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Europa: steigende Mieten - Eigenheim wird für viele immer unrealistischer

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Wird langfristiges Mieten zur neuen Norm in Europa?
Europa: Wird langfristiges Mieten zur neuen Norm? Copyright  Euronews
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Von Frances Lopez & Video by Loredana Dumitru
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Immer mehr Menschen können sich in Europa kein Eigenheim mehr leisten. Eine Studie zu 39 OECD-Staaten zeigt: Die Preise steigen immer weiter.

In Europa wird der Weg ins Eigenheim immer schwieriger. Für viele Haushalte ist Mieten keine Übergangsphase mehr, sondern eine dauerhafte Lebensrealität. Das zeigt eine neue Studie.

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Der Forever Renter Global Index wertete Wohnungsmarktdaten aus 39 OECD-Staaten aus und zeigt, in welchen Ländern langfristiges Mieten besonders verbreitet ist.

Europäische Länder stellen 28 der 39 Staaten und damit 71,8 % des Datensatzes.

Damit rückt der europäische Wohnungsmarkt besonders in den Fokus. Der Index erfasst zentrale Kennzahlen wie den Anteil der Mieter, die Wohneigentumsquote, Mietkosten und Wohnraumdichte. Er zeigt auch, wie stark Immobilienpreise seit 2015 im Vergleich zu den Löhnen gestiegen sind.

Die Lage in Europa

Westeuropäische und nordeuropäische Länder liegen im Index vorn und verzeichnen einige der höchsten Mieteranteile.

Die Schweiz meldet mit 61,2 % weltweit den höchsten Mieteranteil. Direkt dahinter liegt Deutschland, wo 55,4 % der Bevölkerung zur Miete wohnen.

Dänemark belegt mit 67,2 von 100 Punkten den Spitzenplatz im Gesamtindex. Das Land weist ein relativ ausgeglichenes Verhältnis auf: 47,5 % der Haushalte mieten, 52,2 % leben im Eigentum. In Luxemburg machen Mieter dagegen nur 36,0 % der Haushalte aus, Eigentümer kommen auf 62,3 %.

Auch andere nordische und westeuropäische Staaten stehen unter zunehmendem finanziellen Druck. Finnland und Schweden melden Mieteranteile von 38,1 % beziehungsweise 38,9 %. Beide Länder kämpfen zugleich mit hohen Mietbelastungen und strukturellem Platzmangel.

In Südeuropa hält Portugal mit 72,1 % eine hohe Eigentumsquote, Mietwohnungen sind knapp. Zugleich entkoppeln sich die Löhne massiv von den Immobilienpreisen: Seit 2015 sind die Preise 48,8 % schneller gestiegen als die Einkommen. Der Preis-Einkommens-Index liegt dort bei 148,8.

In Mittel- und Osteuropa melden die Slowakei und Rumänien extrem hohe Eigentumsquoten von über 92 %. Die Slowakei kommt auf 93,5 %, Rumänien auf 92,8 %. Mieten spielt jeweils mit weniger als 5 % nur eine Nebenrolle.

Regionale Daten deuten jedoch darauf hin, dass breiter Immobilienbesitz häufig wirtschaftliche Spannungen überdeckt. Bewegliche Mietmärkte weichen starren Wohnverhältnissen über mehrere Generationen hinweg.

Quelle: SD Worx

Die versteckten Kosten des Eigentums

Hohe Eigentumsquoten bedeuten nicht automatisch bessere Wohnbedingungen. Zentral- und osteuropäische Länder mit Eigentumsquoten von über 90 % wie die Slowakei mit 93,5 % und Rumänien mit 92,8 % verzeichnen oft starken Platzmangel.

In Staaten wie Lettland und Bulgarien lebt 30 % oder mehr der Bevölkerung in überfüllten Wohnungen. Mehrere Generationen müssen dort unter einem Dach zusammenwohnen.

In Ländern mit hohem Mieteranteil in West- und Nordeuropa stehen den Haushalten dagegen meist größere Wohnflächen zur Verfügung. Dort bietet Mieten vielen Menschen ein komfortableres Zuhause, als sie es sich im Eigentum leisten könnten.

Der globale Kontext

In englischsprachigen Ländern wie den USA, Kanada, Australien und Neuseeland liegt der Anteil der Mieter bei 30 bis 40 %. Hohe Wohnkosten, schwankende Hypothekenzinsen und große Eigenkapitalanforderungen verschieben den Erwerb von Wohneigentum für jüngere Generationen weit nach hinten.

Weiter südlich, etwa in Kolumbien, beträgt der Mieteranteil fast 41 %. Die schnelle Verdichtung der Städte stärkt dort die Mietkultur.

In anderen Teilen Amerikas setzen Länder wie Chile und Costa Rica hingegen stark auf Eigentum. Das spiegelt kulturelle Präferenzen, wie sie auch in Südeuropa und Osteuropa zu beobachten sind, wo durch Familien Unterstützung beim Immobilienkauf oft der wichtigste Weg zum Vermögensaufbau bleibt.

In Chile verdeckt eine hohe Gesamtquote an Eigentum jedoch deutliche Unterschiede bei der Leistbarkeit. Ältere Generationen profitieren von früheren staatlichen Förderprogrammen für Wohneigentum. Jüngere Beschäftigte in den Städten stehen vor hohen Hürden und bleiben langfristig im Mietmarkt, weil ein eigenständiger Immobilienkauf für sie inzwischen unerreichbar geworden ist.

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