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Krebserregend oder nicht? Glyphosat im Kreuzfeuer der Debatte

Krebserregend oder nicht? Glyphosat im Kreuzfeuer der Debatte
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Von Isabel Marques da Silva mit REUTERS
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Am Vorabend einer Abstimmung im zuständigen Ausschuss hat das Europaparlament die anstehende Zulassung von Glyphosat diskutiert

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Wie kann der Landwirt seine Äcker vor Unkraut schützen – ohne auf Unkrautvernichtungsmittel zurückzugreifen? Quentin Goffinet stieg auf seinen Familienhof bei Malmedy in den belgischen Ardennen vor dreizehn Jahren von traditionellem auf organischen Anbau um.
Er vermeidet Unkraut mit Umpflügen und regelmäßigem Fruchtwechsel. Das macht natürlich deutlich mehr Arbeit, aber für ihn ist die Landwirtschaft eben kein bloßes Geschäft.
Gegenüber Euronews erklärte er:
“Man neigt heute dazu, die Arbeit des Landwirts und seine Produkte zu banalisieren. So entsteht der fatale Eindruck, dass sich die Gesellschaft von Finanzprodukten statt von Lebensmitteln ernähren könnte.”
Mehrheitlich setzt die Agrarindustrie aber nach wie vor auf die Chemie, und hier besonders auf ein Produkt des US-Giganten Monsanto, mit dem Wirkstoff Glyphosat.
Glyphosat-haltige Herbizide sind Gegenstand einer intensiven Debatte in Europa geworden, denn die EU muss nun entschieden, ob sie die Zulassung dafür um ein Jahrzehnt verlängert. Das Europaparlament veranstaltete am Mittwoch ein Hearing zum Thema.
Monsato selbst war ebenfalls eingeladen, sagte aber ab – man bedauere, dass ein Prozess, der auf rein wissenschaftlicher Basis geführt werden sollte, von Populismus eingenommen werde, heißt es im Absageschreiben.
Wissenschaftler, Aktivisten und Politiker nahmen am Hearing teil, darunter eine Vertreterin des Instituts der Weltgesundheitsorganisation, das Glyphosat als “wahrscheinlich krebserregend” eingestuft hat, Dr Kate Guyton:
“Wir haben begrenzte Nachweise Für Krebs bei Menschen, hinreichende Nachweise für Krebs bei Tieren und sichere Nachweise für karzinogene Proyesse festgestellt: Das hat uns zur Klassifizierung ‘wahrscheinlich krebserregend’ bewogen.”
Aber die Wissenschaft ist sich nicht einig. Die europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA hat Glyphosat als unbedenklich eingestuft.
Jose Tarazona erklärte für die EFSA:
“Als aktive Substanz ist Glyphosat nicht für Karzinogenität klassifizierungspflichtig. Das haben übrigens auch die Behörden in Kanada, Japan, und Neuseeland bestätigt.
Der Dachverband europäischer Landwirte, Copa Cogeca, hat sich für eine Verlängerung der Zulassung von Glyphosat ausgesprochen, ebenso die Europäische Kommission. Aber entscheiden müsen die EU-Mitgliedstaaten, und da herrscht keine Einigkeit.
Bis zum Jahresende soll mit qualifizierter Mehrheit im Rat entschieden werden.

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