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Italiens Kampf gegen die Kilos

Italiens Kampf gegen die Kilos
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Von Euronews
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Stefano De Santis hatte einen hohen Blutdruck und hohe Cholesterinwerte – das war vor sechs Monaten. Seitdem hat er mit Hilfe der Ernährungsbiologin

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Stefano De Santis hatte einen hohen Blutdruck und hohe Cholesterinwerte – das war vor sechs Monaten. Seitdem hat er mit Hilfe der Ernährungsbiologin Serena Capurso elf Kilo abgenommen. Er erzählt: “Vor kurzem fühlte ich mich nicht so gut. Ich beschloss eine Blutanalyse zu machen und das Ergebnis war katastrophal. Ein Freund empfahl mir Dr. Capurso. Ich war sehr besorgt, denn ich wußte nicht, ob ich in der Lage sein würde, mich an eine Diät zu halten.”

Übergewicht stellt ein großes Problem für die Gesundheitssysteme dar. Denn es führt zu Herzerkrankungen, Diabetes und anderen Krankheiten. Serena Capurso zufolge handelt es sich um ein Gesellschaftsproblem: “Wir haben das Gefühl, dass es zu teuer geworden ist, sich gesund ernähren. Hinzu kommt die allgegenwärtige Werbung, die uns dazu drängt Müll zu essen, also kalorienreiches Fast Food. Am Ende ist der Verbraucher verwirrt.”

We hear from a nutritionist and her client in this month's edition of Smart Care about the challenge of obesity pic.twitter.com/CH6uuWmllz

— Jeremy Wilks (@WilksJeremy) 3. Mai 2016

Die Zahl der Übergewichtigen hat sich in den vergangenen 30 Jahren vedoppelt. In Italien ist eines von drei Kindern übergewichtig. Die Politiker sind auf der Suche nach einer Antwort, aber wie können sie wissen, welche Lösung wirklich funktioniert? Euronews-Journalist Jeremy Wilks hat sich an der Universität von Rom mit einem Professor getroffen, der ihnen helfen kann, die richtige Entscheidung zu treffen.

Der Wirtschaftswissenschaftler Vincenzo Atella hat in Zusammenarbeit mit der OECD und der Universität von Südkalifornien ein Simulations-Modell entwickelt. Es zeigt, welche Maßnahmen gegen Übergewicht, am besten funktionieren und am wenigsten kosten.
“Wir haben mehrere Simulationen durchgeführt. Sie haben uns gezeigt wieviel wir sparen würden, wenn wir es schaffen, dass die 50-Jährigen im Vergleich mit dem aktuellen Übergewicht in der Bevölkerung, gesünder sind. Das Ziel dieses Modells ist es nicht, die Zukunft vorherzusagen. Aber wir können so den Politikern, wenn sie die Wahl zwischen zwei Möglkichkeiten haben, sagen, was die Ergebnisse sind, wenn sie sich für A oder B entscheiden,” so Vincenzo Atella.

Werberegelungen, Lebensmitteletikettierung oder Bildung – Investitionen in diesen Bereichen zahlen sich oft erst nach vielen Jahren aus.
Wie überzeugt man also die Politiker zu handeln? Wir haben Walter Ricciardi, den Präsidenten des italienischen Gesundheitsinstituts, gefragt. Er antwortete: “Um Politiker zum Handeln zu bewegen, müssen Sie zwei Sachen machen. Erstens müssen Sie ihnen solide, wissenschaftliche Beweise vorlegen, denn ansonsten sind es nur Meinungen. Zweitens müssen Sie an ihre Ethik appelieren, denn das Geld, das sie jetzt investieren, wird erst zu Ergebnissen führen, wenn sie nicht mehr an der Macht sind. Es ist wichtig, sie davon zu überzeugen, dass sie nicht nur an die nächste Wahl, sondern auch an die nächste Generation denken sollten.”

Nice view from the office today! We're filming in Rome for a Smart Care episode on obesity for euronewsknwldge</a> <a href="https://t.co/nojKjqfziH">pic.twitter.com/nojKjqfziH</a></p>&mdash; Jeremy Wilks (WilksJeremy) 2. Mai 2016

Die jüngere Generation scheint die berühmte mediterrane Kost nicht mehr zu befolgen. Doch die Ernährung ist nur ein Faktor, auch die mangelnde Bewegung spielt eine große Rolle. Serena Capurso erklärt: “Bewegung wird nicht mehr sehr geschätzt, dabei wäre das der Anfang. In unseren Schulen ist Sport relativ unwichtig. Das Fach ist ins Abseits geraten.”

Jetzt gilt es die richtigen Maßnahmen zu treffen. Wenn eine umfassende Strategie zur Bekämpfung des Übergewichts umgesetzt wird, könnten laut der OECD in Italien bis zu 75.000 Tote pro Jahr verhindert werden.

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