Newsletter Newsletters Events Veranstaltungen Podcasts Videos Africanews
Loader
Finden Sie uns
Werbung

Schiff läuft in Straße von Hormus auf Grund: Iran pocht auf Kontrollrecht

Straße von Hormus, 2. Mai 2026
Straße von Hormus, zweiter Mai 2026 Copyright  AP Photo
Copyright AP Photo
Von Euronews Persian
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen
Teilen Close Button

Die Revolutionsgarden erklärten, das Schiff sei vom genehmigten Korridor abgewichen und deshalb auf Grund gelaufen. Die Kontrolle über die Straße von Hormus und Israels Einsatz gegen die Hisbollah im Libanon bleiben die größten Hürden für ein Abkommen zwischen dem Iran und den USA.

Ein ausländisches Containerschiff ist am Mittwoch in den seichten Gewässern auf omanischer Seite der Straße von Hormus auf Grund gelaufen. Nach Angaben des iranischen Staatsfernsehens und mehrerer offizieller Stellen in Teheran beharrt Iran zugleich darauf, die Kontrolle über die strategisch wichtige Wasserstraße zu behalten.

WERBUNG
WERBUNG

Die Revolutionsgarden (IRGC) erklärten, das Unglück stehe im Zusammenhang mit einer Abweichnung des Schiffs von der genehmigten Route. Behördenvertreter in Teheran erklärten, man habe „Schiffskapitäne, Reeder und Verantwortliche von Reedereien weltweit wiederholt gewarnt, dass jede Ein- oder Ausfahrt über andere Wege als die ‚Route der Autorität‘ im Persischen Golf zu irreparablen Vorfällen führen könne“.

Unter welcher Flagge fährt das Containerschiff?

Das iranische Staatsfernsehen erklärte, das Schiff sei „wegen flacher Gewässer entlang der gewählten Route“ auf Grund gelaufen. Details zu Identität oder Flagge des Schiffes nannte der Sender nicht.

Nach Einschätzung von Fachleuten nutzte das Schiff den sogenannten Oman-Korridor. Oman hatte diese Route vergangene Woche in Abstimmung mit der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO) als Alternative zu Irans offizieller Passage südlich der Insel Larak eingerichtet.

Die Revolutionsgarden kündigten an, nur noch für die sichere Fahrt von Schiffen zu garantieren, die ihre Passage durch den iranischen Korridor mit ihnen abstimmen. Die Marine der Revolutionsgarden werde „für ihre Sicherheit vom Zeitpunkt des Einlaufens bis zum Verlassen des Persischen Golfs verantwortlich sein“.

Der Vorfall ist der jüngste Brennpunkt in einem Streit über die Kontrolle der Schifffahrt durch die Meerenge.

Teheran widerspricht Völkerrecht

Nach Auffassung Irans besitzt das Land die volle Hoheitsgewalt über die Wasserstraße. Teheran beansprucht das Recht, die zulässigen Routen festzulegen und später auch Transitgebühren zu erheben. Diese Position widerspricht jedoch dem seit Langem etablierten Völkerrecht und der Haltung der USA, der Golfstaaten und der meisten Staaten weltweit. Sie betrachten die Straße von Hormus als internationale Wasserstraße, für die die Bestimmungen zur Transitdurchfahrt des UN-Seerechtsübereinkommens (UNCLOS) gelten. Iran hat das Abkommen zwar unterzeichnet, aber nie ratifiziert.

Der Zwischenfall fiel zeitlich mit der Ankunft des US-Sondergesandten Steve Witkoff und des ranghohen White-House-Beraters Jared Kushner in Katar zusammen. Beide reisten zu Gesprächen über ein dauerhaftes Ende des Kriegs mit Iran an. Irans Chefunterhändler Kazem Gharibabadi reiste ebenfalls mit einem Team nach Doha.

Technische Gespräche zwischen Diplomatinnen und Diplomaten begannen nach Angaben zweier regionaler Beamter am Mittwoch in Katar. Sie äußerten sich anonym, da die Beratungen hinter verschlossenen Türen stattfinden.

Die Unterhändlerinnen und Unterhändler wollen nun Details klären, um den Weg für eine Einigung auf höchster Ebene zu ebnen. Streitpunkte bleiben jedoch die Zukunft der Straße von Hormus und der israelische Militäreinsatz gegen die Hisbollah im Libanon.

Straße von Hormus bleibt Schlüsselstreitpunkt

Die Straße von Hormus bleibt der zentrale Streitpunkt in den Gesprächen zwischen den USA und Iran. Nach einem am 17. Juni unterzeichneten vorläufigen Memorandum of Understanding dürfen Schiffe die Meerenge für 60 Tage gebührenfrei passieren.

Teheran beharrt darauf, die Routen der Schiffe kontrollieren zu müssen, und will nach Ablauf dieser Frist Transitgebühren erheben. Washington und die arabischen Golfstaaten lehnen das strikt ab.

Das US-Finanzministerium belegte im Mai die iranische Behörde „Persian Gulf Strait Authority“ mit Sanktionen. Washington bezeichnet sie als illegales Konstrukt, um die Handelsschifffahrt zu erpressen.

Ein ranghoher US-Regierungsvertreter sagte der Nachrichtenagentur AP, der Streit um Hormus und die Lage im Libanon seien weiterhin die zwei größten Hindernisse für eine endgültige Vereinbarung.

Auf Annäherung folgt Drohung

Ein Versuch Omans und der IMO in der vergangenen Woche, einen alternativen Schifffahrtskorridor nahe der omanischen Küste formell festzulegen, löste eine neue Welle von Drohungen der Revolutionsgarden und einen breiteren militärischen Schlagabtausch in der Region aus. Die Lage rund um die Meerenge bleibt damit trotz laufender diplomatischer Bemühungen angespannt.

Nach den Angriffen am Wochenende ging der Schiffsverkehr in der Meerenge zurück. Zugleich melden immer mehr Staaten, dass ihre Schiffe die strategisch wichtige Wasserstraße verlassen haben.

Das Außenministerium Thailands teilte am Dienstag mit, dass zehn von elf unter thailändischer Flagge fahrenden oder von thailändischen Unternehmen gecharterten Schiffen die Straße von Hormus sicher passiert hätten. Aus Südkorea hieß es, alle bis auf zwei der dort festliegenden 26 Schiffe seien inzwischen wohlbehalten ausgelaufen.

Weitere Quellen • AP

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen

Zum selben Thema

Iran droht mit Abbruch der Gespräche wegen massiver US-Luftaktivität bei Hormus

Angriffe auf Öltanker: Briten erhöhen Bedrohungsstufe in Hormus-Passage

Eskalation an der Hormus-Passage: USA starten neue Angriffe auf Iran