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Wem vertrauen die Menschen: Der EU oder ihren nationalen Regierungen?

Europa in Bewegung
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Von Alessio Dell'Anna & video by Léo Arnoux
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Eine neue Umfrage unter 27.000 Menschen in der gesamten EU zeigt, dass das Vertrauen in lokale, nationale und EU-Institutionen sehr unterschiedlich ist.

Im Zeitalter der Online-Fake News ist das Vertrauen in öffentliche Einrichtungen und Regierungsstellen erschüttert worden.

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Dennoch ist offenbar das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger umso größer, je niedriger die Ebene ist, auf der eine Institution oder Regierung angesiedelt ist.

Lokale und regionale Verwaltungen genießen das höchste Vertrauen der Menschen in der EU, wie die jüngste Ausgabe der Eurofound-Umfrage "Leben und Arbeiten in der EU" zeigt, in der das Vertrauen in lokale, nationale und EU-Institutionen abgefragt wurde.

Das Umfrage-Institut bat die Befragten, ihr Vertrauen in die Institutionen auf einer Skala von 1 bis 10 zu bewerten, wobei 10 für völliges Vertrauen steht. Im EU-Durchschnitt gelang es jedoch keiner Institution, die Sechs-Punkte-Marke zu überschreiten.

Europe in Motion hat sich die Daten genauer angesehen, um herauszufinden, wie sich das Vertrauen in die Institutionen und die Medien innerhalb der EU unterscheidet.

Ungarn hat das größte Vertrauen in die EU, Frankreich und Griechenland das geringste

Was die Regierungen betrifft, so genießen die lokalen Institutionen (4,8) im Durchschnitt ein etwas höheres Vertrauen als die EU (4,5) und insbesondere als die nationalen Regierungen (3,6).

Die dänische, luxemburgische und österreichische Bevölkerung zeigt die größte Wertschätzung für ihre lokalen Politiker und Politikerinnen, wobei die Werte in allen Ländern über sechs liegen.

Das höchste Vertrauen in die EU haben die Menschen in Dänemark, Malta und Ungarn (5,9), das niedrigste in Frankreich und Griechenland (3,7).

Tiefstwerte beim Vertrauen in soziale Medien, Nachrichtenmedien schneiden schlecht ab

Eurofound hat auch das Vertrauen in die Medien und die sozialen Medien sowie in das Gesundheits-, Polizei- und Rentensystem abgefragt.

Die Polizei belegte in der gesamten Umfrage mit 5,9 den ersten Platz, gefolgt vom Gesundheitssystem mit 5,7. Besonders gut schnitt es in Spanien (6,6), Belgien (6,5), Dänemark (7,1), Luxemburg (7,1) und Malta (6,8) ab.

Die Rentensysteme werden im Allgemeinen nicht wirklich gelobt (4,4 Punkte). Die Nachrichtenmedien schneiden mit durchschnittlich vier von zehn Punkten noch schlechter ab, wobei die Balkanländer, insbesondere Griechenland (2,2) und Bulgarien (2,9), die niedrigsten Werte verzeichnen.

Einer der wenigen Bereiche, der noch schlechter abschneidet als die Nachrichtenmedien, sind die sozialen Medien, die mit einem EU-Durchschnitt von 3,2 in allen Ländern die Vier-Punkte-Marke nicht erreichen.

Was ist los, UK? Ein genauerer Blick auf das Vertrauen in europäische Regierungen

Das Edelman-Vertrauensbarometer 2026 zeichnet ein ähnliches Bild für einige EU- und Nicht-EU-Länder, darunter auch für das Vereinigte Königreich.

Nur 36 % der britischen Befragten vertrauen darauf, dass die Behörden "das Richtige tun", während die Medien ein etwas höheres Vertrauen genießen (39 %). Nicht viel besser sieht es bei den Nichtregierungsorganisationen aus, denen nur 50 % der Briten und Britinnen vertrauen, verglichen mit Unternehmen (51 %) und Arbeitgebern (75 %).

Die französische Regierung schneidet sogar noch schlechter ab und kommt nach Südafrika nur auf das geringste Vertrauen aller von Edelman befragten Länder. Nur 30 % der Befragten trauen ihr zu, "das Richtige zu tun" - ein Rückgang um sieben Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr, was sicherlich nicht durch die Reihe politischer Krisen in den Jahren 2024-2025 begünstigt wurde.

Wiedergewonnenes Vertrauen in die Politik in Deutschland?

Der gemeinsame Nenner der größten europäischen Volkswirtschaften - Frankreich, Italien, Deutschland, Spanien und das Vereinigte Königreich - ist, dass in keinem dieser Länder die Mehrheit der Befragten Vertrauen in ihre Regierungen hat.

Darüber hinaus berichtet das Edelman Trust Barometer, dass in den vergangenen fünf Jahren das Vertrauen in die nationalen Regierungen weltweit um 16 Punkte gesunken ist - und das in einer zunehmend instabilen geopolitischen Landschaft.

Deutschland scheint sich trotz des vorzeitigen Rücktritts von Bundeskanzler Olaf Scholz 2025 gegen den Trend zu stemmen, da das Vertrauen in die nationalen Politiker im Vergleich zum Vorjahr um 7 Punkte gestiegen ist.

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