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Produzenten schlagen Alarm: Warum sinken die Olivenölpreise in der EU?

ARCHIV: Ein Arbeiter erntet Oliven in Spata, einem Vorort östlich von Athen in Griechenland. 30. Okt. 2023.
ARCHIV: Ein Arbeiter erntet Oliven in Spata, einem Vorort östlich von Athen in Griechenland, am 30. Okt. 2023. Copyright  AP/Thanassis Stavrakis
Copyright AP/Thanassis Stavrakis
Von Servet Yanatma
Zuerst veröffentlicht am
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Fachleute berichten: Die Produktion zieht nach den heftigen Hitzewellen und der langen Dürre wieder allmählich deutlich an.

Die Verbraucherpreise für Olivenöl sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen – zwischen 2022 und 2024 um insgesamt 78 %. 2025 gingen sie EU-weit um 23 % zurück. Es war laut Eurostat der erste Rückgang nach vier Jahren in Folge mit Aufschlägen. In einigen Ländern, vor allem in den großen Erzeugern, fiel das Minus noch deutlicher aus.

Warum sinken die Olivenölpreise in Europa nach einer Phase kräftiger Anstiege? Und in welchen Ländern sind die Preise am stärksten gefallen?

Jahre steigender Preise

2021 stiegen die Preise um 4,1 %, 2022 um 14,5 %, 2023 um 34,4 % und 2024 um 32,2 %.

Beim Blick auf die Veränderung gegenüber dem Vorjahresmonat lag die Teuerung bei Olivenöl in der EU seit Anfang 2021 in mehreren Monaten bei mehr als 50 %.

Im März 2024 erreichte die Rate 52,4 %. Auch Ende 2023 lag sie in mehreren Monaten über 50 %.

„In den beiden vorangegangenen Kampagnen von 2022 bis 2024 ist wegen der extremen Dürre, die die gesamte Mittelmeerregion und besonders Spanien getroffen hat, viel weniger Olivenöl produziert worden. Zusammen mit den geringen Lagerbeständen blieb als Instrument zur Marktregulierung praktisch nur der Preisanstieg“, sagte Mariana Matos, Generalsekretärin von Casa do Azeite, dem portugiesischen Olivenölverband, gegenüber Euronews Business.

Produktion bricht ein

Zahlen des Internationalen Olivenrats (IOC) zeigen, wie stark die EU-Produktion in den vergangenen Kampagnen eingebrochen ist. In der Saison 2022/23 sank sie um 39 % auf 1,39 Millionen Tonnen, nach 2,27 Millionen Tonnen 2021/22.

In der Saison 2023/24 erholte sich die Menge auf 1,55 Millionen Tonnen, lag damit aber weiter klar unter dem Durchschnitt.

Vorläufige Zahlen deuten darauf hin, dass die Produktion in der Saison 2024/25 auf rund 2,11 Millionen Tonnen steigt. Für 2025/26 erwarten Fachleute Werte knapp darunter.

Der IOC betonte, dass die Hitzewelle im Sommer 2022 wichtige Olivenanbauländer in der Mittelmeerregion deutlich getroffen hat.

„In jedem Markt führen Schwankungen im Angebot zu entsprechendem Auf- oder Abwärtsdruck auf die Preise“, sagte ein IOC-Sprecher Euronews Business.

Spanien ist der mit Abstand größte Olivenölerzeuger der EU und kam in der vergangenen Saison auf mehr als 65 % der Gesamtproduktion.

Unter 35 europäischen Ländern verzeichnete Spanien 2025 mit 38,9 % den stärksten Rückgang der Verbraucherpreise für Olivenöl. Es folgen Griechenland mit minus 29,2 % und Portugal mit 24 %. Nur in diesen drei Ländern lagen die Preisrückgänge über dem EU-Durchschnitt.

Unter den vier größten Volkswirtschaften der EU war der Rückgang in Frankreich am geringsten; in Italien und Deutschland gaben die Preise deutlicher nach.

Den stärksten Preisanstieg meldete dagegen Albanien, gefolgt von Rumänien.

Die Türkei taucht in den Eurostat-Daten nicht auf. Nach Angaben des türkischen Statistikamts verteuerten sich andere Speiseöle, darunter Oliven- und Sonnenblumenöl, zwischen Dezember 2024 und Dezember 2025 um 31 %.

Schlechte Ernten und hohe Energiekosten

„In den beiden Jahren zuvor haben die Kombination aus aufeinanderfolgenden schlechten Ernten, Lieferengpässen und hohen Energiekosten die Verbraucherpreise auf historische Höchststände getrieben“, sagte Rafael Pico Acevedo, Direktor des spanischen Olivenöl-Exportverbands ASOLIVA, Euronews Business.

„Die deutliche Verbesserung der Produktion in der Saison 2024/25, vor allem in Südeuropa, hat das Angebot wieder normalisiert und den Druck verringert. Das führt nun zu kräftigen Preisrückgängen.“

Acevedo betonte, dass die Unterschiede zwischen den Ländern stark mit ihrer Rolle in der Wertschöpfungskette zusammenhängen. In großen Erzeugerländern wie Spanien, Griechenland und Portugal schlägt ein größeres Angebot schneller auf die Erzeugerpreise durch und kommt dann auch bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern an.

„In diesen Märkten wirkt sich eine gute Ernte direkter und sichtbarer aus. Deshalb fallen die Preise dort stärker“, erklärte er.

Nach Angaben von Mariana Matos drückt neben dem wieder gestiegenen Angebot auch eine schwächere Nachfrage die Preise. Die vorherigen Preissprünge hatten den Olivenölverbrauch deutlich einbrechen lassen.

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