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Viele Albaner wollen nach Deutschland - nur wenige dürfen

Viele Albaner wollen nach Deutschland - nur wenige dürfen
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Flughafen Tirana: Albaner kehren in ihre Heimat zurück – nicht weil sie wollen, sondern weil sie müssen. Sie hatten in Deutschland um Asyl gebeten, ihre Anträge wurden abgelehnt. Ein Albaner erzählt, weshalb er seine Heimat verließ und was er in Deutschland erlebt hat:

“Wir sind nach Deutschland gegangen, um zu arbeiten und nicht um Sozialleistungen zu erbetteln. Wir kamen in ein Flüchtlingslager. Das war nicht gut – nicht nur, wie man über die positive oder negative Entscheidung informiert wurde. Sie haben uns einfach aus dem Lager geholt und in ein Flugzeug gesetzt”, sagt er.

Nach Angaben des deutschen Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge wurden zwischen Januar und August dieses Jahres 37.669 Erstanträge von Albanern gestellt. Damit stand Albanien in der Liste der Herkunftsländer von Asylanträgen hinter Syrien auf dem zweiten Platz. Nur sehr wenige Albaner erhalten in Deutschland tatsächlich Asyl – nämlich weniger als ein Prozent der Antragssteller.

“Die Krise in Griechenland hat viele Albanier veranlasst, in andere EU-Länder zu gehen. Andererseits hat das den falschen Glauben geschaffen, dass man einfach gehen kann und anderswo einfache ökonomische Lösungen findet”, sagt Albaniens Innenminister Saimir Tahiri.

Die deutsche Bundesregierung will Albanien als “sicheres Herkunftsland” einstufen, was Abschiebungen beschleunigen würde. Ermal Milori ist beim albanischen Grenzschutz für Migrationsfragen zuständig: “Uns sind viele Fälle bekannt. Wir wissen von Menschen, die aus europäischen Ländern zurückkehrten und die in Albanien Straftaten begangen haben”, so Milori.

Nach Einschätzung der Organisation “Pro Asyl” sei eine Einordnung Albaniens als “sicheres Herkunftsland” unter anderem aufgrund der Diskriminierung gesellschaftlicher Minderheiten zweifelhaft.

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