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Was uns nachts nicht schlafen lässt: Krankheit, Wohnen, Migration?

Was bereitet Europäerinnen und Europäern 2026 die größte Sorge?
Wovor haben Europäer 2026 am meisten Angst? Copyright  @Léa Becquet
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Von Tamsin Paternoster & Léa Becquet
Zuerst veröffentlicht am
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Ist in Ihrem Land die Wirtschaft, der Wohnungsmarkt, die Migration oder das Gesundheitswesen gefühlt das größte Problem? Das hängt davon ab, wo genau in Europa Sie leben.

Europa steht vor einer Reihe von Herausforderungen: geopolitische Sicherheit, wirtschaftliche Belastungen und Umweltprobleme, nicht zuletzt der Klimawandel. Viele Bürgerinnen und Bürger sind in großer Sorge.

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Eine YouGov-Umfrage in sechs europäischen Ländern zeigt: Es gibt kein einzelnes Thema, das die öffentliche Meinung auf dem ganzen Kontinent bestimmt. Die Sorgen unterscheiden sich von Land zu Land, geprägt von lokalen Prioritäten. Die wirtschaftliche Lage steht bei den meisten weit oben auf der Liste.

Bange Frage: Bricht die Wirtschaft ein?

In einigen der größten Volkswirtschaften Europas bleibt der Zustand der Wirtschaft das gefühlt zentrale Problem.

Fast die Hälfte der französischen Befragten (47 Prozent) und 44 Prozent der Deutschen zählen die Wirtschaft zu den zwei größten Problemen ihres Landes. In beiden Staaten landet die Einwanderung auf Platz zwei: 27 Prozent der Französinnen und Franzosen und 26 Prozent der Deutschen nennen die Migration als eines der Hauptthemen.

Die beiden größten Volkswirtschaften der Eurozone stehen unter anhaltendem Druck. In Deutschland sorgt ein jüngster Anstieg der Industrieproduktion nur für begrenzte Erleichterung: Die Produktion liegt weiter unter dem Niveau von vor der Pandemie. Fachleute bewerten die Erholung als fragil.

Die exportorientierte deutsche Wirtschaft steht unter Druck, weil die Nachfrage aus den USA und China zurückgeht. Besonders betroffen ist die Autoindustrie, die lange als wichtiger Motor des Wachstums galt.

In Frankreich zeigen Daten aus dem ersten Quartal, dass das Wachstum zum Stillstand gekommen ist. Der Krieg im Iran treibt die Energiepreise in die Höhe. Zugleich erschwert eine politische Blockade Reformen, die die Staatsfinanzen stabilisieren sollen.

Die Aussichten für das kommende Jahr sehen die Menschen in beiden Ländern eher düster. Rund 68 Prozent der Französinnen und Franzosen erwarten eine weitere Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage in den nächsten zwölf Monaten, in Deutschland sind es 58 Prozent.

Wohnungsmarkt größte Sorge in Spanien

In Spanien konzentrieren sich die Sorgen auf ein anderes drängendes Thema. Fast die Hälfte der Befragten (49 Prozent) zählt den Wohnungsmarkt zu den zwei größten Problemen des Landes. Damit ist es das am höchsten bewertete Thema in allen sechs untersuchten EU-Ländern. An zweiter Stelle folgen Gesundheitsversorgung und Wirtschaft, die jeweils von 25 Prozent der Befragten genannt werden.

Die Ergebnisse spiegeln die Wohnungsnot wider, die in Spanien seit vergangenem Jahr die politische Debatte prägt. Zahlen des spanischen Statistikamts INE zeigen, dass die Immobilienpreise Ende 2025 im Jahresvergleich um fast 13 Prozent gestiegen sind. Das war der schnellste Anstieg seit Jahren in Spanien und gehörte auch europaweit zu den stärksten Zuwächsen.

Demonstranten halten bei einem Protest in Madrid ein Transparent hoch: „Wohnungen für diejenigen, die in ihnen leben“, 24. Mai 2026
Demonstranten halten bei einem Protest in Madrid ein Transparent hoch: „Wohnungen für diejenigen, die in ihnen leben“, 24. Mai 2026 AP Photo

Für das Jahr 2025 zeigen die Daten, dass eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeitnehmer im Schnitt das Einkommen von etwa acht Komma vier Jahren aufbringen müsste, um eine Wohnung mit 80 Quadratmetern kaufen zu können.

Das Problem zeigt sich besonders deutlich in bestimmten Regionen. Die Balearen und Madrid gehören zu den teuersten Gegenden für Wohneigentum. Kurzzeitvermietungen in Städten wie Barcelona sorgen seit Langem für Ärger, weil für Einheimische kaum bezahlbare Wohnungen bleiben. Einige Kommunen sind bereits dagegen vorgegangen.

Italiener sorgen sich um Gesundheitssystem

Italien ist das einzige untersuchte Land, in dem die Gesundheitsversorgung als größtes Problem gilt. Rund 43 Prozent der Befragten sehen Gesundheit und das Gesundheitssystem unter den zwei wichtigsten Sorgen – noch vor Wirtschaft und Einwanderung.

Der Druck auf das öffentliche Gesundheitssystem nimmt weiter zu. Es fehlt an Personal, gleichzeitig wächst die Zahl älterer Menschen. Euronews hat bereits berichtet, dass in Italien schätzungsweise 175.000 Pflegekräfte fehlen, weil niedrige Löhne, hohe Belastung und geringe Karrierechancen viele gut ausgebildete Fachkräfte in andere europäische Länder ziehen.

Dänemark mit anderen Schwerpunkten

Dänemark ist das einzige Land, in dem die Themen Wirtschaft, Wohnen oder Gesundheit nicht die Liste der Sorgen der Einwohner anführen.

Stattdessen gelten internationaler Terrorismus oder Aggression und der Klimawandel als größte Sorgen. Beide werden jeweils von 27 Prozent der Befragten genannt. Es folgt die Einwanderung mit 24 Prozent. Gesundheit und Wirtschaft spielen in Dänemark eine geringere Rolle.

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