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Pakistans Parlament stellt Ehrenmorde zwingend unter Strafe

Pakistans Parlament stellt Ehrenmorde zwingend unter Strafe
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Von Euronews
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Bislang blieben Täter straffrei, wenn die Familie ihnen vergab. Auch für Vergewaltigungen müssen nun 25 Jahre Haft verhängt werden.

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Das pakistanischen Parlament hat einstimmig ein Gesetz gegen sogenannte Ehrenmorde verabschiedet. Bis zu 500 Frauen werden in Pakistan jedes Jahr getötet oder entstellt, weil sie traditionelle Moralvorstellungen verletzt haben sollen.

Die Täter, meist enge Verwandte, gingen bislang aber straffrei aus, wenn die Familie ihnen verzieh. In Zukunft können so höchstens eine Todesstrafe in Lebenslange Haft umgewandelt werden..

Im selben Zug wurden auch die Strafen für Vergewaltigungen verschärft. Hier müssen Gerichte nun mindestens 25 Jahre Haft gegen die Täter verhängen.

Aus Auslöser der Reform gilt ein Dokumentarfilm über Ehrenmorde der Regisseurin Sharmeen Obaid-Chinoy, der dieses Jahr den Oskar gewann.

“Wenn man in kleinere Städte und Dörfer in Pakistan geht, dann wird man Leute finden, die glauben, dass Ehrenmorde kein Verbrechen sind, weil niemand jemals dafür ins Gefängnis geht”, sagte Obaid-Chinoy im Februar. “Deshalb wollte ich einen nationalen Diskurs über Ehrenmorde starten, weil die Leute begreifen müssen, dass es ein ernstes Verbrechen ist. Es gehört nicht zu unserer Religion oder Kultur, es sollte als geplanter Mord betrachtet werden und Täter sollten dafür ins Gefängnis gehen.”

Per Twitter bedankte Obaid-Chinoy sich nun bei Ministerpräsident Nawaz Sharif dafür, dass er sein Versprechen gehalten habe. Sie war bei der Veröffentlichung des Films persönlich mit Sharif zusammengetroffen.

Thank you to PM Nawaz Sharif for keeping his promise:#antihonorkilling bill

— Sharmeen Obaid (@sharmeenochinoy) 6. Oktober 2016

Mit der Ermordung der Prominenten Qandeel Baloch vor rund drei Monaten war der Druck auf die Regierung weiter gewachsen. Die als pakistanische Kim Kardashian gehandelte Frau wurde von ihrem Bruder erdrosselt. Als Grund gab er an, über ihre provokanten Posts in den sozialen Medien erbost gewesen zu sein.

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