Nordseegipfel: Acht Anrainerstaaten und Luxemburg kündigen massiven Ausbau der Windergie an

Staats- und Regierungschefs von sieben Nordseeanrainerstaaten, plus Luxemburgs Xavier Bettel und EU-Kommissionspräsidentin Urusla von der Leyen. 24.4.2013
Staats- und Regierungschefs von sieben Nordseeanrainerstaaten, plus Luxemburgs Xavier Bettel und EU-Kommissionspräsidentin Urusla von der Leyen. 24.4.2013 Copyright AP Photo/Geert Vanden Wijngaert
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Von Efi Koutsokosta
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Bis 2030 sollen neue Offshore-Windkraftanlagen mit einer Leistung von 120 Gigawatt gebaut werden. Derzeit produzieren die acht Anrainerstaaten in der Nordsee 30 GW.

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Der Ausbau der Windenergie in der Nordsee soll die Energieunabhängigkeit Europas von Russland sichern, aber er soll auch schneller gehen und Kosten senken.

Das ist das erklärte Ziel der Staats- und Regierungschefs und der Energieminister von acht Ländern mit Nordseeküsten und Luxemburg, die am Montag im belgischen Hafen Ostende zusammengekommen sind.

Gemeinsam will man die Offshore-Windenergieerzeugung von derzeit 30 GW bis 2030 auf 120 Gigawatt und bis 2050 auf mindestens 300 GW steigern.

Der gastgebende belgische Premierminister Alexander de Croo erklärte:

"Das Hauptthema hier sind nicht so sehr die neuen Verpflichtungen, sondern wie wir sie in die Tat umsetzen können. Und das bedeutet, dass wir standardisieren müssen, dass wir besser zusammenarbeiten müssen, dass wir die Lieferketten viel besser synchronisieren müssen.

Zu den größten Herausforderungen gehören die Finanzierung und die Umsetzung des Projekts aus eigenen Quellen.

Gegenwärtig dominiert China die Lieferkette für kritische Komponenten des Sektors, wie z. B. Batterien, während die USA grüne Investitionen in großem Umfang subventioniert, um den Sektor für sich selbst zu erschließen.

Dennoch ist es die Mühe wert, wie Fatih Birol, Exekutivdirektor der Internationale Energieagentur (IEA) erklärt:

"Das Potenzial, das wir in der Nordsee in Bezug auf Offshore-Wind haben, ist enorm. Es ist die beste Offshore-Windkraft der Welt. Und der Strom, den wir produzieren können, reicht aus, um den derzeitigen europäischen Bedarf sechs Mal zu decken - das Potenzial ist enorm."

Auf die Klagen der Industrie, dass die Genehmigungsverfahren für Investitionen in die Windenergie zu langwierig sind, antwortet die EU mit dem Versprechen, die Verfahren zu vereinfachen, damit die erneuerbaren Energien bis 2030 einen Anteil von 42,5 Prozent am Energiemix der Union erreichen.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron machte auf die zweifache Bedeutung des Gipfelplans aufmerksam:

"Erstens bedeutet er die Fähigkeit,  mit diesem großen Offshore-Windparkplan, den wir ankündigen und zu dem wir alle beitragen werden, gemeinsam dekarbonisierte Energie zu erzeugen. Zweitens bedeutet er aber auch unseren Wunsch, einen Wirtschaftssektor aufzubauen, der diese Offshore-Windparks in Europa produziert. Frankreich ist in dieser Hinsicht sehr engagiert."

Der Nordsee-Gipfel fand zum zweiten Mal statt, nachdem die vier Länder des ersten Treffens im vergangenen Jahr - Belgien, Dänemark, Deutschland und die Niederlande - beschlossen hatten, die Zusammenarbeit auszuweiten.

Da die Nordsee relativ flach ist, können Turbinen relativ einfach und in großer Zahl installiert werden. Frankreich strebt eine Offshore-Leistung von 40 GW bis 2050 an. Derzeit werden dort auf diese Weise weniger als 1 Gigawatt produziert .

Journalist • Andreas Rogal

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