Weinreisen: von Georgiens uralter Weinkultur bis zu Kaliforniens New-World-Weinen – diese Ziele lohnen sich dieses Jahr
Weintourismus boomt. Immer mehr Reisende entdecken Weinregionen abseits der bekannten Klassiker wie Bordeaux oder der Toskana.
Wer eine Reise plant, bei der guter Wein im Mittelpunkt steht, findet Inspiration bei den Wine Travel Awards (Quelle auf Englisch).
Der Wettbewerb findet inzwischen zum fünften Mal statt und umfasst 16 Kategorien, die die besten Winzerinnen und Winzer, Reiseveranstalter, Autorinnen und Autoren und viele weitere Akteure auszeichnen.
In jeder Kategorie bestimmt eine öffentliche Abstimmung die besten fünf, eine Fachjury kürt anschließend die Gesamtsieger.
Die Gewinner stehen zwar erst am 1. Mai fest, doch schon jetzt zeigen wir einige der spannendsten Weinziele und -regionen für das Jahr 2026.
Weingüter weltweit: Diese Adressen lohnen sich 2026
Im Publikumsvoting der Kategorie „Must-visit“ liegt das georgische Weingut SHUMI in Tsinandali vorn. Der Ort liegt rund achtzig Kilometer östlich der Hauptstadt Tiflis.
Die georgische Weintradition reicht mehr als achttausend Jahre zurück und gehört zu den ältesten der Welt. Berühmt ist Georgien vor allem für den Ausbau in Qvevri, großen Tongefäßen. Im Weingut SHUMI erfahren Gäste alles über diese von der UNESCO anerkannte Weinbereitungsmethode.
Das Weingut umfasst zwölf Hektar. Auf dem Gelände befindet sich das erste Weinmuseum des Landes. Außerdem bewahrt SHUMI die weltweit größte private Sammlung von Rebsorten.
Danach folgt das Venissa Estate in Italien, ein ummauerter Weinberg auf der Insel Mazzorbo in der Lagune von Venedig, unweit des bunten Burano.
Das Anwesen bietet nur fünf Zimmer. Gäste können Verkostungen buchen, die die Weine aus der autochthonen Rebsorte Dorona vorstellen.
Den dritten Platz im Publikumsvoting belegt die Bodega La Luz del Vino in Argentinien. Sie besitzt die ältesten Weinberge im Uco-Tal.
Ringsum erheben sich die Anden, das Terroir verleiht den dort erzeugten Weinen einen unverwechselbaren Charakter.
Wer Schaumwein liebt und nur Champagner gelten lässt, setzt Champagne Joseph Perrier in Frankreich, auf Rang vier gewählt, ganz oben auf die persönliche Besuchsliste.
Das Haus erhielt einst das königliche Gütesiegel von Königin Victoria. Es wurde 1825 gegründet und ist bis heute in Familienbesitz.
Bei Besuchen stehen Führungen durch die gallo-römischen Champagnerkeller aus dem vierten Jahrhundert auf dem Programm, anschließend folgt eine Verkostung der hauseigenen Cuvées.
Jerez in Spanien gilt als Heimat des Sherrys. Mehr über das Getränk lernt man kaum irgendwo als in der Bodega TIO PEPE.
Gäste übernachten im Boutiquehotel Bodega Tío Pepe, das früher Wohnraum für Weinbergsarbeiter bot, und buchen geführte Touren mit Sherry-Verkostungen.
Top-Weinregionen 2026
In der Kategorie Weinregion des Jahres lag das österreichische Burgenland in der Publikumswertung vorn.
Das Gebiet ist bekannt für Blaufränkisch, einen Rotwein, sowie für seine Süßweine. Reisende genießen die Sonne – die Region zählt mehr als dreihundert Sonnentage im Jahr –, radeln von Weingut zu Weingut oder verkosten die Weine direkt am Ufer des Neusiedler Sees.
Das kalifornische Wine Country gehört seit Langem zu den bedeutendsten Weinregionen der Welt. Beim legendären „Judgement of Paris“ setzten sich damals etwa Weine aus dem Napa County durch. Entsprechend landete die Region nun im Publikumsvotum auf Platz zwei.
Mehr als 6.200 Weingüter produzieren hier. Jede Teilregion – von der Nordküste bis zu den inneren Tälern – bietet Weinliebhabern ein eigenes Profil.
Ebenfalls kaum überraschend: Südafrika. Im ganzen Land führen 23 ausgewiesene Weinstraßen durch die Anbaugebiete – vom Agulhas Wine Triangle an der südlichsten Spitze des Landes und Kontinents bis in die Midlands von KwaZulu-Natal im Südosten.
Als sechstgrößter Weinproduzent Europas verfügt Rumänien über rund 500 Weingüter in Regionen wie Transsilvanien, Westmoldau und Banat.
Das Land belegte Platz vier im Publikumsvoting. Die Wine Travel Awards bezeichnen die Initiative „Wines of Romania“ als „Tor“ zu den vielfältigen Terroirs des Landes.
Zuletzt schaffte es die DOC- und DOCG-Region Valpolicella bei Verona auf Rang fünf.
Die italienische Region ist bekannt für Amarone, Ripasso und Recioto. Besucher genießen diese Weine besonders stimmungsvoll am Ufer des Gardasees.