Die EU-Kommission will siebenundzwanzig unterschiedliche Gesellschaftsrechte durch ein einheitliches Regelwerk ersetzen. Das soll Wachstum beschleunigen, Kosten senken und mehr Start-ups in Europa halten.
Europa will maßgeblich ändern, wie Unternehmen gegründet werden und wachsen. Am 20. Januar hat EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen beim Weltwirtschaftsforum in Davos EU-INC vorgestellt. Die neue Rechtsform soll Firmengründungen in der gesamten Europäischen Union erleichtern.
Wer heute in der EU ein Start-up gründen oder ausbauen will, muss sich durch 27 unterschiedliche Rechtssysteme arbeiten – von der Eintragung über Aktionärsrechte bis zu Mitarbeiterbeteiligungen. Das bremst das Wachstum, treibt die Rechtskosten in die Höhe und führt dazu, dass Gründer ihr Land oft nach bürokratischen Aspekten auswählen statt nach den Bedürfnissen ihres Geschäfts.
EU-INC soll das ändern. Unternehmen könnten vollständig online und nach einem einheitlichen EU-Regelwerk arbeiten, das alle Mitgliedstaaten automatisch anerkennen.
In Brüssel spricht man von einem „28. Regime“. Es ist freiwillig und soll europäischen Start-ups helfen, schneller zu wachsen und im globalen Wettbewerb zu bestehen. Die EU-Kommission strebt eine Zustimmung des Parlaments bis Ende März an. Die ersten EU-INC-Gesellschaften könnten dann 2027 an den Start gehen.
An Steuern oder Arbeitsrecht ändert der Vorschlag nichts. Er nimmt sich jedoch eines der größten Probleme Europas vor: die Zersplitterung.