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Ausgebrannte Prügelknaben: Frankreichs Polizisten können nicht mehr

Ausgebrannte Prügelknaben: Frankreichs Polizisten können nicht mehr
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Von Euronews
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Französische Ordnungshüter demonstrieren seit Tagen und fordern unter anderem zusätzliche Mittel und eine bessere Ausrüstung.

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Der Übergriff von Viry-Chatillon am 8. Oktober brachte das Fass zum Überlaufen. In dem Vorort von Paris hatten Vermummte zwei Polizeiwagen umzingelt und Molotow-Cocktails in die Fahrzeuge geworfen. Die vier Beamten erlitten zum Teil schwere Verbrennungen.

Auch der Mord an einem Polizisten und seiner Lebensgefährtin in Magnanville im Juni hatte bei den französischen Beamten Wut und Bestürzung ausgelöst.

“Er wurde zur Zielscheibe und wurde ermordet, weil er Polizist war. Seine Freundin ist tot, weil sie seine Lebensgefährtin war und selbst in einer Polizeidienststelle arbeitete”, sagte Innenminister Bernard Cazeneuve auf der Trauerfeier für die Mordopfer.

Seit November 2015 gilt in Frankreich der Ausnahmezustand. Auch die Sicherung von Großdemonstrationen gegen die Arbeitsreform und Einsätze während der Fußball-Europameisterschaft haben viele Beamten ausgelaugt. Und die Polizisten fühlen sich als Prügelknaben.

Man brauche zusätzliche Mittel und eine bessere Ausrüstung, meint ein Polizist. Man wolle effektiv arbeiten, man wolle angemessene Einsätze. Es gehe nicht nur um moralische Unterstützung, sondern es müsse auch gehandelt werden, meint er.

Frankreichs Polizei hat weniger Personal als andere Länder der Europäischen Union wie Spanien oder Italien. Was den Polizeihaushalt betrifft, liegt Frankreich hinter Großbritannien oder dem deutschen Bundesland Bayern, aber vor Spanien und Italien.

Und weitere Zahlen: Pro 100.000 Einwohner wurden in Frankreich im Jahr 2014 statistisch 1,2 Menschen Opfer eines Tötungsdelikts im Vergleich zu 0,7 beziehungsweise 0,8 in anderen europäischen Ländern. Deutlich ist auch der Unterschied bei minder schweren tätlichen Übergriffen.

Teilen der Bevölkerung fehle der Respekt vor der Polizei, beklagen die französischen Ordnungshüter. Sparmaßnahmen und Stellenkürzungen seien kaum noch tragbar, nicht zuletzt angesichts eher gestiegener Anforderungen und Aufgaben ihrer Arbeit, sagen die Polizisten.

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