Warum eine warme Nase besser vor Schnupfen schützt

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Von Alexandra Leistner
Eine Frau in Colorado geht mit ihrem Hund spazieren, November 2022. Bei niedrigen Temperaturen ist die Wahrscheinlichkeit, krank zu werden erhöht.
Eine Frau in Colorado geht mit ihrem Hund spazieren, November 2022. Bei niedrigen Temperaturen ist die Wahrscheinlichkeit, krank zu werden erhöht.   -   Copyright  David Zalubowski/Copyright 2022 The AP. All rights reserved.

Alle Jahre wieder... läuft die Nase, tut der Kopf weh, husten wir: Dann ist schnell klar, dass es sich um eine Erkältung handelt.

Forschende in den USA haben jetzt herausgefunden, warum wir gerade im Winter diese lästige Krankheit entwickeln. 

Im Journal of Allergy and Clinical Immunology erklären die Forscherinnen und Forscher, warum sinkende Temperaturen und ein Anstieg an Atemwegsinfektionen aber anderen Viren, die Grippe und Covid-19 auslösen, verbunden sind.

Anders als man vielleicht denken würde, liegt es nicht vor allem daran, dass wir uns im Winter häufiger in geschlossenen Räumen aufhalten und so engeren Kontakt zu Mitmenschen haben.

Menschen infizieren sich in erster Linie über die oberen Atemwege (Nase, Mund und Rachen), indem sie den Erreger entweder einatmen oder über die Hände in Mund oder Nase bringen.

Vesikel in der Nase wehren Viren und Bakterien ab

Das Forscherteam der Mass Eye and Ear hospital and Northeastern University in America hat eine Immunantwort in der Nase entdeckt, durch die Viren, die beispielsweise Atemwegsinfekte verursachen, abgewehrt werden.

Doch diese Immunantwort, die 2018 für Bakterien entdeckt wurde, ist bei kalten Temperaturen blockiert. 

Konkret entdeckten die Wissenschaftler:innen, dass Zellen im vorderen Teil der Nase Bakterien und Viren identifizieren, und dann Milliarden winzige sogenannte extrazelluläre Vesikel, kurz EV, "schwarm-ähnlich" freisetzen, die eindringende Erreger dann einschließen und zerstören.

In der früheren Studie konnten die Forschenden auch zeigen, dass die EVs schützende antibakterielle Proteine durch den Schleim von der Vorderseite der Nase zur Rückseite entlang der Atemwege transportieren. Dort können sie Zellen vor Bakterien schützen, bevor diese zu weit in den Körper gelangen.

Im Test fanden die Forschenden anschließend heraus, dass diese antivirale Abwehrfuktion bei Kälteexposition nur stark reduziert stattfindet. Viren und Bakterien haben es also leichter, in den Körper einzudringen.

"Unsere Studie liefert eine direkte quantitative mechanistische Erklärung für saisonale Schwankungen in der Prävalenz von Infektionen der oberen Atemwege", so die Forschenden.