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Vernetzung von Zentral- und Südasien: Alte Handelswege neu beleben

Von Galina Polonskaya
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Vernetzung von Zentral- und Südasien: Alte Handelswege neu beleben
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Wie kann die Vernetzung zwischen Zentral- und Südasien ausgebaut und verbessert werden? Diese Frage stand ganz oben auf der Tagesordnung einer internationalen Konferenz in Taschkent. Das Gastgeberland Usbekistan fördert die regionale Zusammenarbeit und den Ausbau neuer Transportkorridore, um das ungenutzte Potenzial des regionalen Handels zu steigern.

Verbesserte regionale Zusammenarbeit

Mehr als 2 Milliarden Menschen leben in diesen Regionen. Von einer verbesserten regionalen Zusammenarbeit profitieren alle.

"Usbekistan hat angeregt, sich nicht auf Probleme und Widersprüche zu konzentrieren, sondern auf Entwicklungsprojekte in den Bereichen Handel, Transport, Infrastruktur und Tourismus", erklärt Eldor Aripov, Direktor des Instituts für strategische und interregionale Studien.

Konferenz in Taschkent: Teilnehmer aus aller Welt

An der Konferenz nahmen Delegationen aus Zentral- und Südasien sowie Vertreter aus den USA, Russland, der EU, Wirtschaftsbosse und Unternehmer teil. Josep Borrell, Hoher Vertreter der Europäischen Union für Außen- und Sicherheitspolitik, betont:

"Bei diesen Verbindungen geht es nicht nur um Beton und Stahl, nicht nur um physische Infrastrukturen, es geht um die digitale Revolution und wie man Kontakte zwischen den Menschen herstellen kann."

Zukunft Afghanistans

Die Teilnehmer diskutierten, wie man die Region für Investoren aus aller Welt interessanter machen kann. Die Podiumsdiskussionen erstreckten sich auf die Bereiche Transport, Handel und Kultur. Die Frage nach der Zukunft Afghanistans war ein weiterer Schwerpunkt der Veranstaltung.

"Die Strategie besteht darin, Afghanistan zu einer Art Brücke zu machen, die Zentral- und Südasien miteinander verbindet", erklärt Ismatilla Irgashev, Sonderbeauftragter des usbekischen Präsidenten für Afghanistan.

Ausbau der regionalen Zusammenarbeit und von Infrastrukturprojekten

Usbekistan arbeitet am Ausbau der regionalen Zusammenarbeit und von Infrastrukturprojekten. Dazu gehört der Bau einer neuen Stromleitung, die Afghanistan mit Energie versorgen soll. Sherzod Khodjaev, stellvertretender Energieminister von Usbekistan:

"Usbekistan liefert Strom auf den afghanischen Markt; wir planen, das Volumen der Lieferungen um das Zweieinhalbfache zu erhöhen, sobald der Bau der Surham-Pulikhumri-Leitung abgeschlossen ist."

Die Ausweitung der Transportverbindungen ist eine der wichtigsten Aufgaben der Binnenländer Zentralasiens. Young Tae Kim, Generalsekretär des International Transport Forums, meint:

"Die Vernetzung von Zentral- und Südasien ist wichtig in dem Sinne, dass Binnenländer wie Usbekistan Häfen und das Meer erreichen können; so dass das Land ein Teil der globalen Lieferkette und des Handelsnetzes wird."

Bessere Anbindung von Binnenstaaten

Der Binnenstaat Usbekistan baut ständig neue Transportkorridore aus. Kürzlich wurde ein neues Projekt begonnen - der Bau der Mazar-i-Sharif-Kabul-Peshawar-Eisenbahn durch Afghanistan nach Pakistan. Durch die Verbindung von Süd- und Zentralasien soll sie die afghanische Wirtschaft ankurbeln und einen direkten Weg zu den pakistanischen Seehäfen und weiter nach Indien eröffnen.

"Wenn man sich die Landkarte anschaut, dann haben Usbekistan und alle Länder Zentralasiens tatsächlich den kürzesten Weg zu den Seewegen", so Eldor Aripov.

Laut dem usbekischen Geschäftsmann Amrullokh Sadullokh wird die Eisenbahnstrecke ein unglaubliches Potenzial für Unternehmen eröffnen, da sie die Transportkosten erheblich senken und den Weg der Waren verkürzen wird. Er sagt:

"Wenn wir Kartoffeln aus Pakistan importieren, geben wir viel für die Logistik aus. Dadurch wird die Ware unglaublich teuer. So Gott will, wird diese Strecke eröffnet. Sie wird nicht nur Usbekistan viele Vorteile bringen, sondern auch Pakistan und Afghanistan."

Im Mittelpunkt auf der Konferenz in Taschkent stand die Wiederherstellung der historischen Handelswege, die die Länder Zentral- und Südasiens seit der Antike miteinander verbinden.