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Schwaches Wachstum belastet Ölpreis

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Von Euronews
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Schwaches Wachstum belastet Ölpreis
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Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnt vor der Gefahr einer neuen Weltwirtschaftskrise. In seinem Weltwirtschaftsausblick senkte der IWF die Prognose für das globale Wachstum für 2014 auf 3,3 Prozent. Auch für das kommende Jahr sind die Aussichten trübe: Der IWF rechnet nun mit 3,8 Prozent.

Der Chefvolkswirt des Internationalen Währungsfonds (IWF) Olivier Blanchard erklärte: “Die Erholung ist schwach. Wenn Sie sie sich die fortschrittlichen Wirtschaftsmächte anschauen, dann werden Sie feststellen, dass es den USA gut geht, das Gegenteil ist dagegen bei der Eurozone und Japan der Fall.”

Der IWF senkte seine Prognose für die drei größten Volkswirtschaften der Eurozone: Deutschland, Frankreich und Italien. Laut den IWF-Experten ist es wichtig, dass diese Länder die niedrigen Zinsen beibehalten, um so das Wachstum anzukurbeln.

Ein gemischtes Bild auch im Nahen Osten: Die Aussichten für Katar, Saudi Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate wurden erhöht, Kuwaits Prognosen dagegen gesenkt. Das gilt auch für die Öl-Exporteure Iran und Irak. Grund dafür sind die Sanktionen gegen Teheran und die Kämpfe im Irak.

Aufgrund der sinkenden Nachfrage fällt der Ölpreis. Die Golf-Region bleibt stabil, aber Analysten warnen vor negativen Einflüssen der schwächelnden Weltwirtschaft.

Um einen besseren Einblick in die Situation zu gewinnen, sprechen wir nun mit Nour Eldeen Al-Hammoury, Chefmarktstratege bei ADS Secruities Abu Dhabi.

Euronews: Der IWF hat seine Wachstumsprognosen für die drei größten Volkswirtschaften der Eurozone gesenkt. Wie tief greifend sind die Probleme dieser Länder und was können sie im Kampf gegen ihr langsame Erholung tun?

Nour Eldeen Al-Hammoury, Chefmarktstratege bei ADS Secruities Abu Dhabi: “Die Finanzkrise liegt nun sieben Jahre zurück. Die EZB hat viele Programme zur Stimulierung der Wirtschaft, wie jetzt das ABS-Kaufprogramm. Trotzdem liegen die Wachstumsraten weit von den Zielen der Eurozone entfernt. In den vergangenen Jahren konnte kein Wachstumsziel erreicht werden.
Das Hauptproblem ist, dass in Europa zwei Ansätze gleichzeitig umgesetzt werden: Sparprogramme und zur gleichen Zeit wird Geld geliehen, um das Wachstum anzukurbeln. Seit der Ankündigung dieser Programme haben wir immer wieder gesagt, dass diese Zeitverschwendung sind. Inzwischen ist die Lage schlimmer als vorher. Die Inflation ist gefährlich niedrig, die Zinsen sind negativ und die Arbeitslosenzahlen bleiben hoch. Unserer Auffassung nach gibt es nur eine Lösung: Die Eurozone muss sich auf einen Ansatz konzentrieren. Entweder auf die Sparmaßnahmen, die die Volkswirtschaften wieder in eine Rezession führen, aber auf lange Sicht gut sind, oder sich weiter verschulden, um das Wachstum zu unterstützen. Das ist nur auf kurze Sicht von Vorteil, aber gefährlich auf lange Sicht, da die Schuldenstände schon auf einem Rekordhoch sind.”

Euronews: Die Ölpreise scheinen weiter zu fallen. Was können Ölförderstaaten im Nahen Osten tun, damit sich die Preise wieder stabilisieren?

Nour Eldeen Al-Hammoury, Chefmarktstratege bei ADS Secruities Abu Dhabi: “Es herrscht noch keine Panik. Saudi Arabien hat seine Förderung im September erhöht, und zwar um 100.000 Barrel pro Tag. Das wird die Ölpreise unter Druck halten. Diese Entscheidung könnte ein Weg sein, um die Einnahmen zu stabilisieren, indem sie ihren Marktanteil erhöhen. Für Golf-Öl könnten Preise von 75-65 Dollar pro Barrel in Ordnung gehen. Bei Brentöl haben wir da noch keine Verluste. Ein Unterschreiten dieser Niveaus könnte die Region oder die OPEC-Länder dazu bringen, die Förderung herunterzufahren, da der Markt bereits überversorgt ist.”