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Kriminalität in Deutschland sinkt – doch Zahl der Sexual- und Tötungsdelikte steigt

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU)
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) Copyright  (c) Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
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Von Laura Fleischmann
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 zeigt einen deutlichen Anstieg von Sexual- und Tötungsdelikten, die Zahl der insgesamt erfassten Straftaten sinkt. Besonders Diebstahl, Raub und Straßenkriminalität gingen zurück.

Positive Meldungen sind im Zusammenhang mit der Polizeilichen Kriminalstatistik selten. Doch die Zahlen für 2025 deuten auf eine mögliche Kehrtwende hin: Die registrierten Fälle sind im Vergleich zu 2024 um 5,6 Prozent gesunken. Insgesamt wurden 2025 rund 5,5 Millionen Fälle erfasst.

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Die Zahl der mutmaßlich registrierten Straftaten ist damit deutlich zurückgegangen. Besonders in den Bereichen Raub, Straßenkriminalität und Diebstahl gab es spürbar weniger Anzeigen als im Vorjahr. Gleichzeitig stiegen jedoch die Zahlen bei Tötungs- und Sexualdelikten.

Als mögliche Ursachen für den Rückgang werden im Bericht verschiedene Faktoren diskutiert. Unter anderem wird die Teillegalisierung von Cannabis als möglicher Einfluss genannt, viele Drogendelikte werden nicht mehr erfasst. Auch ein Rückgang der Migration könnte eine Rolle spielen: Die zur Begrenzung der irregulären Migration ergriffenen Maßnahmen können hierzu beigetragen haben", heißt es in der Polizeilichen Kriminalstatistik.

Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger lag 2025 bei 35,5 Prozent (ohne ausländerrechtliche Verstöße) und damit in etwa auf dem Niveau des Vorjahres (35,4 Prozent).

Die Zahl der Straftaten von "Zuwanderern" ging um rund neun Prozent zurück, ebenfalls ohne ausländerrechtliche Verstöße. Unter "Zuwanderern" fasst das Bundeskriminalamt (BKA) Flüchtlinge, irregulär Eingereiste, Geduldete sowie Asyl- und Schutzberechtigte und Asylbewerber zusammen.

Gleichzeitig bleibt der Anteil ausländischer Tatverdächtiger insgesamt hoch.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sagte auf der heutigen Pressekonferenz zur Anzahl der insgesamt verübten Straftaten: "Man kann hier aus der Statistik herauslesen, dass nichtdeutsche Tatverdächtige fast 43% ausmachen und deswegen deutlich überrepräsentiert sind." Weiter verwies Dobrindt auf die sogenannte Tatverdächtigenbelastungszahl, das heißt die Zahl der Tatverdächtigen auf 100.000 Einwohner. "Es gibt eine erhebliche Überrepräsentanz von ausländischen Tatverdächtigen", so der Bundesinnenminister. Im Vergleich zu den deutschen Tatverdächtigen sei die Zahl der afghanischen und syrischen Tatverdächtigen rund zehnmal so hoch.

Positiv entwickeln sich die Zahlen bei Tatverdächtigen im Kinder- und Jugendalter, sowohl bei deutscher als auch bei ausländischer Staatsangehörigkeit.

Deutlich mehr Mordermittlungen

Die Gewaltkriminalität ist im vergangenen Jahr zwar gesunken (-2,3 %), gleichzeitig nahmen Sexualstraftaten deutlich zu. Dazu zählen Vergewaltigung, sexuelle Nötigung und besonders schwere sexuelle Übergriffe. Sie stiegen um 8,5 Prozent auf 14.500 Fälle.

Tatverdächtige bei Vergewaltigung sind primär Menschen aus dem nahen Umfeld der Opfer: Freunde, Bekannte, Partner oder Ex-Partner, so das BKA. Zu 98,6 Prozent sind die mutmaßlichen Täter männlich. Laut einer Dunkelfeldstudie des BKA liegt die Anzeigequote bei Sexualstraftaten bei etwa sechs Prozent.

Auch die Fälle von "Mord, Totschlag und Tötung auf Verlangen" sind gestiegen – um 6,5 Prozent auf 2.450 Fälle. Ebenso nahmen Verstöße gegen das Waffengesetz zu, um 5,5 Prozent auf 37.500 Fälle.

Männer stellen mit rund drei Vierteln den Großteil der Tatverdächtigen. Auch unter den Opfern sind sie häufiger vertreten: 58 Prozent sind männlich, 42 Prozent weiblich.

Wichtig ist dabei: Die Statistik erfasst ausschließlich polizeiliche Ermittlungen. Aussagen über tatsächliche Verurteilungen oder die tatsächliche Zahl der Straftäter lassen sich daraus nicht ableiten. Auch bildet die Studie Fälle, die nicht angezeigt werden, nicht ab.

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