Die kolumbianische Sängerin zahlt die angekündigte Millionenspende nicht direkt, sondern über Global Citizen und den Veranstalter Live Nation, an denen sie beteiligt ist.
Shakira hat am Montag angekündigt, Kapital für den Wiederaufbau der Universidad Tecnológica del Chocó zu mobilisieren, die bei dem Erdbeben beschädigt wurde, das Kolumbien am 10. August erschütterte. Zudem sollen in einem der fünf am stärksten betroffenen Departamentos rund zehn nichtuniversitäre Bildungseinrichtungen erneuert werden.
Die Spende der aus Barranquilla stammenden Sängerin fließt nicht direkt. Die philanthropische Organisation Global Citizen stellt 500.000 Dollar (432.250 Euro) bereit, und der Konzertveranstalter Live Nation, Organisator ihrer jüngsten Tour „Las Mujeres Ya No Lloran“ und zugleich Geschäftspartner, steuert auf ihre Initiative weitere 500.000 Dollar bei.
Im Oktober 2025 rückte Shakira in den Beirat des Bildungsfonds auf, den die FIFA gemeinsam mit Global Citizen betreibt, zusammen mit Serena Williams, The Weeknd und dem umstrittenen FIFA-Präsidenten Gianni Infantino. Der Schritt erfolgte Monate bevor ihre Teilnahme als Künstlerin bei der Fußball-WM 2026 bekanntgegeben wurde. Nach eigenen Angaben hat die Sängerin sämtliche Tantiemen aus dem offiziellen WM-Song „Dai Dai“ diesem Fonds überwiesen.
Shakira arbeitet dafür mit dem kolumbianisch-US-amerikanischen Philanthropen Howard Graham Buffett zusammen, Sohn des Großinvestors Warren Buffett. Dieser zählt zu den reichsten Männern der Welt, unter anderem dank milliardenschwerer Beteiligungen an Unternehmen wie Apple, Coca-Cola oder American Express.
Der mittlere Sohn des Multimillionärs erhielt 2021 unter der Regierung von Iván Duque die kolumbianische Staatsbürgerschaft, nachdem er mehr als 160 Millionen Dollar in Projekte in der Region Catatumbo investiert hatte, darunter den Wiederaufbau von Straßen, die Umstellung illegaler Anbauflächen auf legale Kulturen und Minenräumung.
„Howard wird uns gemeinsam mit [der Stiftung] Pies Descalzos helfen, im Chocó zehn neue Schulen zu bauen. Deshalb war es so wichtig, ihn mitzubringen, deshalb war es so wichtig, heute zu kommen“, sagte Shakira vor Journalistinnen und Journalisten bei einem Besuch mit Buffett in Quibdó, der Hauptstadt des Chocó. Buffett, der Sohn, leitet Pies Descalzos seit zwei Jahrzehnten; die Stiftung hat bereits an der Errichtung mehrerer Bildungseinrichtungen in Kolumbien mitgewirkt.
Der Besuch findet eine Woche nach dem Erdbeben statt, dessen Epizentrum in San José del Palmar lag, das aber auch Departamentos wie Valle del Cauca oder Risaralda traf. Nach Angaben der Nationalen Einheit für das Katastrophenrisikomanagement (UNGRD) kamen bislang 287 Menschen ums Leben, 4.147 wurden verletzt und 194 gelten als vermisst.