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Portugals Waldboom hat einen brandgefährlichen Preis

Europa in Bewegung
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Von Alessio Dell'Anna & Baptiste Goudier
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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In der EU wächst die Waldfläche nur leicht. Portugal fällt mit einem Plus von 11 Prozent deutlich aus dem Rahmen. Doch der Boom hängt auch am Eukalyptus: mehr Brandgefahr, mehr Wasserstress. Jetzt setzt das Land auf heimische Arten und bessere Waldplanung. Kann das den Kurs ändern?

Die Waldfläche in der EU ist im Jahr 2023 leicht gewachsen: um 0,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Rechnet man zur Ausdehnung der Wälder auch Verluste durch Abholzung und Naturereignisse wie Brände, Dürren oder Schädlingsbefall hinzu, liegt Irland mit einem jährlichen Plus von 1,2 Prozent deutlich über dem EU-Durchschnitt.

Es folgen Estland (+0,33 Prozent), Bulgarien (+0,26 Prozent) und Frankreich (+0,25 Prozent). Nur wenige Länder meldeten minimale Rückgänge zwischen 0,06 und 0,01 Prozent: Dänemark, die Niederlande, Slowenien, Schweden und Polen.

Portugals Waldwachstum – und die Kontroverse dahinter

In Portugal ist die Netto-Zuwachsrate in Europa unübertroffen. Laut Eurostat nahm die bewaldete Fläche innerhalb nur eines Jahres um beeindruckende 11 Prozent zu.

Warum ist das so? Der Sprung ist Ergebnis jahrelanger Aufforstungsbemühungen. Er hängt aber auch mit dem vergleichsweise jungen Alter vieler Wälder zusammen – und vor allem mit der weit verbreiteten Nutzung von Eukalyptus.

Der extrem schnell wachsende Baum stammt ursprünglich aus Ozeanien. Er hat Portugal zu einem der führenden Papierproduzenten Europas gemacht. Gleichzeitig bringt er erhebliche Umweltprobleme mit sich.

Die Blätter enthalten leicht entzündliche Öle und erhöhen das Risiko von Waldbränden deutlich. Zudem braucht Eukalyptus sehr viel Wasser. Er kann Böden austrocknen und die Wasserverfügbarkeit in ohnehin trockenen Regionen zusätzlich verschärfen.

Feuer brennt in einem Eukalyptuswald am Rande von Sever do Vouga am 18. September 2024
Feuer brennt in einem Eukalyptuswald am Rande von Sever do Vouga am 18. September 2024 AP Photo/Bruno Fonseca

Wie Portugal gegensteuern will

Allein 2025 verlor Portugal durch Brände 263.000 Hektar Wald. Das ist laut Copernicus der höchste Wert in der EU im Verhältnis zur Landesgröße. Er liegt damit um ein Vielfaches über dem von Malta.

Die Regierung und Behörden versuchen nun gegenzusteuern. Ein Schwerpunkt ist eine bessere Waldkartierung. Noch wichtiger sind neue Anreize für die Pflanzung einheimischer Arten, etwa Stein- und Korkeichen.

Im November verteilte das portugiesische Naturschutzinstitut ICNF landesweit mehr als 100.000 Bäume und Sträucher. Dazu gehörten unter anderem Seekiefern, Eschen und Rosmarin.

Auch städtische und regionale Parks können sich beteiligen. Sie können Anträge für das Projekt „Floresta Comum“ einreichen.

Zusätzlich fließt Geld in Schutz- und Regenerationsprogramme für Eichen. Sowohl die EU als auch portugiesische Organisationen wie die Stiftung für Wissenschaft und Technologie stellen dafür Hunderttausende Euro bereit.

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