Polen baut seine Position auf der Weltkarte der Goldreserven aus: Die Nationalbank hält über 613 Tonnen und gehört damit zur Spitzengruppe. Gold gewinnt erneut an Bedeutung für die Finanzsicherheitsstrategie des Staates.
Die Polnische Nationalbank hat inzwischen mehr als 613 Tonnen Gold angehäuft. Ihr Wert liegt Schätzungen zufolge bei rund 324,2 Mrd. Zloty (etwa 75 Milliarden Euro).
"Historischer Moment"
NBP-Präsident Adam Glapiński erklärte, Polen gehöre damit nun zu den zehn Staaten mit den größten Goldreserven weltweit.
Das weltweit meiste Gold besitzen die USA mit - laut Statista - 8.133,5 Tonnen. Mit einigem Abstand dahinter folgen Deutschland mit 3.350 Tonnen sowie Italien mit 2.451 Tonnen und Frankreich mit 2.437 Tonnen.
"Das ist ein historischer Moment“, betonte der Chef der polnischen Zentralbank.
Polen will Goldreserven weiter ausbauen
Bei seinem Auftritt am Mittwoch hob Glapiński hervor, dies sei ein wichtiger Schritt für die polnische Wirtschaft und die Reservepolitik. Er kündigte an, die Zentralbank Polens wolle ihre Goldbestände weiter ausbauen. Langfristig peilt sie einen Umfang von 700 Tonnen an.
Aus den präsentierten Daten geht hervor, dass unter anderem China, Indien ebenfalls noch größere Goldreserven halten.
Dennoch stärkt Polen seine Position in der weltweiten Rangliste der Staaten, die das wertvolle Edelmetall horten, Schritt für Schritt.
Glapiński verwies auch auf den deutlichen Wertzuwachs des Edelmetalls Gold. Nach seinen Berechnungen beläuft sich der nicht realisierte Gewinn derzeit auf rund 153,2 Mrd. Zloty (etwa 36 Mrd. Euro). Diese Summe entspricht der Differenz zwischen dem aktuellen Marktwert der Reserven und dem durchschnittlichen Kaufpreis.
Seit Ende 2025 und zu Beginn des Iran-Kriegs war der Goldpreis gestiegen. In den vergangenen 30 Tagen war er aber gefallen. Der Goldpreis gilt derzeit als volatil.
Ende April lagen die Goldbestände der NBP noch bei 595 Tonnen. Innerhalb von nur einem Monat sind die Reserven also um weitere 18 Tonnen gestiegen.