Seit Juli 2025 hat sich das Vermögen von Coinbase-Chef Brian Armstrong nach einem heftigen Einbruch der Kryptomärkte und einer Abstufung der Aktie halbiert.
Brian Armstrong, Mitgründer und Chef der größten US-Kryptobörse, ist aus dem Bloomberg Billionaires Index der 500 reichsten Menschen der Welt herausgefallen.
Sein Ausscheiden fällt in eine Phase, in der die Kryptomärkte deutlich unter Druck stehen. Der Bitcoin rutschte unter 70.000 Dollar (58.750 Euro) und damit auf den niedrigsten Stand seit Ende 2024.
Nach Angaben des Index wird Armstrongs Vermögen derzeit auf rund 7,5 Milliarden Dollar (6,9 Milliarden Euro) geschätzt. Im vergangenen Sommer hatte es noch bei 17,7 Milliarden Dollar (16,3 Milliarden Euro) gelegen.
Der Rückgang seines Privatvermögens spiegelt die hohe Volatilität des gesamten Kryptomarkts wider. Der Großteil seines Geldes steckt in einem Anteil von rund 14 Prozent an Coinbase.
Die Kurse von Kryptoanlagen schlagen direkt auf die Börsenentwicklung von Coinbase durch. Das Unternehmen verdient nach wie vor vor allem an Transaktionsgebühren. In Phasen, in denen der Handel stockt, gehen diese Erlöse meist zurück.
Die Coinbase-Aktie schloss am Dienstag deutlich im Minus. Damit setzte sich eine Talfahrt fort, in deren Verlauf das Papier seit seinem Höchststand im Juli 2025 fast 60 Prozent an Wert verloren hat.
Schon zu Wochenbeginn hatte sich die Stimmung gegenüber der Kryptobörse weiter eingetrübt, nachdem Analysten von JPMorgan Chase ihr Kursziel für die Aktie senkten.
Zur Begründung verwiesen sie in einer Mitteilung an Anleger auf eine „Schwäche bei den Kryptopreisen“ und ausbleibendes Wachstum im Stablecoin-Geschäft. Das Kursziel kürzten sie um 27 Prozent.
Nachwahl-Euphorie verpufft inmitten regulatorischer Konflikte
Die Euphorie an den Kryptomärkten nach der US-Wahl 2024 hat deutlich nachgelassen.
Zwar erreichte der Bitcoin im Oktober 2025 ein Rekordhoch von 126.000 Dollar (116.000 Euro). Viele Anleger hatten bis heute jedoch mit mehr regulatorischer Klarheit gerechnet. Stattdessen ist der Prozess ins Stocken geraten.
US-Präsident Trump unterzeichnete im Juli 2025 den Guiding and Establishing National Innovation for US Stablecoins Act (GENIUS Act) und schuf damit einen umfassenden Rechtsrahmen für Stablecoins.
Doch beim CLARITY Act herrscht nun Stillstand im Kongress.
Das Gesetz soll klare Regeln für Kryptoanlagen festschreiben, auch mit Blick auf die Zuständigkeiten der Börsenaufsicht SEC und der Terminmarktaufsicht CFTC.
Zwischen dem Coinbase-Chef und großen US-Banken schwelt ein offener Konflikt über Klauseln, die Nichtbanken verbieten würden, verzinste Stablecoin-Angebote zu machen.
Am Dienstag trafen sich alle Beteiligten im Weißen Haus, um einen Kompromiss zu suchen. Es war die zweite Runde zu dem Thema, seit Armstrong seinen Widerstand öffentlich gemacht hat.
Der Lobbykampf zwischen Vertretern der Kryptobranche und Wall-Street-Bankern ist weiterhin offen.
Traditionelle Kreditgeber verweisen auf die Gefahr einer „Flucht der Einlagen“. Der Coinbase-Chef hält die Beschränkungen dagegen für eine Form von „regulatory capture“, die den Wettbewerb ausbremsen solle.
Da diese Einnahmequellen nun infrage stehen, sinkt das Vertrauen des Marktes in börsenbasierte Geschäftsmodelle, die vor allem auf Nutzungsgebühren setzen.