Der Streik der Lokführer betrifft seit Montag Hochgeschwindigkeits-, Mittelstrecken- und Vorortzüge in ganz Spanien. Mehr als 330 Verbindungen wurden gestrichen, und es gilt ein Mindestangebot.
Seit Montag legt ein Streik von Lokführern und Eisenbahnbeschäftigten weite Teile des Zugverkehrs in Spanien lahm. Die Folgen: ausgefallene Züge, Verspätungen und zahlreiche Abweichungen vom regulären Fahrplan.
Nach Angaben der Betreiber fielen infolge des Streiks mehr als 330 Hochgeschwindigkeits- und Mittelstreckenzüge aus. Für Tausende Reisende bedeutete das kurzfristige Änderungen oder sogar den kompletten Verzicht auf ihre geplanten Fahrten.
Um trotz der Arbeitsniederlegungen zentrale Verkehrsverbindungen sicherzustellen, hat das spanische Staatssekretariat für Verkehr und nachhaltige Mobilität verbindliche Mindestleistungen für die Streiktage festgelegt.
Streik bis Mittwoch
Der Arbeitskampf im spanischen Bahnsektor soll noch bis Mittwoch, den 11. Februar, andauern.
Eine Einigung zwischen den streikführenden Gewerkschaften, dem Verkehrsministerium und den beteiligten Unternehmen blieb bislang aus. Die Gewerkschaften rechtfertigen die Arbeitsniederlegungen mit Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen und mehr Sicherheit.
Währenddessen spüren Reisende in ganz Spanien weiterhin die unmittelbaren Folgen des Konflikts, der den Eisenbahnverkehr erheblich beeinträchtigt. Der Streik fällt in eine besonders sensible Phase für den Sektor.
Zu Jahresbeginn kam es in Spanien zu mehreren Zugunglücken, darunter dem schwersten seit Jahrzehnten. Seither wird intensiver über Sicherheitsstandards, Arbeitsbedingungen und die Notwendigkeit strengerer Betriebsprotokolle diskutiert.
Der Druck auf Unternehmen und Behörden ist entsprechend hoch, zumal die Verhandlungen mit den Gewerkschaften weiterhin stocken. Lokführer beklagen Stillstand bei Kontrollarbeiten. Zusätzlichen Zündstoff liefert Kritik aus den eigenen Reihen.
Mehrere spezialisierte Lokführer, die beim Infrastrukturbetreiber Adif angestellt sind und eigentlich den Zustand des Schienennetzes überwachen sollen, berichten laut der Zeitung El Mundo von monatelanger Untätigkeit.
Einer von ihnen, in dem Bericht mit den Initialen J.P. bezeichnet, erklärte, er habe 22 Monate lang keinen einzigen Zug im Rahmen eines vorgesehenen Auskultationsplans gefahren. Dieser Plan basierte auf dem Einsatz spezieller Messfahrzeuge, von denen viele bis heute weder vollständig zugelassen noch einsatzbereit seien.
In seinem Fall habe er schließlich die Personalabteilung schriftlich darüber informiert, dass er seinen Posten nach Monaten faktischer Arbeitslosigkeit aufgibt. Damit brachte er die Frustration einer ganzen Gruppe von Fachkräften zum Ausdruck, die bezahlt wurden, ohne die Aufgaben ausführen zu können, für die sie eingestellt worden waren.
Die Vorwürfe sind Teil einer umfassenderen Kritik an der Organisation der Instandhaltung der Bahninfrastruktur, die von einigen Beschäftigten als schlecht koordiniert und ineffizient beschrieben wird. Die für die Gleisüberwachung vorgesehenen Fahrzeuge, darunter Modelle wie Seneca, Dr. Avril, Züge von Stadler sowie ein CAF Oaris, seien häufig nicht betriebsbereit oder hätten sich über lange Zeiträume in Genehmigungsverfahren befunden.
Nach Ansicht der Betroffenen habe dies eine kontinuierliche Kontrolle des Netzes erheblich erschwert. Auch die Aufsichtsbehörde für Arbeit und soziale Sicherheit hat sich eingeschaltet.