NATO-Generalsekretär Rutte setzt weiter auf die USA. Doch die 29 Mrd. Euro Militärhilfe für die Ukraine kommen von Deutschland und anderen NATO-Verbündeten.
Mehrere NATO-Verbündete, darunter Deutschland und das Vereinigte Königreich, haben im Anschluss an ein Treffen der Verteidigungsminister im NATO-Hauptquartier in Brüssel ein Militärhilfepaket für die Ukraine in Höhe von 35 Mrd. USD (29 Mrd. Euro) für das Jahr 2026 beschlossen.
In diesen Zahlen sind neue und bestehende bilaterale Zusagen der ukrainischen Verbündeten enthalten, insbesondere die vom deutschen Verteidigungsminister Boris Pistorius bereits angekündigten 11,5 Mrd. Euro.
"Wir können Leben retten. Wir können Druck auf Putin ausüben und wir können uns auf Frieden verständigen, aber nur, wenn wir gemeinsam vorgehen", sagte der britische Verteidigungsminister John Healey. "Also gemeinsam, das kann ich bestätigen. Auf der heutigen Sitzung der Ukraine Defense Contact Group (UDCG) haben wir der Ukraine neue Militärhilfe im Wert von insgesamt 35 Milliarden Dollar zugesagt".
NATO-Generalsekretär Mark Rutte bezeichnete das Treffen als entscheidend angesichts der geopolitischen Verschiebungen. Europa müsse mehr Verantwortung und Führung innerhalb des Bündnisses übernehmen.
"Für die Sicherheit der USA ist eine starke NATO von entscheidender Bedeutung, aber auch für die Sicherheit der USA ist eine stärkere europäische Präsenz innerhalb der NATO wichtig", sagte Rutte. "Und genau das geschieht jetzt. Wir erhöhen die Ausgaben in Europa und Kanada, um uns besser zu schützen".
Im vergangenen Jahr hat die Ukraine Defence Contact Group 45 Milliarden Dollar an Militärhilfe für die Ukraine aufgebracht.
Bilaterale Verpflichtungen
Der im Februar 2022 begonnene Angriffskrieg Russlands in der Ukraine dauert nun schon seit fast vier Jahren. Moskaus Raketen zielen weiterhin auf die ukrainische Energieinfrastruktur, treffen Wohnhäuser und medizinische Einrichtungen. Im langen kalten Winter müssen Millionen Menschen in der Ukraine stunden- oder gar tagelang ohne Strom und oft auch ohne Heizung auskommen.
Der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius kündigte an, dass Deutschland fünf zusätzliche Abfangraketen vom Typ PAC-3 an die Ukraine liefern wird.
Sein britischer Kollege Healey bestätigte, dass das Vereinigte Königreich neue Luftabwehrraketen und -systeme im Wert von über 500 Millionen Pfund (570 Millionen Euro) zum Schutz der Ukraine bereitstellt.
Das Vereinigte Königreich hat außerdem 150 Millionen Pfund (170 Millionen Euro) für die so genannte Prioritised Ukraine Requirements List (PURL) zugesagt, um die Ukraine mit US-Waffen zu versorgen.
Auch die Arktis stand auf der Tagesordnung.
Einen Tag zuvor hatte die NATO die neue Mission "Arctic Sentry" zur Stärkung der Sicherheit im hohen Norden ins Leben gerufen.
Die Mission soll die Aktivitäten der 32 Verbündeten in der Region im Rahmen einer übergreifenden operativen Strategie bündeln.