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Großauftrag für Rheinmetall: Deutsche Drohnen für Bundeswehr-Brigade in Litauen

Auch das Rüstungsunternehmen Rheinmetall soll Kamikaze-Drohnen für die Bundeswehr liefern.
Auch das Rüstungsunternehmen Rheinmetall soll Kamikaze-Drohnen für die Bundeswehr liefern. Copyright  MARTIN MEISSNER/AP2005
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Von Franziska Müller
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Nun soll auch ein dritter Rüstungskonzern Drohnen für die Bundeswehr herstellen. Der Bundestag hat einen entsprechenden Auftrag genehmigt. Vier weitere Beschaffungsaufträge über jeweils 25 Millionen Euro wurden vergeben.

Der Rüstungskonzern Rheinmetall hat einen Großauftrag erhalten, für die Bundeswehr Kampfdrohnen herzustellen. Das bewilligte der Haushaltsausschuss des Bundestages am Mittwoch.

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Geplant sind neue Kampfdrohnen insbesondere für den Einsatz im Rahmen der sogenannten Litauen-Brigade. Die Einheit besteht aus rund 5.000 Soldaten, die bis Ende 2027 an litauischen Stützpunkten die Verteidigung und Sicherheit der NATO-Ostflanke garantieren soll. Die Kampfdrohnen sollen bei der Abschreckung gegenüber Russland helfen.

Der Rahmenvertrag sieht ein mögliches Gesamtvolumen von bis zu 2,4 Milliarden Euro vor, wie die Frankfurter Rundschau berichtet. Das Vorhaben ist demzufolge zunächst mit 298 Millionen Euro bewilligt.

Bundeswehr vergibt Großauftrag für Kampfdrohnen an Rheinmetall

Die Flugobjekte werden auch "Kamikaze-Drohnen" genannt. Denn sie kreisen so lange in der Luft, bis ein Befehl erfolgt, das Ziel zu bekämpfen. Dann werden beispielsweise Sprengladungen abgeworfen oder das Ziel anvisiert. Diese Art von Drohne ist Teil der Loitering Munition Systems, auf Deutsch "abwartende Munition".

Die Drohnen sind mit Sensoren ausgestützt und werten mithilfe von Künstlicher Intelligenz Daten aus, um selbstständig Ziele am Boden zu erkennen und dem Drohnenpilot anzuzeigen. Die Freigabe zur Bekämpfung erfolgt letztlich durch einen Soldaten. Nach Angaben des Bundesverteidigungsministeriums ist diese Art von Drohnen gefragt, da sie aufgrund der räumlichen Distanz das Risiko für Soldaten minimiert.

Laut Bundesverteidigungsministerium ist die Drohnenbestellung ein weiterer Schritt, um die Litauen-Brigade "planmäßig im Jahr 2027 mit einem breit aufgestellten Aufklärungs- und Wirkverbund" auszustatten.

Drei deutsche Drohnenhersteller

Im Februar hatte der Bundestag bereits die Anschaffung von Drohnen von zwei weiteren Herstellern, den deutschen Start-ups Helsing und Stark Defence, genehmigt. Der Kauf von Systemen mit unterschiedlichen Fähigkeiten erweitere "den Handlungsspielraum" der Bundeswehr und erhöhe die "Flexibilität und Durchsetzungsfähigkeit".

Dem Verteidigungsministerium zufolge ist die Ausweitung auf einen dritten Anbieter eine Maßnahme, "um Zeit zu sparen und die neue, wichtige Fähigkeit schnell in die Truppe einzuführen". Außerdem ist der Parallelauftrag an drei Hersteller ein Schritt zur Vorsorge.

Alle drei Produzenten werden nach Ministeriumsangaben gleich behandelt. Demnach teilen sich die Verträge in einen festbeauftragten Anteil und optionale Abrufleistungen auf. Das bedeutet, dass eine feste Anzahl an Kampfdrohnen bestellt wurde, die anschließend einen Qualifikationsprozess durchlaufen müssen. Erfüllen sie den Bedarf der Streitkräfte, können über den Rahmenvertrag weitere Drohnen bestellt werden.

Es ist eines von insgesamt fünf Beschaffungsgroßprojekten, die der Haushaltsausschuss am Mittwoch bewilligt hat.

Aufrüstung und Abschreckung: Fünf Beschaffungsgroßprojekte

Vier weitere Vorhaben wurden ebenso vom Haushaltsausschuss gebilligt, dabei geht es um 25-Millionen-Euro-Vorlagen.

Zum Einen soll das Ausrüstungssystem "Infanterist der Zukunft" weiter ausgebaut werden. Das System setzen nach Informationen der Bundeswehr die Jägertruppe und die Panzergrenadiertruppe ein. Es besteht demnach aus drei Elementen, wie Hauptfeldwebel Sebastian K, Ausbilder an der Infanterieschule der Bundeswehr in Hammelburg, im Bundeswehr-eigenen Videoformat "Nachgefragt" erklärt.

"Das ist zum einen der Teilbereich Bekleidung, Schutz und Trageausstattung. Dann haben wir den Teilbereich Waffen, Optiken und Optroniken und als letzten Teilbereich haben wir die Führungsausstattung", zählt der Ausbilder auf.

Ein weiteres Projekt ist die Seenotrettungsdrohne LARUS. Von diesem unbemannten Luftfahrzeugsystem sollen weitere Einheiten beschafft werden. Sie sollen im Ernstfall Seenotrettern auf Nord- und Ostsee bei der Arbeit helfen und dienen zur Aufklärung im optischen, optronischen und elektromagnetischen Spektrum.

Zwei weitere Vorhaben betreffen die Fregatten Klasse F124, im Militärjargon auch "Sachsen-Klasse" genannt. Dabei handelt es sich um Schiffe zur Luftverteidigung. Dort sollen Anpassungen vorgenommen werden und neue Systeme eingebaut werden.

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