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Europas Oscars: Darum sind die Europäischen Filmpreise 2026 wichtig

Europäischer Filmpreis 2026
Europäischer Filmpreis 2026 Copyright  European Film Academy - MUBI - Memento Distribution - Pyramide Films
Copyright European Film Academy - MUBI - Memento Distribution - Pyramide Films
Von David Mouriquand
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Mit einem neuen Termin für die Preisverleihung setzen die Europäischen Filmpreise ein Zeichen. Sie sind relevant, und europäische Produktionen verdienen mehr Aufmerksamkeit in internationalen Preisdebatten.

Die 38. European Film Awards, das europäische Pendant zu den Oscars, finden an diesem Samstag in Berlin statt.

Traditionell finden die EFAs im Dezember statt. Die European Film Academy hat den Termin in diesem Jahr vorgezogen, um die Auszeichnung im internationalen Award-Kalender besser zu positionieren, der nach den Golden Globes bereits in vollem Gange ist.

Wurde höchste Zeit.

Denn die EFAs gingen zwischen all den großen Preisen oft unter. Doch 2026 steht für einen Aufbruch. Europäische Produktionen zählen. Sie verdienen es, gefeiert zu werden. Und sie müssen sich vor Hollywood nicht verstecken.

Ja, Hollywood hat die größeren Budgets. Doch wer auf die unvergesslichen Filme des vergangenen Jahres blickt, kommt an vielen europäischen Meisterleistungen nicht vorbei. Wir haben uns bei der Auswahl unserer 20 Lieblingsfilme 2025 nicht zurückgehalten. Und selbst wenn die glitzernden Oscars den Löwenanteil der Berichterstattung bekommen, belegen künstlerischer Wert und filmische Kühnheit, wie stark das europäische Kino ist.

Seien wir ehrlich: Die US-Preissaison wirkt in diesem Jahr schon entschieden. Gebt One Battle After Another alle Preise, die der Film verdient. Lasst Timothée Chalamet für Marty Supreme seinen ersten Oscar entgegennehmen - nach dieser ermüdenden Marketingtour hat er ihn sich redlich verdient. Und lasst uns Sinners so sehr feiern, wie es nur geht, oder?

Die EFAs bieten eine vielfältigere, aufregendere Auswahl an Filmen, viele davon standen bisher kaum im Rampenlicht. Beispiel gefällig? Hände hoch, wer Raitis’ und Lauris Abeles’ fulminantes Comedy-Horror-Animationswerk Dog of God gesehen hat oder Mailys Vallades und Liane-Cho Hans Adaption von Amélie Nothombs Roman Amélie et la métaphysique des tubes (Little Amelie).

Dachten wir uns. Da entgeht Ihnen etwas.

Beide Filme gehören zu den 15 Produktionen im Rennen um den Hauptpreis Best European Film. Favoriten sind sie nicht. Ihre Nominierung zeigt aber, wie viele unübersehbare EU-Produktionen die EFAs ins Licht rücken – und wie dringend diese Filme eine bessere und breitere Auswertung brauchen, damit das Publikum echte Perlen nicht verpasst.

Zu den Favoriten für Best European Film zählen Joachim Triers berührendes Familiendrama Sentimental Value (der Film bescherte der schwedischen Legende Stellan Skarsgård bereits einen Golden Globe und bestätigt einmal mehr, wie magnetisch Renate Reinsve vor der Kamera wirkt), Oliver Laxes’ erschütternde postapokalyptische Odyssee Sirāt sowie Jafar Panahis Gewinner der Palme d’Or It Was Just An Accident, ein fesselnder, politisch aufgeladener Thriller über den Preis der Vergeltung, der zeigt, wie manche Filmschaffende alles für ihre Kunst riskieren.

Wir tippen darauf, dass Sentimental Value gewinnt. Der Film sorgt in den USA bereits für viel Aufsehen in der Awards-Szene und wird wohl gegen Kleber Mendonça Filhos The Secret Agent um den begehrtesten - und, Hand aufs Herz, spannendsten - Oscar antreten: Best International Feature Film.

Alles in allem verdienen die EFAs mehr Aufmerksamkeit, und in diesem Jahr hat die Gala einen Termin, der ihrer Stellung auf der internationalen Bühne gerecht wird.

Zugegeben, etwas mehr Hype und Marketing für die Awards würden nicht schaden, aber die EFAs sind erst im 38. Jahr. Geben wir ihnen Zeit. Mit dem neuen Platz im Kalender und einem großartigen Feld an Nominierten ist klar: Diese Zeremonie verdient es, in einem Atemzug mit den Oscars genannt zu werden.

Bleiben Sie bei Euronews Culture dran: Wir sind in Berlin und liefern Ihnen am Samstagabend Berichte von der Gala sowie exklusive Interviews mit den Nominierten dieses Jahres.

Cutter • Theo Farrant

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