am Roten Meer sei getroffen worden. SAMREF ist ein Gemeinschaftsunternehmen im Raffineriesektor.

Am frühen Freitag erschütterten schwere Explosionen Dubai, als die Luftabwehr den Beschuss über der Stadt abfing. Dort feierten die Menschen Eid al-Fitr, das Ende des heiligen muslimischen Fastenmonats Ramadan, während in den Moscheen der erste Gebetsruf des Tages erklang.

Im Iran feierten Millionen Menschen Nowruz, das persische Neujahrsfest. Es fällt mit der Frühlings-Tagundnachtgleiche zusammen und geht auf eine jahrtausendealte zoroastrische Tradition zurück. Angesichts des Krieges blieben viele Iraner jedoch zu Hause und verzichteten in diesem Jahr auf die üblichen Reisen und Zusammenkünfte.

Trump und Netanjahu offenbar nicht in allen Punkten einig

Unterdessen erklärte der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am späten Donnerstag, Israel werde auf Wunsch von US-Präsident Donald Trump von weiteren Angriffen auf das iranische Offshore-Gasfeld South Pars absehen.

Nach dem Angriff mussten sich Trump und Netanjahu der Frage stellen, ob sie bei der Führung dieses Krieges, der als eng koordinierter gemeinsamer Angriff auf den Iran begonnen hatte, tatsächlich vollständig auf einer Linie liegen.

Bei einem Treffen im Oval Office mit der japanischen Ministerpräsidentin Sanae Takaichi sagte Trump am Donnerstag vor Reportern, dass er Israels Angriff auf das größte Gasfeld der Welt, eine Lebensader für den Iran, weder unterstütze noch billige.

"Ich habe ihm gesagt: 'Tun Sie das nicht'", sagte Trump über Netanjahus Entscheidung zum Angriff. "Wir kommen gut miteinander aus. Es ist koordiniert, aber gelegentlich wird er etwas tun. Und wenn es mir nicht gefällt - und deshalb machen wir das nicht mehr."

Zuvor hatte Trump in einem scharf formulierten Beitrag in den sozialen Medien erklärt, nichts von dem Angriff gewusst zu haben.

In einer Fernsehansprache am Donnerstag sagte Netanjahu, Israel habe "allein gehandelt" und er habe Trumps Bitte zugestimmt, von weiteren Angriffen auf das große iranische Gasfeld abzusehen.

Der Premierminister bemühte sich zugleich, jeden Eindruck einer Distanz zu Trump herunterzuspielen. Er sagte, der Iran sei nicht mehr in der Lage, Uran anzureichern oder ballistische Raketen herzustellen.

Weltmärkte reagieren nervös auf den Krieg

Seit die USA und Israel am 28. Februar den Krieg begonnen haben, wurden führende iranische Politiker getötet, darunter auch der verehrte Oberste Führer des Landes, Ayatollah Ali Khamenei, der bei der ersten Angriffswelle ums Leben kam.

Dennoch ist der Iran, der nun vom Sohn des Obersten Führers geführt wird, weiterhin zu Raketen- und Drohnenangriffen fähig. Trotz seiner stark geschwächten militärischen Fähigkeiten hat das Land bislang keine Anzeichen eines Rückzugs gezeigt.

Sein Würgegriff über die Straße von Hormus, eine strategisch wichtige Wasserstraße, durch die ein Fünftel des weltweiten Erdöls transportiert wird, setzt die globale Treibstoffversorgung massiv unter Druck.

Am Donnerstag stieg der Preis für Rohöl der Sorte Brent, dem internationalen Referenzwert, kurzzeitig auf mehr als 119 Dollar pro Barrel, umgerechnet rund 102,97 Euro. Das entspricht einem Anstieg von mehr als 60 Prozent seit Beginn des Krieges. Auch der europäische Referenzpreis für Erdgas legte deutlich zu und hat sich im vergangenen Monat in etwa verdoppelt.

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