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Tropischer Regenwald schrumpft im Jahr 2022 um die Größe der Schweiz

Mitten im Regenwald wurde abgeholzt Porto Velho, Brazilien,  2019.
Mitten im Regenwald wurde abgeholzt Porto Velho, Brazilien, 2019. Copyright Victor R. Caivano/Copyright 2019 The AP. All rights reserved.
Copyright Victor R. Caivano/Copyright 2019 The AP. All rights reserved.
Von euronews
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Weltweit ist im letzten Jahr eine Fläche des tropischen Regenwaldes von der Größe der Schweiz vernichtet worden. Das ist das schockierende Ergebnis eines Berichts des World Resources Institute.

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Die Zerstörung wurde durch eine Kombination aus Waldbränden, Flächengewinnung für die Landwirtschaft und den Holzeinschlag verursacht. Den Autoren zufolge wurde alle fünf Sekunden eine Fläche von der Größe eines Fußballfeldes zerstört. Die Länder mit den größten Flächenverlusten waren Brasilien, die Demokratische Republik Kongo und Bolivien.

Ghana führt die Liste mit einem Anstieg von 71 Prozent an.

Dem Bericht zufolge ist der Schaden nicht nur ökologisch, sondern geht weit über die betroffenen Wälder hinaus.

Frances Seymour, Senior Fellow, World Resources Institute: "Die Entwaldung führt auch zu einem unmittelbaren Temperaturanstieg in nahe gelegenen Gebieten, der den Effekt hat, dass sich die durch den Treibhauseffekt allein verursachte Temperaturerhöhung verdoppelt. Dieser andere Klimawandel hin zu heißeren und trockeneren Bedingungen als Folge der Abholzung in den Tropen bedroht die landwirtschaftliche Tätigkeit und beeinträchtigt die menschliche Gesundheit. Auch hier gilt: Was im Wald passiert, bleibt nicht im Wald."

Auswirkungen auf das Klima

Wälder leisten einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Denn sie entziehen der Atmosphäre das klimaschädliche Kohlendioxid (CO2) und speichern es als Kohlenstoff in der Vegetation und im Boden. Tropische Regenwälder und Torfmoore speichern besonders viel Kohlenstoff: bis zu sechsmal mehr als heimische Wälder.

Allein der Amazonas-Regenwald schluckt etwa zwei Milliarden Tonnen CO2 im Jahr.

Wird der Regenwald abgeholzt oder abgebrannt, entweicht der gespeicherte Kohlenstoff wieder. Er gelangt als CO2 in die Luft. Das Ausmaß dieses Problems ist gigantisch: Die Rodung tropischer Regenwälder macht zwischen 8 und 11 Prozent des weltweiten Ausstoßes von CO2aus. Das ist etwa dreimal so viel wie alle Flugzeuge der Welt.

Europa ist weltweit führend im Kampf gegen die Waldvernichtung, aber auch hier sind die negativen Folgen groß, Waldbrände stellen jedes Jahr eine wachsende Gefahr dar.

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