Auf der Ferieninsel Teneriffa hat die Guardia Civil ein Netzwerk zerschlagen, das tonnenweise Lachgas nach Europa importiert und verkauft hat.
Die Ermittlungen mit dem Namen "Operation Zentrum“ hatten begonnen, nachdem die Guardia Civil im Süden der Ferieninsel Teneriffa einen vermehrten Konsum von Lachgas (N2O) festgestellt hatte.
Dann kamen die Beamten einem Netzwerk auf die Spur, deren Führung aus mehreren Angehörigen einer Familie bestand. Die Struktur des Netzwerks war in zwei Bereiche aufgeteilt: eine Gruppe kümmerte sich um die Logistik und die Annahme der aus dem Ausland eintreffenden Ware, die andere um die Verteilung auf der Insel. Die Regierung der Balearen hatte ein strengeres Vorgehen gegen Lachgas beschlossen.
Der Verkauf der geruchs- und geschmacklosen Partydroge an Jugendliche steht in Deutschland seit April unter Strafe. In Großbritannien, Dänemark und in den Niederlanden gilt Lachgas schon länger als Betäubungsmittel und ist - von der medizinischen Anwendung oder bei Sprühsahne abgesehen - verboten.
Jetzt fanden Razzien in Arona, Adeje und Granadilla de Abona statt. Die Guardia Civil nahm sechs Personen fest und leitete gegen weitere sechs Ermittlungen ein. Allen werden Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation, Drogenhandel, Handel mit gesundheitsgefährdenden Substanzen sowie Geldwäsche zur Last gelegt.
Fast 13 Tonnen Lachgas und weitere Drogen sichergestellt
Bei den Durchsuchungen stellten die Einsatzkräfte 10.394 Behälter mit Lachgas sicher. Ihr Gesamtgewicht lag bei fast 13.000 Kilogramm. Außerdem fanden sie 63.500 Euro und 1.000 Pfund Sterling in bar sowie weitere Drogen: 213 Gramm Kokain, 599 Gramm Haschisch, 1,4 Kilogramm Marihuana und 46 Gramm "Tusi", eine Mischung verschiedener psychoaktiver Substanzen. Hinzu kamen Tabletten, Pilze, Kapseln und Cannabinoide.
Die fast 13 Tonnen Lachgas sind die zweitgrößte Menge dieser Substanz je in Europa beschlagnahmt wurden.
Die Ermittler fanden bei den Durchsuchungen zudem fünf Schreckschusswaffen und acht Hieb- und Stichwaffen, darunter mehrere Äxte. Außerdem stellten sie elektronische Geräte und Unterlagen sicher, die mit dem Fall in Verbindung stehen.
Den bisherigen Ermittlungsakten zufolge war die aufgedeckte Organisation hierarchisch in verschiedenen Aufgabengebieten strukturiert: für den Import des Gases nach Teneriffa, für dessen Lagerung in verschiedenen Gebäuden auf der Insel und für den anschließenden Verkauf über ein lokales Netzwerk waren verschiedene Gruppen zuständig.
Die Ermittlungen führt der Bereich Ermittlungen des Hauptkommissariats Playa de las Américas in Teneriffa. Die Arbeit steht unter der Aufsicht des Gerichts erster Instanz in Arona und erfolgt auf Antrag der dortigen Antidrogen-Staatsanwaltschaft. Quellen aus dem Ermittlerkreis schließen weitere Festnahmen in den kommenden Tagen nicht aus.