Der Gesamtanteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch hat in der EU fast 50 % erreicht, was auf die Wasserkraft und zunehmend auch auf Solarenergie zurückzuführen ist.
Unter den EU-Mitgliedsstaaten ist Österreich Spitzenreiter bei der Nutzung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen. Es lag 2024 laut Eurostat mit einem Ökostrom-Anteil am Verbrauch von fast 90 % an erster Stelle. Dies war vor allem auf seine Wasserkraftwerke zurückzuführen.
An zweiter Stelle lag Schweden mit 88 %, das seinen Strom hauptsächlich aus Wind- und Wasserkraft bezieht. Ein weiteres nordisches Land, Dänemark, kam dank seines ausgedehnten Netzes von Onshore- und Offshore-Windparks mit 80 % auf Platz Drei.
Anteile von deutlich über 50 % wurden auch in Portugal (66 %), Spanien (60 %) und Kroatien (58 %) verzeichnet. Deutschland stand mit 54 % ebenfalls gut da.
Die niedrigsten Anteile an Grünem Strom wurden in Malta (11%), der Tschechischen Republik (18%), Luxemburg (20,5%), Ungarn und Zypern (24%) festgestellt.
Diese Zahlen beziehen sich auf den gesamten Strom aus erneuerbaren Energiequellen, einschließlich aus dem Ausland importierter Strom.
Die Nutzung von Ökostrom ist in der Europäischen Union in den vergangenen zwei Jahrzehnten stark angestiegen.
Im Jahr 2004 machte er nur 16 % des gesamten Stromverbrauchs aus. Etwa zehn Jahre später kletterte dieser Anteil auf fast 29 %, und heute liegt er bei 47,5 %.
Wird Solarenergie die Wasserkraft als wichtigste Ökostromquelle ablösen?
Die Windenergie hat derzeit mit 38 % den größten Anteil an der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen, gefolgt von der Wasserkraft mit 26 %.
Die am schnellsten wachsende Quelle ist jedoch die Solarenergie, die von nur 1 % im Jahr 2008 auf über 23 % im Jahr 2024 mit 304 TWh anstieg.
Ben McWilliams, Energieexperte bei Bruegel, erklärte gegenüber Europe in Motion, dass es fast sicher ist, dass die Solarenergie die Wasserkraft in den nächsten Jahren überholen wird.
"Die Entwickler bauen weiterhin Solaranlagen im Rekordtempo, während die Wasserkraft nicht zunimmt." Je mehr Solaranlagen Europa installieren könne, desto besser sei dies für die Energiesicherheit.
"Jedes neue Solarpanel verringert die Abhängigkeit von Öl, Gas und Kohle, und diese Abhängigkeiten sind die wahren Bedrohungen für die europäische Energiesicherheit", so McWilliams.
Abhängigkeit der EU von China im Solarbereich kein langfristiges Problem
Obwohl die überwiegende Mehrheit der in der EU installierten Solarmodule in China hergestellt wird, schloss McWilliams aus, dass dies Europa in Zeiten geopolitischer Spannungen anfälliger macht.
"Solarmodule sind ein Bestand und kein Fluss; wenn die EU einmal ein Modul aus China installiert hat, ist es für immer da", versichert er. "Wenn - aus welchen Gründen auch immer - die Importe von Solarmodulen aus China gestoppt würden, würde dies lediglich den Aufbau neuer Solaranlagen verlangsamen, und das Angebot würde über einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren anderswo (auch im Inland) wachsen."
Nach Angaben von Solar Power Europe gibt es in der EU derzeit 166 Unternehmen, die in der Photovoltaik- oder Lichtenergiekette tätig sind.
Die überwiegende Mehrheit von ihnen befindet sich in Deutschland. Die höchste Solarenergiekapazität pro Kopf wird mit etwa 1.044 W pro Jahr in den Niederlanden produziert.