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Interview: Im Kopf eines Hooligans

Interview: Im Kopf eines Hooligans
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Von Euronews
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Interview Paula Vilaplana Frage: Hallo und herzlich willkommen.

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Interview Paula Vilaplana

Frage:

Hallo und herzlich willkommen. Frankreich ist Gastgeber der Fußball-Europameisterschaft. Es wird überwiegend friedlich gefeiert, doch Hooligans haben mit Gewalttaten für Schlagzeilen gesorgt.

Wir begrüßen bei uns im Studio Vivien Couzelas, Autor des Buches “Im Kopf eines Hooligans”. Herzlich willkommen. In ihrem Buch schreiben sie, dass Hooligans Fußball gar nicht mögen. Was also ist “Im Kopf eines Hooligans” zu finden?

Antwort Vivien Couzelas:

Das war eine der ersten Fragen, die ich mir als Schriftsteller gestellt habe, bevor ich das Buch begonnen habe. Lieben Holligans den Fußball oder geht es nur um die gewalttätige Auseinandersetzung. Man kann das nicht generalisieren.

Was ich damit meine ist, bestimmte Hooligans kommen zum Spiel um zu kämpfen. Sie wollen nichts anderes. Für andere Hooligans, insbesondere meinen Interviewpartner für mein Buch, kommt der Sport zuerst und danach der Kampf. Er war früher zuerst Fan und wurde erst später gewalttätig. Man kann das nicht verallgemeinern.

Und wieder exklusiv BernerZeitung</a>: Wie ein Berner in Marseille die Exzesse der russischen Euro-Hooligans erlebte. <a href="https://t.co/YenjNrT4Wb">https://t.co/YenjNrT4Wb</a></p>&mdash; Peter Jost (Peter_Jost) 15. Juni 2016

Frage:

Wurden die Gewalttätigkeiten in Marseille durch diese Gruppen von Hooligans provoziert. Kann man sagen, dass sie nur aus diesem Grund nach Frankreich gekommen sind?

Antwort:

Im Gegensatz zu dem, was über die Auseinandersetzungen zwischen Engländern und Russen in Marseille berichtet wurde, sind die englischen Fans nicht mit der Absicht angereist zu kämpfen. Der Mehrheit der registrierten englischen Hooligans ist die Ausreise nach Frankreich verweigert worden.

Die Fans kamen, um zu feiern. Natürlich ist ein Großteil der Fans hier um Fußball zu sehen. Einige Russen allerdings sind nur gekommen, um zu kämpfen. Auch einige lokale Hooligans aus Marseille wollten offene Rechnungen begleichen.

Frage:

Im Zuge dieser Vorfälle verbot die französische Regierung den Verkauf von Alkohol während der Europameisterschaft. Was halten sie von dieser Entscheidung?

Antwort:

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Es war eine klare und gute Entscheidung der französichen Regierung, den Alkoholkonsum zu regulieren. In der Nacht vor und nach dem Spiel wurde in den Spielorten der Verkauf von Alkohol verboten, das war eine gute Idee.
Trotz dieser guten Maßnahmen war das nicht die Lösung.

Sie müssen wissen, dass einige russischen Hooligans gar keinen Alkohol trinken. Das Alkoholverbot verringert die Probleme, aber es löst nicht die wahren Probleme.

Konsequenz aus der Randale von Marseille: Frankreich will russische Hooligans ausweisen. https://t.co/u7BVlEt85P#Euro2016

— Tages-Anzeiger (@tagesanzeiger) 14. Juni 2016

Frage:

Glauben sie, dass die französische Regierung von den Ereignissen überrascht wurde, da sie sich auf andere
Sicherheitsbedrohungen konzentriert hat?

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Antwort:

Vor der Europameisterschaft gab es drei Ziele für die Regierung und die Polizei. Das erste Ziel war, einen Terroranschlag zu verhindern. Das zweite Ziel war, die Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Gruppen von Hooligans zu verhindern, wie beispielsweise zwischen den Engländern und den Russen.

Das dritte Ziel war, Auseinandersetzungen zwischen Hooligangruppen und Einheimischen zu verhindern, aber genau das ist in Marseille passiert.Es gibt ein grundsätzliches Problem. Die Polizei ist dafür nicht explizit vorbereitet. Wie bereitet man sich professionell auf so ein Ereignis vor? Man informiert sich.

Wir sind in Frankreich, es herrscht ein Null-Toleranz-System bei Spielen mit hohem Risiko. Wir verbieten registrierten Hooligans den Stadionbesuch. Feuerwerk und Pyrotechnik sind verboten.

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Die Polizei ist es nicht gewohnt, mit großen Menschenmengen umzugehen, mit großen betrunkenen Menschenmengen. Sie ist darauf nicht trainiert und sie hat bei der Europameisterschaft den Preis dafür bezahlt.

Russische Hooligans in Köln: Ermittler prüfen Verbindungen zu Krawallen von Marseille https://t.co/SbDFPhcxF3pic.twitter.com/DhEH2Ta1z1

— DER SPIEGEL (@DerSPIEGEL) 17. Juni 2016

Frage:

Kann man den Hooliganismus beenden?

Antwort:

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Frankreich ist auf dem richtigen Weg. Wir orientieren uns an der Art und Weise wie England mit dem Problem umgeht. Ein Null-Toleranz-Ansatz, das Verbot von Reisen, das Verbot von allem, was als Wurfmaterial benutzt werden kann, von allem was ein Spiel ruinieren kann.

Aber es gibt auch eine andere Art und Weise mit Hooliganismus umzugehen, wie beispielsweise in Deutschland. Dort gibt es einen Kompromiss zwischen Repression und Kommunikation.

Es gibt vorbeugende Maßnahmen, und obwohl Deutschland entgegen der landläufigen Meinung nicht frei vom Hooliganismus ist, haben sie das Problem gut im Griff. Alle Möglichkeiten zu nutzen, ist in jedem Fall ein guter Ansatz.

Antwort:

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Hooliganismus ist ein Problem bei der Euro 2016. Vielen Dank für Ihren Besuch, sie haben uns geholfen, dass Problem besser zu verstehen.

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