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Warum Öl, Gas und Strom in der EU immer teurer werden

Warum Öl, Gas und Strom in der EU immer teurer werden
Copyright Frank Augstein/AP2011
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Von Alberto De Filippis
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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In Italien etwa wird eine Verteuerung von Energie von 40 Prozent erwartet. Eine Katastrophe, vor allem für Familien. Einige machen die Europäische Union und ihre Klimapolitik verantwortlich, die den Kontinent bis 2050 umweltneutral machen will.

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Ein Gespenst macht in Europa die Runde: das Gespenst von einem starken Anstieg der Energiepreise. Eine Situation, die viele in eine Art Schockstarre versetzt. In Italien etwa wird eine Verteuerung von Energie von 40 Prozent erwartet. Eine Katastrophe, vor allem für Familien.

Einige machen die Europäische Union und ihre Klimapolitik verantwortlich, die den Kontinent bis 2050 klimaneutral machen will. Verbaucherschützer sehen eher fossile Energieträger als Hauptverantwortliche.

Es sei die Abhängigkeit von Öl und Gas, die die Stromrechnungen teuer machten, sagt ein Sprecher des Europäischen Verbraucherschutzverbandes. Deshalb die Forderung nach einem schnelleren Übergang zu erneuerbaren Energien wie Wind und Solar, vor allem bei der Elektrifizierung des Verkehrswesens sowie bei Heizungen und Klimaanlagen.

Doch der Übergang zu erneuerbaren Energien dürfte Jahre dauern. Viele Europäer leiden heute unter Armut, was die Energie betrifft. Brüsseler Schätzungen zufolge können es 34 Millionen Bürgerinnen und Bürger nicht leisten, ihren Haushalt angemessen zu heizen. Deswegen arbeitet die EU-Kommission an einem Klima-Sozialfonds. Andere Lösungen könnten längst umgesetzt werden, meinen Experten.

Im Gesetz über saubere Energien von 2019 gebe es einen Passus, der sogenannte verletzliche Verbraucher vor einem Preisanstieg schütze, so Dennis Hesseling von der EU-Agentur für die Kooperation von Energieaufsichtsbehörden. Es sei demnach möglich, ihnen nicht den Strom abzuschalten, wenn sie ihre Rechnungen nicht bezahlten. Einige Mitgliedstaaten hätten für diese Personen zudem Sondertarife. Auch könnten alte Kraftwerke durch weniger neue ersetzt werden.

In dieser ganzen Diskussion habe Brüssel keine gute Figur gemacht, sagt Professor Carlo Andrea Bollino von der Universität Perugia. Die EU habe der Nord Stream 2-Pipeline die Betriebsgenehmigung erteilt, einer deutsch-russsischen Vision, die nicht einer gemeinsamen europäischen Vision entspreche und die Ukraine benachteilige. Dies habe Europa als Garant des Allgemeinwohls zugunsten eines Merkantilismus der Starken, in diesem Falle Deutschlands, geschwächt. Brüssel habe nicht den Mut gehabt, Nein zu Deutschland zu sagen.

In Brüssel beobachtet die Kommission die Entwicklung der Energiepreise genau - und sie setzt auf langfristige Lösungen wie Investitionen in erneuerbare Energien.

Journalist • Stefan Grobe

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