Bei der Parlamentswahl in Zypern zeichnet sich ein knappes Rennen zwischen rechts und links ab. Die rechtsextreme Partei ELAM schafft es offenbar auf Platz 3.
Bei den Parlamentswahlen in Zypern liefern sich die Christdemokraten der Dimokratikos Synagermos oder DISY und die linke Anorthotiko Komma Ergazomenou Laou oder AKEL in den Nachwahlbefragungen ein Kopf-an-Kopf-Rennen.
Laut Exit-Polls des Senders ΡΙΚ kommt die Mitte-Rechts-Partei DISY auf einen Wert zwischen 22,5 und 25,5 Prozent, die Linkspartei ΑΚΕΛ liegt zwischen 21 und 24 Prozent.
Den dritten Platz belegt die rechtsextreme ΕLAM mit etwa 10,5 bis 12,5 Prozent.
Auf Rang vier liegt die zentristische ΔΗΚΟ mit 8 bis 10 Prozent.
Die Vier-Prozent-Hürde für den Einzug ins Parlament überschreiten die "Direkte Demokratie“ des Europaabgeordneten Feidias Panagiotou und die neu gegründete Anti-Korruptions-Partei ΑΛΜΑ des früheren Generalprüfers Odysseas Michailidis.
Um den Einzug ins Parlament kämpfen ΕΔΕΚ und Volt.
Im Prinzip gilt für die etwa 569.000 Wahlberechtigten auf Zypern eine Wahlpflicht.
Parteien und Kandidatinnen und Kandidaten
Bei der diesjährigen Wahl treten insgesamt 752 Kandidatinnen und Kandidaten an. Davon gehören 743 zu mehr als 18 politischen Formationen, neun sind unabhängige Bewerberinnen und Bewerber. Gewählt werden 56 der insgesamt 80 Mitglieder des zyprischen Parlaments.
Seit 1963 nehmen die türkischen Zyprer, denen 24 Sitze zustehen, nicht mehr an den Institutionen der Republik Zypern teil, und die Kammer der Abgeordneten verfügt daher de facto nur über 56 Sitze.
Neben den traditionellen Parteien treten auch neue politische Formationen an, die die Unzufriedenheit mit dem bestehenden politischen System aufgreifen wollen.
Besonders beachtet werden das ALMA oder "Bürger für Zypern" des früheren Generalprüfers Odysseas Michailidis, Volt Zypern sowie die "Direkte Demokratie“ des Europaabgeordnetem Feidias Panagiotou. Zugleich zeigt sich die rechtsextreme ΕΛΑΜ gestärkt und versucht, die Unzufriedenheit über hohe Lebenshaltungskosten, das Migrationsthema und eine allgemeine Unsicherheit politisch zu nutzen.
Warum die Parlamentswahl wichtig ist
Zypern hat ein präsidentielles System, die Regierung hängt also nicht direkt von einer Parlamentsmehrheit ab. Dennoch wird das neue Parlament eine Schlüsselrolle bei der Verabschiedung von Gesetzen, Reformen und Staatshaushalten spielen.
Das Ergebnis der Parlamentswahl dürfte zudem die politischen Allianzen, das Gewicht der Regierung von Nikos Christodoulidis und ihre Fähigkeit bestimmen, zentrale Vorhaben in der Wirtschafts-, Migrations-, Sozial- und Energiepolitik voranzutreiben.
Außerdem gelten die Wahlen als wichtige Standortbestimmung vor der Präsidentschaftswahl 2028.
Es wurden 1.217 Wahllokale in Zypern und 13 im Ausland eingerichtet – fünf in Athen, drei in Thessaloniki, vier in London und eines in Brüssel.
Die ersten Ergebnisse wurden etwa eine halbe Stunde nach Schließung der Wahllokale erwartet.
Am späteren Abend sollten die Stimmenanteile und die Zahl der Sitze für die einzelnen Listen feststehen.