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Macron und von der Leyen drängen auf stärkere Raumfahrt in Europa wegen Sicherheit

Archiv: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und französischer ESA-Astronaut Thomas Pesquet beim Internationalen Weltraumgipfel im Grand Palais in Paris, 10. September.
Archivbild: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und ESA-Astronaut Thomas Pesquet beim Internationalen Weltraumgipfel im Grand Palais in Paris am zehnten September. Copyright  AP Photo
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Von Estelle Nilsson-Julien
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Emmanuel Macron und Ursula von der Leyen bekräftigen bei einem großen, von Frankreich und Deutschland ausgerichteten Gipfel in Paris ihr Bekenntnis zur Raumfahrt.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen haben Europa am Donnerstag aufgerufen, seine Raumfahrtindustrie zu stärken, am zweiten Tag des internationalen Raumfahrtgipfels, den Frankreich und Deutschland gemeinsam im Grand Palais in Paris ausrichten.

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Auf dem Gipfel nannte Macron den europäischen Raumfahrtsektor „fragil“. Er betonte, Europa müsse seine Fähigkeiten ausbauen und forderte eine „gemeinsame Steuerung“ der Branche.

„Der Weltraum ist das einzige große globale Gemeingut, für das es noch keine Regeln gibt, die dem Risiko entsprechen“, sagte er. „Um diese Herausforderungen anzugehen, brauchen wir eine gemeinsame Steuerung.“

Macron erinnerte daran, dass im Laufe des Gipfels mehr als 51 Vereinbarungen unterzeichnet werden sollen und Investitionen von rund 20 Milliarden Euro geplant sind. Er skizzierte dabei mehrere Etappenziele für Europa.

„In zwei Jahren möchte ich sehen, wie die erste europäische Frachtkapsel Nyx an der Internationalen Raumstation andockt. In fünf Jahren soll der erste europäische Mondlander Argonaut auf der Oberfläche des Mondes landen.“

„Und in zehn Jahren soll die erste europäische bemannte Kapsel in Kourou starten – mit europäischen Astronautinnen und Astronauten und Crews aus anderen Ländern an Bord“, fügte er hinzu und verwies auf den europäischen Weltraumbahnhof in Französisch-Guayana.

Von der Leyen betonte zugleich, dass Europa mehr tun müsse. Sie hob die zentrale Rolle des Weltraums für die wissenschaftliche Erforschung hervor, aber auch für die Verteidigung – mit Blick auf Russlands Krieg gegen die Ukraine.

„Die Fähigkeit, den Weltraum zu erreichen und dort zu handeln, sichert nicht nur unseren Wohlstand. Sie bestimmt immer stärker unsere Sicherheit und Unabhängigkeit. Nirgendwo zeigt sich das klarer als in der Ukraine.“

„Satellitenkommunikation hält Soldatinnen und Soldaten in Verbindung, und Satellitenbilder zeigen Bewegungen in Hunderten von Kilometern Entfernung.“

Europas Raumfahrtoffensive: Kontinent will Abhängigkeit von den USA verringern

Der Ausbau der europäischen militärischen Raumfahrtkapazitäten ist eine direkte Folge von Russlands Krieg gegen die Ukraine. Zugleich will Europa sich von seiner langjährigen Abhängigkeit von den USA im Weltraum lösen.

„Die Sicherheit auf der Erde hängt immer stärker von unserer Sicherheit im All ab“, sagte von der Leyen und unterstrich die Bedeutung von IRIS², dem kommenden Flaggschiffprogramm der Europäischen Union für eine Satellitenkonstellation.

„Im vergangenen Monat haben wir beschlossen, das System zu beschleunigen und auf mehr als 350 Satelliten auszubauen.“

Von der Leyen hob außerdem hervor, dass die EU-Kommission, die Europäische Weltraumorganisation ESA und die nationalen Regierungen ihre Kräfte bündeln müssen. Zugleich verlangte sie Investitionen in großem Umfang.

Schon vor Beginn des Gipfels zogen sich nach Medienberichten mehrere US-Unternehmen von der Teilnahme zurück – offenbar wegen Drucks aus Washington, die „EU-Politikpositionen“ nicht unterstützen wollten.

Ein Sprecher des französischen Ministeriums für Hochschulbildung und Forschung, das die nationale Raumfahrtpolitik koordiniert, bestätigte der Nachrichtenagentur AFP, dass SpaceX, Blue Origin, Stoke Space und Starcloud ihre Teilnahme abgesagt haben. „Es ist schwer, das nicht mit den in der Presse kursierenden Berichten über politischen Druck in Verbindung zu bringen“, sagte er.

Europa hat historisch nur 0,07 % seines Bruttoinlandsprodukts in Raumfahrtprogramme gesteckt, die USA kommen auf 0,24 %. Doch 2025 markierte einen Wendepunkt: Die Europäische Weltraumorganisation ESA billigte im November einen Rekordhaushalt von 22,3 Milliarden Euro für ihren dreijährigen Finanzierungszyklus 2026 bis 2028, darunter 35 Milliarden Euro für sicherheits- und verteidigungsrelevante Raumfahrt.

Macron und Joseph Aschbacher, der Generaldirektor der ESA, der ebenfalls auf dem Gipfel sprach, schalteten sich in einem Live-Gespräch zu Astronautin Sophie Adenot. Sie befindet sich derzeit auf einer neunmonatigen Mission auf der Internationalen Raumstation ISS, der sogenannten εpsilon-Mission.

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