Spotify hat seinen Gewinn im Schlussquartal 2025 im Jahresvergleich fast verdoppelt. Der Streamingdienst erzielte damit das zweite profitable Jahr in Folge und stärkt seinen Aufwärtstrend.
Die Spotify-Aktie sprang am Mittwoch zum Handelsauftakt um rund sechs Prozent nach oben. Nach der Vorlage der Geschäftszahlen am Dienstag gab sie einen Teil der Gewinne jedoch wieder ab.
Die populäre Musikplattform schloss das Jahr 2025 mit einem Nettogewinn von etwas mehr als zwei Komma zwei Milliarden Euro ab, ein Zuwachs von 94 Prozent. Das ist fast doppelt so viel wie im Jahr davor.
Das starke Ergebnis bestätigt die historische Trendwende, die das Unternehmen seit 2024 geschafft hat. Damals schrieb Spotify erstmals in einem Gesamtjahr schwarze Zahlen. Zuvor hatte der 2006 gegründete Konzern fast zwei Jahrzehnte lang Verluste gemacht.
Im vergangenen Jahr legte der Streamingdienst bei der Gesamtzahl der Nutzerinnen und Nutzer um elf Prozent zu, bei den zahlenden Abonnenten um zehn Prozent. Zugleich senkte Spotify die Kosten und erhöhte in mehreren Märkten die Preise. Die Marge stieg dadurch auf 33,1 Prozent – so hoch wie nie zuvor.
Ein großer Teil des Erfolgs entfiel auf das Jahresende. In dieser Phase erreichte das Unternehmen nach dem stärksten Quartalsplus seiner Geschichte insgesamt 751 Millionen monatlich aktive Nutzerinnen und Nutzer (MAUs).
Für das erste Quartal 2026 rechnet Spotify mit einer Fortsetzung dieses Trends. Der Bericht prognostiziert Erlöse von rund vier Komma fünf Milliarden Euro und 759 Millionen MAUs.
Der schwedische Verwaltungsratschef und Gründer Daniel Ek, der im vergangenen Monat den Posten des CEO abgegeben hat, sagte in der Telefonkonferenz zu den Zahlen, Spotify habe „eine Plattform für Audio aufgebaut, die zunehmend auch andere Wege abdecke, wie Kreative mit ihrem Publikum in Kontakt treten“.
Der neue CEO Alex Norström erklärte zudem: „Nach einem Jahr der Umsetzung wird 2026 das Jahr größerer Ambitionen.“
Musikbranche und Künstliche Intelligenz
Vom Wachstum 2025 profitierte nicht nur Spotify selbst, sondern die Musikbranche insgesamt.
Das Unternehmen zahlte im vergangenen Jahr mehr als elf Milliarden Euro an Musikschaffende aus. Laut Geschäftsbericht ist dies „die höchste jemals von einer Plattform an Musikschaffende geleistete Jahreszahlung“.
Außerdem erklärte der schwedische Konzern: „Wir haben Künstlerinnen und Künstlern geholfen, mit Eintrittskarten für Konzerte mehr als eine Milliarde Dollar umzusetzen und so Fans mit Live-Veranstaltungen zu verbinden.“
Für die kommenden Jahre setzt Spotify wie viele Tech-Konzerne stark auf die Integration von KI.
Das Unternehmen treibt den Start neuer Funktionen voran, etwa eines auf Texteingaben basierenden Playlist-Generators und eines persönlichen, KI-gesteuerten DJs. Millionen zahlende Abonnentinnen und Abonnenten haben diese Angebote bereits ausprobiert.
Gleichzeitig schafft Künstliche Intelligenz neue Probleme für Spotify, etwa massenhaft generierte KI-Musik. In der Telefonkonferenz sagte Co-CEO Gustav Söderström: „Das Thema ist nicht neu, hat aber stark an Umfang gewonnen.“
Söderström fügte hinzu, das Unternehmen arbeite eng mit der Musikindustrie zusammen, damit Künstlerinnen, Künstler und Plattenfirmen Hinweise ergänzen können, die die eingesetzten Produktionsmethoden klar kennzeichnen.