"Bitcoin-Blumen": Tulpen wachsen in den Niederlanden dank Kryptowährung

Ein riesiges Gewächshaus bei Rotterdam wird von der Abwärme von Bitcoins beheizt.
Ein riesiges Gewächshaus bei Rotterdam wird von der Abwärme von Bitcoins beheizt. Copyright VALERIA MONGELLI/AFP or licensors
Von Shafia KhawajaEuronews mit AFP
Diesen Artikel teilenKommentare
Diesen Artikel teilenClose Button
Den Link zum Einbetten des Videos kopierenCopy to clipboardCopied

Während die Energiepreise in Europa in die Höhe schießen, werden kreative Wege gefunden, um die beim Schürfen von Kryptowährung entstehende Wärme zu recyceln: In Rotterdam wird ein Tulpen-Gewächshaus jetzt durch Bitcoin-Mining geheizt.

WERBUNG

Bitcoin und Blumen haben auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam – in den Niederlanden arbeiten nun aber eine Tulpenzüchterin und ein Unternehmen für Kryptowährung zusammen: Die beim Schürfen von Kryptowährung entstehende Wärme wird recycelt, um das Gewächshaus aufzuheizen. 

Der Mining-Prozess erzeugt eine Menge Wärme, die am Ende ungenutzt verschwindet. Jetzt wird sie für einen guten Zweck genutzt: ein riesiges Gewächshaus im Südosten von Rotterdam wird mit der Abwärme beheizt, um "Bitcoin-Blumen" wachsen zu lassen.

Mit einem Unterschied von 20°C zwischen der Luft, die in die Maschinen eintritt, und der, die aus ihnen austritt, erreicht die Temperatur ein ideales Niveau für das Wachstum der Tulpen und das Trocknen der Zwiebeln.

Die sechs Bitcoin-Server wiederum werden von den Solarzellen auf dem Dach des Gewächshauses mit Strom versorgt. Das reduziert sowohl die normalerweise sehr hohe Energierechnung für das Bitcoin-Mining als auch die negativen Auswirkungen auf die Umwelt. Der Geschäftsinhaber von „Bitcoin Brabant“, Bert de Groot, betont, dass der Betrieb kilmaneutral sei: „Wir reduzieren Erdgas und verwenden erneuerbaren Strom. So leisten wir einen konkreten Beitrag zum Klimaschutz“.

Trotz des jüngsten Markteinbruchs zieht Bitcoin Brabant immer noch Investoren an. Ein Bitcoin ist derzeit etwa 16.000 Euro wert, im November 2021 lag der Wert noch über 65.000 Euro. Bert de Groot macht sich aber keine Sorgen: "Der Bitcoin ist für immer da".

Bereits mehr als 33 Millionen "Bitcoin-Tulpen" wurden produziert

An dem Projekt "Bitcoin Bloem" verdient nicht nur das Unternehmen selbst, sondern auch die Blumenzüchterin Danielle Koning: „Der wichtigste Grund für uns, Bitcoin-Miner in unserem Gewächshaus zu haben, ist dass wir dadurch Erdgas sparen. Wir glauben, dass wir mit dieser Art, unser Gewächshaus zu heizen, aber auch Bitcoin zu verdienen, eine Win-Win-Situation haben“.

Mehrere niederländische Landwirtschaftsbetriebe, die in Gewächshäusern anbauen, sind in letzter Zeit wegen der hohen Energiepreise bankrottgegangen, erklärte Koning.

Danielle Konings Firma hat darum gebeten, den genauen Standort des Gewächshauses und der Server, die jeweils 15.000 Euro wert sind, nicht bekannt zu geben, um keine potenziellen Diebe anzulocken.

Im Januar 2022 sah sich das Gewächshaus mit explodierenden Erdgaspreisen konfrontiert. Die Gewächshausheizung durch Bitcoin-"Miner" durch bot eine effizientere und wirtschaftlichere Lösung.

Die Niederlande sind heute der größte Tulpenproduzent der Welt und nach den Vereinigten Staaten der zweitgrößte Agrarexporteur weltweit.

Diesen Artikel teilenKommentare

Zum selben Thema

Tulpen-Sträuße vom Boot aus verschenkt - Coronazeiten in Amsterdam

Schöne Bescherung für Kriminelle: Wie Sie sich dieses Weihnachten vor Betrügern schützen können

Finanzierung der Hamas: Unternehmen frieren Konten mit Kryptowährung ein