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Schweiz will 3200 Eritreer abschieben

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Schweiz will 3200 Eritreer abschieben

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REUTERS/Ruben Sprich
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Diese Frau aus Eritrea lebt in der Schweiz. Nun hat sie ein Schreiben von den Schweizer Behörden bekommen. Darin heißt es, ihr Flüchtlingsstatus werde derzeit überprüft.

Sie sagt: "Zuerst habe ich diesen Brief nicht verstanden. Ich musste jemanden um Erklärungen bitten. Jetzt kann ich nicht mehr schlafen."

Außerdem beabsichtige das Staatssekretariat für Migration (SEM), die vorläufige Aufnahme in die Schweiz aufzuheben und den "Vollzug der Wegweisung" anzuordnen.

Das Staatssekretariat für Migration setzt damit die im vergangenen Jahr beschlossene Verschärfung der Asylpraxis um. Sie beruht auf einem Urteil des Schweizer Bundesverwaltungsgerichts vom August 2017. Demnach sei eine Rückkehr nach Eritrea nicht generell unzumutbar.

Eritreische Staatsangehörige, Männer und Frauen, die ihren Militärdienst geleistet haben, müssen bei der Rückkehr ins Heimatland nicht generell mit erneuter Einberufung in den sogenannten Nationaldienst oder mit Bestrafung rechnen, so das Urteil.

Im Zuge der regelmäßigen Überprüfungen aller vorläufig aufgenommenen Asylsuchenden wirkt sich dieses Urteil nun auf rund 3200 Eriteer aus - viele von ihnen leben seit Jahren in der Schweiz. Jeder Fall werde nun individuell überprüft, die Betroffenen hätten auch die Möglichkeit eines rechtlichen Gehörs, sagte ein SEM-Sprecher gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.

Doch eine mögliche Abschiebungsentscheidung bringt weitere Probleme mit sich. So gibt es kein Rücknahmeabkommen mit Eritrea. Das Land weigert sich, seine Staatsangehörigen wieder aufzunehmen. Außerdem dürften die allerwenigsten freiwillig in ihre ostafrikanische Heimat zurückkehren wollen.

Eine Statusänderung für die Betroffenen könnte bedeuten, dass sie nicht mehr legal in der Schweiz arbeiten könnten. Damit wären sie auf die Nothilfe angewiesen, ohne eine wirkliche Perspektive für die Zukunft.

Was passiere, wenn man sie abschiebe, fragt der Journalist diese junge Eritreerin. Sie sagt, dass man sie verhaften würde. Es könnte auch schlimmere Dinge passieren.

Eine weitere Befürchtung ist auch, dass viele abtauchen oder in andere EU-Staaten gehen werden .