Laut einer MIT-Studie ist KI noch zu teuer, um den Menschen zu ersetzen

KI ist zu teuer, um Menschen in der Arbeitswelt zu ersetzen, so eine MIT-Studie/
KI ist zu teuer, um Menschen in der Arbeitswelt zu ersetzen, so eine MIT-Studie/ Copyright Canva
Von Pascale Davies
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Dieser Artikel wurde im Original veröffentlicht auf Englisch

Forscher haben untersucht, ob künstliche Intelligenz bei 1.000 visuell unterstützten Aufgaben in 800 Berufen kosteneffizienter ist oder nicht.

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Immer wieder wird darüber spekuliert, ob KI Millionen Arbeitsplätze vernichten wird: Doch laut einer Studie des Massachusetts Institute of Technology (MIT) ist KI derzeit noch viel zu teuer, um Menschen in den meisten Berufen zu ersetzen.

Die Studie untersuchte die praktischen Möglichkeiten des Ersatzes menschlicher Arbeitskraft durch KI in Berufen in den USA, in denen "Computer Vision" eingesetzt wird, wie z. B. bei Lehrern, Bäckern und Immobiliengutachtern.

Die Studie ergab, dass nur 23 Prozent der Löhne von Arbeitnehmern kosteneffizient durch KI ersetzt werden könnten. Die Forscher sagten auch voraus, dass es noch Jahrzehnte dauern würde, bis sich Bildverarbeitungsaufgaben für Unternehmen finanziell lohnen würden, selbst wenn die Kosten pro Jahr um 20 Prozent sinken würden.

KI ist teurer als der Mensch

"Computer Vision" in der KI ermöglicht es Maschinen, Informationen aus visuellen und digitalen Eingaben zu gewinnen. In der Studie wurde das Beispiel einer kleinen Bäckerei angeführt; dort würde sich der Einsatz KI-gestützter Computer-Vision-Systeme nicht lohnen, um Zutaten automatisiert visuell darauf zu überprüfen, ob sie verdorben sind. Denn diese Aufgabe macht nur sechs Prozent der Arbeit aus und die Kosten für die Installation und den Betrieb der Technologie wären höher, als wenn ein Mensch diese Aufgabe übernehmen würde.

Die vom MIT-IBM Watson AI Lab finanzierte Studie nutzte Online-Umfragen, um Informationen über rund 1.000 visuell unterstützte Aufgaben in 800 Berufen zu sammeln. Dabei stellte sich heraus, dass es in vielen Fällen teurer war, KI-Systeme zu installieren und zu warten, als die gleichen Aufgaben von einem Menschen ausführen zu lassen.

"'Maschinen werden uns die Arbeitsplätze wegnehmen' ist ein Gefühl, das in Zeiten des schnellen technologischen Wandels häufig geäußert wird. Diese Befürchtung ist mit der Entwicklung großer Sprachmodelle wieder aufgekommen", so die Forscher in dem 45-seitigen Papier mit dem Titel "Beyond AI Exposure".

"Wir stellen fest, dass nur 23 Prozent der Arbeitnehmerentgelte, die dem KI-Computersehen 'ausgesetzt' sind, aufgrund der hohen Vorlaufkosten von KI-Systemen für Unternehmen kosteneffizient zu automatisieren wären".

Seit dem Auftauchen von ChatGPT von OpenAI im November 2022 haben sich die Befürchtungen verstärkt, dass KI zu Arbeitsplatzverlusten in Branchen von der Kunst bis zum Bankwesen führen könnte. Ein Bericht von Goldman Sachs aus dem Jahr 2023 schätzte, dass weltweit 18 Prozent der Arbeitsplätze von generativer KI betroffen sein könnten.

Doch letzte Woche sagte Sam Altman, CEO von OpenAI, in Davos, dass die künstliche allgemeine Intelligenz (AGI), eine hypothetische Form der KI, die Aufgaben wie Menschen erledigen kann, "die Welt viel weniger verändern wird, als wir alle denken, und sie wird die Arbeitsplätze viel weniger verändern, als wir alle denken."

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